
Wi-Fi 6 ermöglicht dank besserer Modultion mit bis zu 1024 QAM einen weitaus höheren Datendurchsatz als der Vorgänger WLAN-AC (Grafik: AVM)
Wi-Fi 6: Neuer Standard ermöglicht bessere Ausnutzung des Funkspektrums
30.04.2020 - Die Anforderungen ans WLAN wachsen extrem. Sowohl im Unternehmens- als auch im Privatbereich müssen immer mehr Geräte drahtlos vernetzt werden – und das möglichst schnell und stabil. Der neue Standard Wi-Fi 6 soll nun dabei helfen, den wachsenden Bedarf bestmöglich abzudecken.
Was sind denn die wichtigsten Neuerungen von Wi-Fi 6?
Wi-Fi 6 verbessert insgesamt die Performance des WLANs. Der wichtigste Vorteil ist die bessere Versorgung aller WLAN-Geräte in besonders dichten und viel genutzten Drahtlosumgebungen. Wo Vorgänger-Standards an ihre Grenzen kommen, ermöglicht OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) als neues Verfahren eine effizientere Ausnutzung der Funkkanäle und somit mehr Bandbreite je Datenstrom. Dank der neuen OFDMA-Technologie, die auch im Mobilfunk 4G zum Einsatz kommt, wird das zur Verfügung stehende Funkspektrum effizienter ausgenutzt, sodass beispielsweise über eine FRITZ!Box mit Wi-Fi 6 noch mehr Geräte zur gleichen Zeit das WLAN schnell und zuverlässig nutzen können.
Das vollständige Interview können Sie in der aktuellen Ausgabe 2/2020 von Cable!vision Europe lesen. Fordern Sie unter abo@newbusiness.de Ihr kostenloses Probeexemplar an.
Welche Vorteile Wi-Fi 6 für Provider und deren Kunden bietet, erklärt Andreas Zießnitz, Senior Product Manager WLAN beim FRITZ!Box-Hersteller AVM, im Interview mit Cable!vision Europe.
Cable!vision Europe: 2020 soll mit Wi-Fi 6 eine neue Zeitrechnung beim WLAN beginnen. Warum gibt es einen neuen Standard und inwiefern profitieren Anwender bzw. Provider davon?
Andreas Zießnitz: Die Anforderungen haben sich in den letzten Jahren stark geändert. Anstatt sich nach dem linearen Fernsehprogramm zu richten, nutzen immer mehr Verbraucher Streaming-Dienste wie Netflix. Der Kunde entscheidet nun, wann, wo und auf welchem Endgerät er seine Lieblingssendungen schaut. Die dazu nötigen IPTV-Clients sind dabei häufig per WLAN angebunden.
Andreas Zießnitz: Die Anforderungen haben sich in den letzten Jahren stark geändert. Anstatt sich nach dem linearen Fernsehprogramm zu richten, nutzen immer mehr Verbraucher Streaming-Dienste wie Netflix. Der Kunde entscheidet nun, wann, wo und auf welchem Endgerät er seine Lieblingssendungen schaut. Die dazu nötigen IPTV-Clients sind dabei häufig per WLAN angebunden.
In anderen Bereichen wie beim Gaming gibt es ebenfalls einen deutlich höheren Bedarf an drahtloser Datenübertragung. Die Menschen nutzen immer mehr WLAN-Geräte, zuhause wie bei der Arbeit. Durchschnittlich werden mittlerweile rund 15 bis 20 mobile Geräte im Haushalt eingesetzt. Gleichzeitig sind die Geschwindigkeiten am Internetanschluss stark gestiegen. All diese Anforderungen meistert der neue Standard Wi-Fi 6 dank zahlreicher Weiterentwicklungen. Selbst bei vielen gleichzeitig aktiven Geräten kann man so auf schnelles und stabiles WLAN zugreifen. Die Datenraten sind mit Wi-Fi 6 bis zu vier Mal höher. Hinzu kommt: Mit Wi-Fi 6 kommt die volle Leistung nun auch wirklich beim Endgerät an. Provider, die entsprechende Router anbieten, sollten sich dementsprechend über glückliche Kunden freuen können.
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Was sind denn die wichtigsten Neuerungen von Wi-Fi 6?
Wi-Fi 6 verbessert insgesamt die Performance des WLANs. Der wichtigste Vorteil ist die bessere Versorgung aller WLAN-Geräte in besonders dichten und viel genutzten Drahtlosumgebungen. Wo Vorgänger-Standards an ihre Grenzen kommen, ermöglicht OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) als neues Verfahren eine effizientere Ausnutzung der Funkkanäle und somit mehr Bandbreite je Datenstrom. Dank der neuen OFDMA-Technologie, die auch im Mobilfunk 4G zum Einsatz kommt, wird das zur Verfügung stehende Funkspektrum effizienter ausgenutzt, sodass beispielsweise über eine FRITZ!Box mit Wi-Fi 6 noch mehr Geräte zur gleichen Zeit das WLAN schnell und zuverlässig nutzen können.
Dank OFDMA sind selbst mehrere parallele 4K-Streams, Video-Chats, Downloads und Cloud-Anwendungen für einen Router mit Wi-Fi 6 kein Problem. Derartige Szenarien sind in vielen Haushalten mittlerweile alltäglich. Wi-Fi 6 kommt also genau zur richtigen Zeit. Sorgen machen, dass mit einem neuen Wi-Fi-6-Router plötzlich alle bisherigen Geräte unbrauchbar werden, muss sich übrigens niemand. Denn Wi-Fi 6 ist kompatibel zu allen vorherigen Standards, sodass Anwender ihre vorhandenen WLAN-Geräte weiterhin nutzen können.
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Stimmt es, dass das 2,4-GHz-Band von Wi-Fi 6 besonders profitiert?
Ja. Seit der Einführung des Standards WLAN N vor mittlerweile zehn Jahren sind Verbindungseigenschaften und Datenraten im 2,4-GHz-Frequenzband weitgehend gleich geblieben. Dabei ist das 2,4-GHz-Band eigentlich sehr attraktiv, da es gegenüber dem 5-GHz-Band physikalisch bedingt eine deutlich höhere Reichweite bietet. Wesentliche Verbesserungen und Neuerungen gab es dennoch in erster Linie nur für das 5-GHz-Band. Mit Wi-Fi 6 ändert sich das nun. Geräte, die ausschließlich das 2,4-GHz-Band nutzen, profitieren enorm von Wi-Fi 6. Neben mehr Kapazitäten für viele gleichzeitige Verbindungen hat sich beispielsweise auch die Datenrate um ca. 50 Prozent erhöht. Durch die bessere Modulation mit bis zu 1024 QAM (auf beiden Frequenzbändern) sind bis zu 30 Prozent mehr Durchsatz auf dem stark genutzten Frequenzband möglich. Smart Speaker, Staubsaugerroboter, Smart Watches und ähnliche Geräte nutzen häufig nur das 2,4-GHz-Band. Da die Zahl an Haushalts- und kleinen Zusatzgeräten mit integriertem WLAN stetig zunimmt, sind diese Neuerungen, die Wi-Fi 6 mit sich bringt, äußerst praktisch und hilfreich.
Ja. Seit der Einführung des Standards WLAN N vor mittlerweile zehn Jahren sind Verbindungseigenschaften und Datenraten im 2,4-GHz-Frequenzband weitgehend gleich geblieben. Dabei ist das 2,4-GHz-Band eigentlich sehr attraktiv, da es gegenüber dem 5-GHz-Band physikalisch bedingt eine deutlich höhere Reichweite bietet. Wesentliche Verbesserungen und Neuerungen gab es dennoch in erster Linie nur für das 5-GHz-Band. Mit Wi-Fi 6 ändert sich das nun. Geräte, die ausschließlich das 2,4-GHz-Band nutzen, profitieren enorm von Wi-Fi 6. Neben mehr Kapazitäten für viele gleichzeitige Verbindungen hat sich beispielsweise auch die Datenrate um ca. 50 Prozent erhöht. Durch die bessere Modulation mit bis zu 1024 QAM (auf beiden Frequenzbändern) sind bis zu 30 Prozent mehr Durchsatz auf dem stark genutzten Frequenzband möglich. Smart Speaker, Staubsaugerroboter, Smart Watches und ähnliche Geräte nutzen häufig nur das 2,4-GHz-Band. Da die Zahl an Haushalts- und kleinen Zusatzgeräten mit integriertem WLAN stetig zunimmt, sind diese Neuerungen, die Wi-Fi 6 mit sich bringt, äußerst praktisch und hilfreich.
Das vollständige Interview können Sie in der aktuellen Ausgabe 2/2020 von Cable!vision Europe lesen. Fordern Sie unter abo@newbusiness.de Ihr kostenloses Probeexemplar an.
Claudia Boss-Teichmann 30.04.2020

