Bundesnetzagentur erwartet 2020 spürbare Verbesserung der Mobilfunkversorgung
04.05.2020 - Die Bundesnetzagentur (BNA) hat am 30. April ihren Jahresbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. "Wir haben im letzten Jahr Frequenzen für den weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes versteigert. Jetzt gehen wir davon aus, dass die Netze weiter ausgebaut werden und wir noch in diesem Jahr spürbare Verbesserungen der Versorgung verzeichnen werden", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.
Zunehmende Verbreitung von VDSL
135 5G-fähige Basisstationen in Betrieb genommen
Beim Ausbau der Mobilfunknetze ist die Zahl der Funkbasisstationen 2019 auf 190.595 angestiegen (Ende 2018: 181.640), davon 62.567 LTE-Basisstationen (2018: 54.911). 57.457 Basisstationen entfielen auf UMTS/3G (2018: 57.180) und 70.432 auf GSM/2G (2018: 69.549). Zudem wurden 139 5G-fähige Basisstationen in Betrieb genommen. In der Praxis werden vielfach Basisstationen eingesetzt, die unterschiedliche Technologien wie GSM, UMTS und LTE abdecken. Ende 2019 beträgt die Zahl der Antennenstandorte daher 81.282.
Breitbandmarkt: Anschlüsse mit hohen Übertragungsraten werden gefragter
Auf dem Breitbandmarkt wurden im Jahr 2019 verstärkt Anschlüsse mit hohen vermarkteten Bandbreiten nachgefragt. Von den 35,1 Millionen aktiven Breitbandanschlüssen in Festnetzen erhöhte sich der Anteil der gebuchten Anschlüsse mit mindestens 100 Mbit/s 2019 auf rund 26 Prozent (2018: knapp 20 Prozent). Eine vermarktete Bandbreite von mindestens 1 Gbit/s wiesen zu diesem Zeitpunkt ca. 0,2 Millionen Anschlüsse auf.
Noch 2,9 Mio. Breitbandkunden nutzten Ende 2019 Anschlüsse mit einer vermarkteten Datenrate von weniger als 10 Mbit/s.
Zunehmende Verbreitung von VDSL
Ende 2019 waren insgesamt rund 25,3 Mio. DSL-Anschlüsse in Betrieb. Davon entfielen ca. 13,5 Millionen Anschlüsse auf direkte Endkunden der Deutschen Telekom AG sowie etwa 11,8 Mio. Anschlüsse auf Wettbewerbsunternehmen, welche die DSL-Zugänge zumeist auf Basis spezifischer Vorleistungsprodukte der Deutschen Telekom AG und alternativer Carrier gegenüber Endkunden vermarkteten.
Das Wachstum des DSL-Marktes basiert weiterhin vor allem auf der positiven Entwicklung der VDSL-Anschlusszahlen. An der Gesamtzahl aller DSL-Anschlüsse konnte VDSL mit einem Bestand von über 15 Millionen Anschlüssen einen Anteil von fast 60 Prozent bis Ende 2019 erreichen. Etwa 6,8 Mio. VDSL-Anschlüsse wurden von Wettbewerbsunternehmen vermarktet. Rund 8,3 Millionen direkte VDSL-Kunden konnte die Deutsche Telekom AG zu diesem Zeitpunkt verbuchen. Als Ursache für die zunehmende Verbreitung von VDSL vermutet die Bundesnetzagentur die Vectoring-Technologie, durch die sich Geschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s erreichen lassen.
Breitbandanschlüsse über HFC-Netze: Zuwachs schwächt sich ab
Zum Jahresende 2019 wurden 8,3 Mio. Anschlüsse über HFC-Netze genutzt, wovon über 4,9 Millionen Anschlüsse (60 Prozent) auf nachgefragte Bandbreiten ab 100 Mbit/s entfielen. Der zwischen 2009 und 2016 jährlich noch kontinuierliche Zuwachs von 600.000 bis 800.000 schwächte sich deutlich ab und lag 2019 wie auch im Vorjahr bei nur noch rund 300.000 Anschlüssen.
Breitbandanschlüsse über FTTB/FTTH
Die Verbreitung der beiden Zugangsvarianten FTTB und FTTH stieg auf zusam-men rund 1,4 Millionen aktive Anschlüsse zum Jahresende 2019 und übertraf den Bestand im Vorjahr um 300.000. Die Anzahl der versorgten Endkunden lag im ersten Quartal 2019 bei ca. 4 Millionen, unter dieser Zahl fasst die BNA die aktiven und zur Verfügung stehenden Anschlüsse (noch nicht gebucht und nicht in Betrieb) zusammen.
Breitbandanschlüsse über Satellit
Mit rund 23.000 Anschlüssen zum Jahresende 2019 verharrte die Nachfrage weiterhin auf niedrigem Niveau. Als Grund führt die BNA an, dass bei entsprechender Verfügbarkeit alternative Zugangsmöglichkeiten preisgünstiger angeboten würden und zudem oftmals eine höhere maximal mögliche Bandbreite aufwiesen.
Daten-Gesamtvolumen von etwa 52.000 Mio. GB?
Die Digitalisierung hat zur Folge, dass das Datenvolumen in Fest- und Mobilfunknetzen erneut gestiegen ist. 2018 betrug das im Festnetz erzeugte Datenvolumen rund 46.000 Millionen GB. Vorläufige Berechnungen prognostizieren für 2019 ein Gesamtvolumen von etwa 52.000 Millionen GB. Die entspräche einem durchschnittlichen Datenverbrauch in Höhe von ca. 124 GB pro Nutzer. Im Mobilfunk fallen die jährlichen Zuwachsraten mittlerweile etwas geringer aus. Eine baldige Sättigung ist dennoch nicht absehbar. 2019 wurden über die Mobilfunknetze rund 2.757 Mio. GB Daten übertragen, im Vorjahr waren es 1.993 Millionen GB.
Der Jahresbericht kann von der Website der Bundesnetzagentur heruntergeladen werden.
Claudia Boss-Teichmann 04.05.2020

