Connect Com liefert passive Infrastruktur für geförderten Ausbau im Landkreis Diepholz
21.05.2020 - Der Landkreis Diepholz errichtet stufenweise in enger Zusammenarbeit mit den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden eine Breitbandinfrastruktur mit Glasfaseranschlüssen. Das 180-Millionen-Euro-Projekt soll Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zukünftig schnelles Internet sichern und ist somit ein entscheidendes Kriterium für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises. So trägt eine flächendeckende Breitbandversorgung zu einem attraktiven Lebensumfeld bei und ist gleichermaßen ein bedeutender Standortfaktor für die Wirtschaft im Landkreis Diepholz.
Am 25.09.2017 hat der Kreistag des Landkreises Diepholz beschlossen, in seinem Gebiet ein passives NGA-Breitbandnetz als FTTB-Betreibermodell (Fiber to the Building) auszubauen und an einen privaten Betreiber zu verpachten. Für die Koordinierung und die Verwaltung des Netzausbaus hat der Landkreis Diepholz einen Eigenbetrieb gegründet. Dieser ist Ansprechpartner für Förderanträge, Finanzierung, Planung, Ausschreibungen und Bau.
Gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Land Niedersachsen und den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) investiert der Landkreis Diepholz zusammen mit seinen kreisangehörigen Städten, Samtgemeinden und Gemeinden massiv in den Breitbandausbau. Projektträger des Bundesförderprogramms Breitband ist die atene KOM.
Das Vorhaben zählt zu den größten Breitband-Projekten der Bundesrepublik Deutschland. Im Vorfeld der Breitbanderschließung wurde für den gesamten Landkreis Diepholz eine Netzstrukturplanung erstellt. Der Landkreis darf die Fördermittel des Bundes und des Landes sowie auch die ansonsten eingenommenen öffentlichen Mittel nur dort verwenden, wo er nicht mit der privaten Wirtschaft konkurriert. Daher kann der Landkreis Diepholz nur in den unterversorgten Gebieten, die über keine oder nur eine leistungsschwache Internetverbindung verfügen, aktiv werden. Diese Bereiche werden als „weiße Flecken“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei um die Gebiete, in denen die Übertragungsrate unter 30 Mbit/s liegt. Somit umfasst das Vorhaben die Erschließung von circa 15.000 Gebäuden. Es sind Tiefbauarbeiten mit einer Länge von knapp 2.000 Kilometern vorgesehen.
In den Vermarktungsphasen wird die Verlegung der Glasfaserleitung bis ans Gebäude kostenlos angeboten. Der Netzbetrieb und die Vermarktung erfolgen über die GVG Glasfaser GmbH aus Kiel mit der Marke nordischnet. Die leistungsstarken Glasfaserprodukte umfassen neben einem Internetanschluss optional auch die Telefonie wie auch Fernsehen. Die angebotenen Bandbreiten für Privatkunden reichen von 200 bis 500 MBit/s. Geschäftskunden können sogar Produkte mit 1 GBit/s buchen.
Mit den ersten Bau- und Verlegearbeiten konnte im Dezember vergangenen Jahres begonnen werden. Aktuell wird in Wagenfeld, Rehden, Bruchhausen-Vilsen, Bassum und Syke gebaut. Dank des milden Winters konnten die Tiefbauunternehmen bisher einen Ausbau über eine Strecke von mehr als 180 km vermelden. Jede Woche kommen ca. 20 km Trassenbau hinzu. Schon jetzt sind mehr als 2.000 Adressen an das schnelle Internet anschließbar.
Claudia Boss-Teichmann 21.05.2020

