
Die ersten Netzabschnitte sollen bereits diesen Sommer in Betrieb gehen © LAN Consult Hamburg, Greenfiber
Greenfiber und ZTE bauen 10-Gigabit-Glasfasernetze
02.06.2020 - Der Netzbetreiber Greenfiber mit Sitz in Hamburg will in den Landkreisen Fulda, Lüneburg und Minden-Lübbecke ein modernes 10-Gigabit-Glasfasernetz errichten und betreiben. Die Netzwerktechnik liefert der chinesische Telekommunikationsausrüster ZTE, ein entsprechender Rahmenvertrag wurde heute von den beiden Unternehmen unterzeichnet.
In den drei Landkreisen sollen dadurch über 60.000 Einwohner, 1.000 Betriebe und 50 Schulen die Möglichkeit des Anschlusses an das 10-Gigabit-Netz erhalten. Die ersten Abschnitte sollen diesen Sommer in Betrieb gehen. Die Ausbaudauer ist auf zwei Jahre veranschlagt.
"Der 10-Gigabit-Ausbau ist essenziell für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen mit Videokommunikation in Echtzeit – das merken wir vor allem in der aktuellen Situation“, sagt Uwe Krabbe, Geschäftsführer von Greenfiber. „Insbesondere in unseren ländlichen Regionen besteht hier großer Bedarf."
Aktive Netztechnik
Die aktiven Komponenten, die von ZTE stammen, sind OLTs (Optical Line Terminals) und ONTs (Optical Network Terminals). Erstere sind Switche und dienen als Knotenpunkte zwischen dem Hauptnetz und der letzten Meile zu den Kunden. Der Aufbau des 10-Gigabit-FTTH-Netzes erfolgt auf Grundlage der TITAN (ZXA10 C600) OLT-Plattform von ZTE, die hier zum ersten Mal in Europa für ein 10Gbps-XGS-PON-Glasfasernetz zum Einsatz kommt. Der TITAN ist eine Flaggschiff-Plattform von ZTE und unterstützt alle drei Generationen der PON-Technologie – G-PON, XG-PON sowie XGS-PON – und zukünftig soll mit dieser Gerätefamilie auch 50G-PON unterstützt werden. Das Gerät ist mit seiner blockierungsfreien Vermittlungskapazität und seiner zukunftsorientierten Produktarchitektur laut Herstellerinformation in der Lage, symmetrische 10Gbit/s-Dienste mit XGS-PON Technologie für Endkunden bereitzustellen.
Bei den Kunden besteht die Hardware aus XGS-PON ONT´s, die den Anschluss an das Netz darstellen und das eingehende optische Signal in ein elektrisches Signal mit 10 Gbit/s gemäß IEEE 802.3an umwandeln. Für den Netzbetrieb stellt ZTE auch den EMS NetNumen U31 Server als einheitliches Managementsystem zur Verfügung.
ZTE will sich in Deutschland weiter beim Gigabit-Ausbau engagieren
Für die Zukunft setzt sich ZTE das strategische Ziel, eine führende Rolle bei dem weiteren Aufbau der deutschen Gigabit-Infrastruktur zu übernehmen, besonders in ländlichen Regionen, so ZTE. Das Projekt mit Greenfiber passe deshalb perfekt zur Gigabit-Strategie von ZTE und solle den Auftakt für weitere erfolgreiche Projekte bilden.
"ZTE freut sich auf die gemeinsamen Projekte mit Greenfiber, mit denen wir den Breitbandausbau in Deutschland weiter vorantreiben. Wir sehen in der Zukunft außerdem weitere Entwicklungsschritte. Zum Beispiel sind moderne Gigabit-Infrastrukturen unerlässlich für den Betrieb von 5G-Antennen. So wird die Datenrate von 5G mit bis zu 10 Gbit/s im Äther nur realisiert, wenn die Glasfaserleitung zur Antenne diese Leistung auch bereitstellen kann. Mit unserer 10-Gigabit-Technik schaffen wir also die Grundlage für den Ausbau von 5G und erschließen eine wichtige Synergie – ein enormer Vorteil, den es zu nutzen lohnt", so Sun Jie, Managing Director bei ZTE Deutschland.
In Deutschland treibt ZTE den Ausbau von Glasfasernetzen mit Anbindung an Mobilfunkstationen voran. Damit fördert ZTE aktiv die Bereitstellung einer leistungsfähigen Festnetzinfrastruktur, die die Grundlage für den Aufbau von 5G-Netzen bildet. Mit weltweit mehr als 5.000 Patenten im 5G-Umfeld nimmt ZTE eine Vorreiterrolle ein. "Wir wollen einen echten Beitrag zur Gründung einer echten Gigabit-Gesellschaft in Deutschland leisten. Dies gelingt, indem ZTE seinen innovativen Partnern die modernste Technologie für den Aufbau von 5G-Netzen bereitstellt", führt Sun Jie weiter aus.
Claudia Boss-Teichmann 02.06.2020

