
"Wir sind beim Glasfaserausbau endlich auf der Überholspur"
01.09.2020 - Beim Glasfaserausbau geht es weiter voran und die Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen wächst in der Corona-Krise stark. Dies sind zentrale Aussagen einer aktuellen Analyse zur Lage des Telekommunikationsmarktes, die der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) zusammen mit dem Telekommunikationsexperten und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Jens Böcker jetzt vorgestellt hat.
Die Ausbaudynamik soll sich in den kommenden Jahren verstärken: Für das
Jahr 2023 prognostiziert die Marktanalyse einen Anstieg auf
insgesamt 22 Millionen Glasfaseranschlüsse, 14,1 Millionen davon durch die Telekom-Wettbewerber realisiert.
BREKO-Präsident Norbert Westfal sieht klare Zeichen des digitalen Aufschwungs: "Wir sind beim Glasfaserausbau jetzt endlich auf der Überholspur. Beim Wachstum der digitalen Infrastruktur kann Deutschland sich europaweit weiter vorkämpfen und belegt aktuell den fünften Platz der am schnellsten wachsenden Glasfasermärkte. Auch die Glasfaserquote steigt deutlich." Wichtig sei jetzt, die Dynamik im Glasfaserausbau weiter zu verstärken.
6,1 Millionen FTTB/H-Anschlüsse deutschlandweit
Danach ist Glasfaserquote, der Anteil der Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude und
Wohnungen (FTTB/H) im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Haushalte und
Unternehmen, auf 13,5 Prozent gestiegen.
Das entspricht einem Zuwachs von 1,4 Millionen auf insgesamt
6,1 Millionen Glasfaseranschlüsse deutschlandweit. Den größten Teil
dieser Anschlüsse realisieren mit 4,9 Millionen die Wettbewerber der Deutschen Telekom. Die Investitionen in die digitale Infrastruktur sind im Jahr 2019
auf insgesamt 9,6 Milliarden Euro gestiegen. Hier dominieren ebenfalls
die alternativen Netzbetreiber. Mit 5,2 Milliarden (54,1 Prozent)
finanzieren sie deutlich über die Hälfe des Ausbaus.
Datenhunger wächst während Corona-Pandemie deutlich
Der Bedarf an Datenvolumen von Privathaushalten und Unternehmen steige weiter. Mit 42 Prozent liege die Take-up-Rate bei Glasfaseranschlüssen zwölf Prozentpunkte über der von Kabelnetz-Anschlüssen (30 Prozent). Die Corona-Pandemie habe zusätzlich einen starken Einfluss auf die Nachfrage nach schnellem Internet. 49 Prozent der Bestandskunden fragten nach einem Tarif-Upgrade mit höherer Bandbreite. Auch bei 43 Prozent der Neukunden stellten die Netzbetreiber einen Bedarf an höherwertigen Anschlussprodukten fest. Die Zuverlässigkeit/Stabilität sowie die Download-und Uploadbandbreite seien für Privat- und Geschäftskunden in der aktuellen Situation zu besonders wichtigenMerkmalen des gebuchten Internetvertrags geworden. Geschäftskunden schätzten zudem die Sicherheit der Verbindung als immer wichtiger ein.
75 Prozent eigenwirtschaftlicher Ausbau
Trotz laufender Förderprogramme erfolgten 75 Prozent aller Ausbauprojekte eigenwirtschaftlich. Deshalb gelte es, die Rahmenbedingungen für den eigenwirtschaftlichen
Ausbau weiter zu verbessern und Bürokratie abzubauen, so Westphal. Dennoch
sei staatliche Förderung als Ergänzung wichtig, müsse aber dosiert
und nur dort eingesetzt werden, wo die Versorgung der Bürger und
Unternehmen besonders schlecht sei.
Claudia Boss-Teichmann 01.09.2020

