ANZEIGE

Smart-TV verändert Zuschauerverhalten

Auf der gfu Insights & Trends diskutirten Branchenexperten Mitte Juli 2012 im Roten Rathaus in Berlin, wie die zunehmende digitale Vernetzung das TV-Verhalten der Zuschauer verändern wird. Eine stetig wachsende Anzahl an TV-Geräten ist in der Lage, neben dem klassischen TV-Programm Inhalte darzustellen, die über den Breitbandanschluss geliefert werden. Laut einer, auf der Veranstaltung erstmals vorgestellten, repräsentativen Studie des ZVEI (Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.), ist bereits jedes fünfte Hauptgerät in deutschen Haushalten ein solcher Smart-TV. Diese neue Generation der Fernsehgeräte ermöglicht es dem Zuschauer, beispielsweise auf Mediatheken, Videoportale, soziale Netzwerke oder Informationsdienste wie Nachrichten und Wetterberichte zuzugreifen.
Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, prognostizierte, dass Smart-TVs einen Wandel bei der Mediennutzung anstoßen, der vergleichbar ist mit den Veränderungen, die auf die Markteinführung von Smartphones
folgten. Hans-Joachim Kamp, Vizepräsident des ZVEI, stellte in seinem Vortrag einige Ergebnisse der jüngst durchgeführten ZVEI-Studie zum (smarten) TV-Verhalten der Deutschen dar. Zwar stellte die Studie fest, dass der Fernseher längst seine Exklusivität bei der Wiedergabe von bewegten Bildern verloren hat – drei Viertel der Deutschen betrachten Videos auch über andere Geräte wie PCs oder Smartphones –, doch ist der Fernseher nach wie vor das am häufigsten genutzte elektronische Gerät. Nur die jungen Befragten bis 25 Jahre verbringen mehr Zeit vor dem (mobilen) PC als vor dem Fernseher.
Einen Grund für die zusätzlich vor dem TV verbrachte Zeit sieht Medienexperte Jürgen Sewczyk von der Deutschen TV-Plattform in den offensichtlichen Nutzervorteilen durch die Smart-TVs: „Mit dem europäischen Standard HbbTV lassen sich im laufenden Programm einfach durch das Drücken des roten Knopfes auf der Fernbedienung sendungsbezogene zusätzliche Inhalte, Mediatheken oder viele andere Dienste abrufen. Darüber hinaus werden durch die Herstellerportale zusätzliche Vielfalt sowie auch E-Commerce, interaktive Werbung und Video on Demand über das Fernsehgerät möglich.“
ZDF-Produktionsdirektor Dr. Andreas Bereczky konnte vermelden, dass die ZDF Mediathek derzeit etwa 440 Millionen Sichtungen pro Jahr und ein jährliches Wachstum von 30 Prozent verzeichnet. „Die Zuschauer entdecken zunehmend, dass die interaktiven Dienste das Programm attraktiver machen. Für das ZDF heißt das: wir werden auf der Basis des Standards HbbTV immer mehr interaktive Inhalte anbieten.“
 

Weitere Webseiten