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ZVEI-Fachverband Satellit & Kabel: Optimistisch für 2012

Die Abschaltung der analogen Satellitenübertragung über das Astra-Satelliten-System am 30. April 2012 gab positive Impulse für den Markt des professionellen Satellitenempfangs, der Set-Top-Boxen und der Komponenten für Kabelnetze. So erzielte die Branche 2011 mit 720 Millionen Euro (zu Abgabepreisen) einen um 16 Prozent höheren Umsatz als im Vorjahr. Auch das erste Halbjahr 2012 profitierte mit einem Plus von 25 Prozent noch von der Sonderkonjunktur der Analogabschaltung. Für das zweite Halbjahr erwarten die Mitgliedsfirmen des ZVEI-Fachverbands Satellit & Kabel (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) einen weniger umsatzstarken Geschäftsverlauf, so dass das Gesamtjahr 2012 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau abgeschlossen werden kann.

"Das Jahr 2011 und das erste Halbjahr 2012 waren von einem regelrechten Boom bei Kopfstellen und Receivern gekennzeichnet. Die Analogabschaltung hat unserer Branche über 18 Monate eine starke Sonderkonjunktur für Kopfstellen und die Komponenten für den Satelliten-Empfang mit Zuwächsen von teilweise mehr als 100 Prozent gebracht“, erklärte Herbert Strobel, Geschäftsführer der ASTRO Strobel Kommunikationssysteme GmbH und Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Satellit & Kabel anlässlich des 8. Pressegesprächs des Fachverbands vor Fachjournalisten in Weimar. „Aktuell verzeichnen wir eine starke Nachfrage nach Komponenten für den HDTV-Empfang, der vom deutlich gesteigerten Programmangebot auf mehr als 50 Sender ab dem 30. April 2012 profitiert. Mehr als 50 Prozent der deutschen Haushalte empfangen aktuell HDTV“ stellte Strobel weiter fest. Im Kabelbereich erwarten wir weitere Impulse durch geplante Investitionen der Kabelnetzbetreiber, also unserer Kunden, in Höhe von mehr als 850 Millionen Euro“, so Herbert Strobel abschließend.

Ein rundum positives Fazit kann die Branche nach der Analogabschaltung vom 30. April 2012 ziehen. „Das teilweise befürchtete Chaos nach dem Abschalttermin ist ausgeblieben, weil alle Beteiligten - Sender, Handel, Medien, Verbände, Industrie, die AG SAT und das Projektbüro „klardigital“ – einen richtig professionellen und perfekten Job gemacht haben“, konstatierte Fred Hübner, Geschäftsführer der GSS Grundig Sat Systems GmbH, Vorstandsmitglied des Fachverbands Satellit & Kabel und Vorsitzender des Vorstands der AG SAT. Laut Hübner berge die Analogabschaltung auch zukünftig noch Potenzial, da bei einem nicht unerheblichen Teil der Empfangsanlagen das digitale Signal wieder in ein analoges PAL-Signal gewandelt werde. Er fordert deshalb, die weitere Forcierung des analogen PAL-Standards zu stoppen. Die deutlich gestiegene Nachfrage nach Bandbreiten für HDTV und 3D-TV sowie die wichtige Möglichkeit zur Energieeinsparung mit digitalen Signalen sprechen gegen den in die Jahre gekommenen analogen PAL-Standard.

Nach der Analogabschaltung hat die Branche keine Zukunftsängste. HDTV, 3D-TV, neue hoch auflösende Standards (4k, ultra HD), IP-basierte Übertragung, drahtlose Netze, optische Übertragung sowie die vermehrte Integration der Programmversorgung in das Gebäudemanagement bergen großes Potenzial. Darüber hinaus gilt es, fortschrittliche Weiterentwicklungen wie DVB-T2, DVB-C2 und DAB+ zu unterstützen.

Kabel ist Speerspitze des Breitbandausbaus. „Im Wettbewerb unter den Breitband-Anbietern punktet weiterhin das Breitbandkabel. So konnte der Anteil der kabelbasierten Breitbandanschlüsse im letzten Jahr erneut auf nun 13,3 Prozent gesteigert werden“, führte Axel Sihn, Geschäftsführender Gesellschafter der Wilhelm Sihn Jr. GmbH & Co KG (WISI) und stellvertretender Vorsitzender Fachverbands Satellit & Kabel, aus. 61 Prozent der Zuwächse an Breitbandanschlüssen in Deutschland entfielen 2011 auf das Kabel, 33 Prozent auf die Deutsche Telekom und knapp sechs Prozent auf alternative, zumeist DSL-Anbieter. Mit dem Netzausbau nach DOCSIS 3.0 werden die Kabelnetzbetreiber bis Ende 2013 zwei Drittel aller deutschen Haushalte mit mindestens 100 Mbit/s versorgen können. „Allerdings müssen sich die Kabelnetzbetreiber den sich ändernden Marktbedingungen und Kundenanforderungen stellen. Das bedeutet, sie müssen ihren Kunden die Inhalte, die sie wünschen, aus jeder Quelle an möglichst jedes Endgerät in jedem Netz liefern können“, forderte Sihn.

„Die IP-Technik eröffnet zahlreiche Vorteile bei der Signalverteilung und der Ausstattung von Empfangsanlagen. Sie bietet damit ein großes Marktpotenzial“, sagte Reiner Hofmann, Geschäftsführer der Blankom Antennentechnik GmbH und Vorstandsmitglied des Fachverbands Satellit & Kabel. IP-Systeme sind jederzeit per Software erweiter- und anpassbar. Sie ermöglichen Interaktivität und die vollständige Kontrolle aller Funktionen für Diensteanbieter und Endkunden. Speziell für Hotels gibt es bereits eine Vielzahl an Applikationen wie z.B. VoD.

„Der Verbreitung von IP-Netzen kommt entgegen, dass heute so gut wie alle Endgeräte eine Netzwerkschnittstelle haben“, erklärte Ralf Exler, Entwicklungsleiter Receiver, Kathrein Werke, Leiter der Technischen Kommission und Mitglied im erweiterten Vorstand des Fachverbands Satellit & Kabel. „Zudem kann ein IP-Netzwerk alle Dienste übertragen. Als Transportstrecken stehen im Haus viele Wege zur Verfügung, wie das Stromnetz, die Koax-Leitungen, drahtloses W-LAN oder Ethernet-Leitungen“, erläuterte Exler. IP-Netze ermöglichen die aktuellen Trends „Multi Device“ und „Multi Screen Experience“, also die Nutzung aller Inhalte und Dienste auf einer Vielfalt von individuellen Endgeräten.
 

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