
Jean-Pascal Roux warb auf dem FRK-Kongress für eine Zusammenarbeit der kleineren und mittleren Kabelnetzbetreiber mit der Deutschen Telekom (Archivfoto: Deutsche Telekom)
Deutsche Telekom: "Im Schulterschluss mit Kabelnetzbetreibern regionale Märkte erschließen"
29.09.2020 - Offensiv für eine Zusammenarbeit der kleineren und mittleren Netzbetreiber mit der Deutschen Telekom hat Jean Pascal Roux auf dem Breitbandkongress des Fachverbandes Rundfunk- und BreitbandKommunikation e.V. (FRK) in Leipzig geworben. "Wir möchten mit Kabelnetzbetreibern kooperieren und mit Ihnen im Schulterschluss regionale Märkte erschließen", sagte Roux, der bei der Telekom Senior Vice President Wohnungswirtschaft und Breitbandausbau Geschäftskunden ist, auf dem Branchentreffen. Sein Angebot gelte auch für Tele Columbus, betonte Roux. Es müsse der Marktmacht des größten Kabelnetzbetreibers – der Vodafone – etwas entgegengesetzt werden.
Die Telekom biete sich als Signalvorlieferant für das TV-Signal auf Glasfaser- oder DOCSIS-Basis oder als Zulieferer ihres Fernsehproduktes "Magenta TV" den Kabelnetzbetreibern (KNB) an. "Wir bringen die beste TV-Grundversorgung mit dem Medium, das Sie haben wollen, zu Ihren Kunden", so Roux. Die Stärken der kleinen und mittleren KNB sieht der Telekom-Manager in deren regionaler Nähe zum Kunden, ihrer engen Kundenbindung und der Möglichkeit, flexibler auf Kundenwünsche einzugehen, als dies einem bundesweit agierenden Konzern möglich sei.
DOCSIS 3.1 soll bis Ende des Jahres ausgerollt sein
"Wir wollen unser Produkt Magenta TV ins Kabel bringen", so Roux weiter. Er kündigte an, dass es dafür eine Set-Top-Box- oder Stick-Lösung bis Ende des Jahres geben werde. Die Telekom plane weiterhin, bis zum Ende des Jahres bundesweit DOCSIS 3.1 in ihren Netzen auszurollen.
Außerdem machte Roux auf die vielfältigen Digitalisierungslösungen aufmerksam, welche die Telekom den KNB anzubieten habe: Produkte wie zum Beispiel digitale Haustafeln, Schließsysteme oder Telemetrie könnten diese wiederum an ihre Kunden aus der Wohnungswirtschaft vermarkten.
Angebot einem Praxistest unterziehen
Der FRK-Vorsitzender Heinz-Peter Labonte schlug vor, die Tragfähigkeit des Telekom-Angebots in einem Pilotprojekt mit einem FRK-Mitgliedsunternehmen zu testen. In der Vergangenheit habe man schlechte Erfahrungen mit großen Betreibern gemacht. Roux versicherte, die Endkundenbeziehung bliebe im Falle einer Kooperation beim KNB. Es gebe bereits FRK-Mitglieder, so Roux, "die Signale bei uns einkaufen und mit uns regional kooperieren."
Der FRK-Breitbandkongress fand vom 28.-29.09. in Leipzig als "Live-Veranstaltung" statt. Mit 54 Ausstellern und rund 300 Fachbesuchern an den beiden Tagen war er ausgebucht. Der Veranstalter hatte dafür in Zusammenarbeit mit dem Kongresshotel H4 ein Hygienekonzept erarbeitet.
Lesen Sie zu den Plänen der Telekom im Bereich Wohnungswirtschaft und den Kooperationsangeboten an die KNB das ausführliche Interview mit Jean Pascal Roux in Cable!vision 4/2020: "Wir wollen den Mittelstand schützen und stärken".
Claudia Boss-Teichmann 29.09.2020

