
Glasfaser Nordwest startet Vermarktung seines Wholesale-Only-FTTH-Netzes
05.10.2020 - Glasfaser Nordwest, ein Joint Venture von EWE AG und Telekom Deutschland GmbH, nimmt in den ersten Regionen sein FTTH-Netz in Betrieb. Nach Angabe des Unternehmens ist dies das bundesweit erste Whoelsale-Only-FTTH-Netz. Die Unternehmen, welche das Netz bei Marktstart nutzen sind Telekom Deutschland und EWE (inkl. der Marken swb und osnatel). Weitere Kooperationen werden ansgestrebt, so Glasfaser Nordwest. Das Joint Venture war Mitte Januar 2020 an den Start gegangen.
Die Open-Access-Infrastruktur zeichnet sich dadurch aus, dass sie für alle Telekommunikationsanbieter diskriminierungsfrei und zu gleichen Konditionen geöffnet wird. Die Vermarktung des Netzes führt Glasfaser Nordwest hauptsächlich in Form von Layer-2-BSA-Vorleistungsprodukten durch. Sobald ein Anbieter eine Partnerschaft mit Glasfaser Nordwest eingeht, kann er uneingeschränkt auf das Glasfasernetz zugreifen und eigene Endkundenprodukte darüber anbieten.
Mehr Marktdynamik und Anbietervielfalt
Oliver Prostak, CEO Glasfaser Nordwest: "Für den Breitbandmarkt ist dieses Konzept ein großartiges Zeichen. Wir sind der erste reine FTTH-Infrastrukturanbieter, der keine eigenen Endkundenprodukte vertreibt und sein Netz allen Anbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung stellt. Dieses Konzept wird für neue Dynamiken auf dem Markt sorgen und kann unmittelbar dazu beitragen, dass sich der Glasfaserausbau im Nordwesten schneller entwickelt."
Christoph Meurer, CEO Glasfaser Nordwest: "Die Endkunden in unseren Ausbaugebieten haben durch das Open-Access-Modell die Möglichkeit, aus mehreren Telekommunikationsanbietern zu wählen. Unser Ziel ist es, schon bald neue Kooperationen zu schließen und neben EWE und Telekom noch weitere Telekommunikationsunternehmen auf unser Netz zu bekommen. Dadurch entstehen für die Menschen im Nordwesten noch mehr Freiheiten bei der Anbieterwahl."
Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro
In zwölf Kommunen baut Glasfaser Nordwest die neue Infrastruktur aus. Anfang Oktober wurden nun die ersten Kunden in den Pilot-Kommunen Belm und Cloppenburg an das Netz von Glasfaser Nordwest angeschlossen. Über die FTTH-Anschlüsse sind Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s möglich. In den kommenden zehn Jahren sollen bis zu 1,5 Millionen weitere Kunden im Nordwesten folgen. Der Glasfaserausbau wird rein eigenwirtschaftlich und somit ohne öffentliche Fördermittel durchgeführt. Hierfür werden die Gesellschafter EWE AG und Telekom Deutschland GmbH bis zu zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen.
Claudia Boss-Teichmann 05.10.2020

