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Bei Vodafone sollen keinen neuen Gewerbegebiete in die Glasfaser-Vorvermarktung aufgenommen werden (Foto: Vodafone)

Vodafone ändert Strategie beim Glasfaserausbau

30.11.2020 - Nachdem Vodafone Deutschland mehrfach erklärt hatte, sie wolle neben Mobilfunk und Kabel-TV-Netzen auch stark in eigenständige Glasfasernetze bis hin zum Kunden investieren, ändert sich nun die Strategie. Das geht aus einer internen E-Mail des Managements hervor, über die die Düsseldorfer "Rheinische Post" am 26.11. berichtete. Dem Schreiben zufolge werden nun "keine neuen Gewerbegebiete in unsere Vorvermarktung" aufgenommen. Beim Erschließen von Wohngebieten werde man nur noch "äußerst selektiv vorgehen". Man wolle nur noch "jene Projekte angehen", die "uns auch in der Erweiterung und Aufrüstung" des bundesweiten Kabelnetzes helfen. Alle vereinbarten Glasfaserprojekte, bei denen bundesweit 23.000 Unternehmen und 150.000 Haushalte angeschlossen werden sollen, würden abgeschlossen, erklärte ein Sprecher der Zeitung auf Anfrage. Vodafone ergänzte, es werde weiterhin Glasfaser gebaut, aber vorrangig, um die eigenen Kabelnetze zu versorgen: "Dem Bandbreitenhunger wollen wir mit Investitionen gerecht werden. Dafür widmen wir künftige Teile unserer bisherigen Glasfaseraktivitäten jetzt um."

Damit fährt Vodafone seine bisher verfolgte Glasfaser-Ausbaustrategie deutlich zurück: Noch Anfang diesen Jahres war geplant, bis 2025 im Rahmen von ‚GigaGemeinde‘ rund eine Million Glasfaser-Anschlüsse in ländlichen Gemeinden in Betrieb nehmen. Und bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres (also bis Ende März 2021) sollen deutschlandweit rund 35.000 Unternehmen hochmoderne Glasfaser-Anschlüsse buchen können, hieß es noch im September.

Grund für den Strategiewechsel sollen dem Medienbericht zufolge Schwierigkeiten sein, die hohen Bandbreiten bis zu 1 Gbit/s insbesondere in Spitzenseiten flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Dies deute auf Engpässe im Backbone-Netzwerk hin, die mit einem gezielten Glasfaser-Ausbau beseitigt werden könnten.

Vodafone teilt in einer Stellungnahme zum Strategiewechsel mit: "Beim Glasfaserausbau für Gemeinden und Gewerbeparks werden wir vollen Fokus auf den Ausbau aller Projekte unserer Pipeline legen – und liefern, was man von uns erwartet. Dies wird rund anderthalb Jahre in Anspruch nehmen.

Da wir aber zusätzlich mehr Glasfaser ins Kabel bringen wollen werden wir unser Glasfaser-Neugeschäft hauptsächlich auf geförderte Gemeindeprojekte fokussieren, genau wie auf Gewerbegebiete auf Basis großer Kundennachfrage. In diesem Zuge werden wir Teile unserer Glasfaser-Aktivitäten und Teams umwidmen und bringen sie ins Kabel ein.

Damit bauen wir in den nächsten anderthalb Jahren mehr Glasfaser in Gemeinden und Gewerbegebieten und ziehen zugleich mehr Glasfaser ins Kabelnetz als je zuvor."


 

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