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Die Tele-Columbus-Zentrale in Berlin (Foto: Tele Columbus)

Tele Columbus soll von Infrastrukturinvestor übernommen werden

22.12.2020 - Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus soll übernommen werden. Die Kublai GmbH will den Kabelnetzbetreiber für 3,25 Euro je Aktie übernehmen, wie Tele Columbus am 21. Dezember mitteilte. Die Bieterin ist eine Gesellschaft des Infrastrukturinvestors Morgan Stanley Infrastructure Partners.

Angestrebt sei eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus eine Aktie. Die Annahmefrist des Angebots soll sechs Wochen betragen. Mit dem Abschluss werde im zweiten Quartal 2021 gerechnet, teilte Tele Columbus weiter mit. Vorstand und Aufsichtsrat von Tele Columbus begrüßen das Übernahmeangebot. "Tele Columbus kann durch diese Transaktion den geplanten Ausbau der überlegenen Glasfaserinfrastruktur im Interesse von Kunden und Partnern umsetzen, das Unternehmen nachhaltig zukunftsfähig ausrichten und damit Arbeitsplätze sichern", so Tele Columbus.

Großaktionäre stehen Übernahme positiv gegenüber

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung soll am 20. Januar zudem eine Bezugsrechtskapitalerhöhung in Höhe von 475 Millionen Euro auf den Weg gebracht werden. Kublai hat den Angaben zufolge den Kapitalerhöhungsbetrag bei Erfolg des Übernahmeangebots garantiert. Durch die Transaktion soll die Netto-Verschuldung von Tele Columbus erheblich reduziert werden.

Die Erfolgsaussichten für die Übernahme sind gut, da zwei Großaktionäre der Tele Columbus dem Angebot positiv gegenüber stehen. United Internet unterstützt das Angebot und will bei dessen Erfolg seinen Anteil von 29,90 Prozent an Kublai abgeben. Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet AG, sagt: "Als Ankeraktionär begrüßen wir, dass Tele Columbus eine nachhaltige Lösung zur Schaffung einer soliden Kapitalstruktur gefunden hat, die es dem Vorstand erlaubt, die Fiber-Champion-Strategie erfolgreich umzusetzen."

Rocket Internet, die rund 13,36 Prozent der Anteile an Tele Columbus hält, hat eine unwiderrufliche Andienungsverpflichtung für das Angebot unterzeichnet.

Vorvertrag für eine Wholesale-Vereinbarung mit 1&1 Drillisch

Mit der durch die Übernahme gestärkten Kapitelbasis plant Tele Columbus, weiter in den glasfaserbasierten Infrastrukturausbau zu investieren. In den kommenden zehn Jahren sollen knapp 2 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur und in den Glasfaserausbau investiert werden. Bis 2030 sollen rund 2 Millionen Haushalte via Glasfaser mit Gigabit-Bandbreiten versorgt werden.

Außerdem sollen zusätzliche Wholesale-Partner gewonnen werden. Tele Columbus hat am vergangenen Wochenende mit 1&1 Drillisch einen verbindlichen Vorvertrag über die Nutzung des Glasfasernetzes von Tele Columbus für die Vermarktung ihrer eigenen Breitbandprodukte geschlossen. Der Wholesale-Vorvertrag steht unter der Bedingung der erfolgreichen Durchführung des Übernahmeangebots. Eine Wholesale-Vereinbarung mit Telefónica Deutschland ist bereits seit Oktober 2019 in Kraft und befindet sich in Umsetzung.

"Der weitere Ausbau von Wholesale-Partnerschaften ist ein wichtiger Bestandteil unserer Fiber-Champion-Strategie, den glasfaserbasierten Breitbandausbau in Deutschland voranzutreiben. Damit steigern wir die Netzauslastung und sichern uns zusätzliche Mittel für Investitionen. Unsere wohnungswirtschaftlichen Kunden sowie deren Mieter profitieren von einer noch größeren Angebotsvielfalt", so Dr. Daniel Ritz, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer der Tele Columbus AG.

Finanzmarkt reagiert positiv

Der Aktienkurs von Tele Columbus stieg nach Bekanntwerden der Übernahme am 21. Dezember weiter an. Börsenexperten bewerten die geplante Übernahme positiv. So hieß es laut einem Bericht von finanzen.net, die Zuführung frischen Eigenkapitals sei die richtige Strategie angesichts der langfristigen Glasfaser-Investitionsambitionen von Tele Columbus.


 

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