
Das Kerngeschäft von Swisscom in der Schweiz ist von intensivem Wettbewerb und Preiszerfall geprägt, so Swisscom-CEO Urs Schaeppi
Swisscom: Leichter Umsatzrückgang und stabiles Ergebnis
4.02.2021 - Die Swisscom, der größte Schweizer Telekommunikations-konzern, hat seinen Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. "In einem herausfordernden Umfeld agierten wir im letzten Jahr mit Erfolg und erzielten bei einem leicht tieferen Umsatz ein starkes Betriebsergebnis", zeigt sich CEO Urs Schaeppi zufrieden.
Bis Ende 2025 soll die Glasfaserabdeckung in Haushalten und Geschäften (FTTH) auf bis zu 60 Prozent ausgebaut werden.
Datenvolumen im Mobilfunk wächst
Das 4G/LTE-Netz von Swisscom deckt per Ende 2020 99 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab. Aktuell versorgt Swisscom 96 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit einer Basisversion von 5G. Ende 2020 verfügt Swisscom über 1239 Antennen in 522 Orten mit der Vollversion 5G+.
Der hohe Wettbewerbs- und Preisdruck im Schweizer Kerngeschäft werde weiter anhalten. Wie bereits angekündigt, hat Swisscom zum Ziel, wie in den Vorjahren auch 2021 und 2022 die Kostenbasis um je CHF 100 Mio. zu senken. Realisiert werden die Einsparungen hauptsächlich über vereinfachte Arbeitsabläufe, effizientere Systeme und eine Reduktion der angebotenen Stellen. Neue Arbeitsplätze würden dagegen in Wachstumsbereichen wie beispielsweise Cloud und Security geschaffen. Insgesamt rechnet Swisscom für 2021, abhängig von der Marktentwicklung, mit einem leicht rückläufigen Stellenangebot in der Schweiz. Mit einer umsichtigen Planung wolle Swisscom einen Rückgang wie bis anhin soweit wie möglich über natürliche Fluktuation und Pensionierungen auffangen oder alternative Lösungen finden. Wie bisher engagiert sich Swisscom zudem stark in der Ausbildung von Lernenden und stellt 2021 rund 900 Lehrstellen bereit.
Der detaillierte Jahresbericht steht auf der Website der Swisscom zur Verfügung.
Hoher Preisdruck im Schweizer Kerngeschäft
Der Konzernumsatz reduzierte sich um 3,1 Prozent auf CHF 11.100 Mio. (Vorjahr: CHF 11.453 Mio), das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg um 0,6 Prozent auf CHF 4.382 Mio. Auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Währungen beträgt der Umsatzrückgang 2,3 Prozent, der EBITDA blieb stabil.
CEO Urs Schaeppi: "Der Erfolg ist umso bemerkenswerter als aufgrund von Covid-19 über 80 Prozent unserer Mitarbeitenden von zu Hause aus arbeiteten und den Betrieb auch bei höherer Netzlast jederzeit sicherstellten. Zudem ist das Marktumfeld weiterhin von aggressiven Promotionen, intensivem Wettbewerb und Preiszerfall im Schweizer Kerngeschäft geprägt."
Die Covid-19-Pandemie habe vor allem die Roaming-Umsätze negativ beeinflusst, die Auswirkungen auf das operative Ergebnis seien insgesamt aber gering geblieben. Im gesättigten Schweizer Kerngeschäft erwirtschaftete Swisscom einen Umsatz von CHF 8.275 Mio. (-3,5 Prozent). Der Umsatzrückgang um CHF 298 Mio. sei vor allem getrieben durch den anhaltenden Preisdruck und die Auswirkungen von Covid-19; rund ein Drittel davon (CHF 89 Mio.) entfällt auf Roaming. Positiv entwickelt sich das Geschäft in Italien: Das Umsatzwachstum bei Fastweb beträgt im Vergleich zum Vorjahr EUR 86 Mio. (+3,9 Prozent).
Breitbandausbau im Festnetz
Ende 2020 hat Swisscom in der Schweiz über 4,4 Mio. oder 82 Prozent der Wohnungen und Geschäfte mit Ultrabreitband (mehr als 80 Mbit/s) erschlossen. Über 3,1 Mio. oder 59 Prozent der Wohnungen und Geschäfte profitieren von schnellen Verbindungen mit mehr als 200 Mbit/s. Bei Geschwindigkeiten von 10 Gbit/s beträgt die Abdeckung rund 32 Prozent. Bis Ende 2021 will Swisscom alle Gemeinden mit Ultrabreitband erschliessen und so auch abgelegenen Ortschaften einen Zugang zu Ultrabreitband ermöglichen.
Bis Ende 2025 soll die Glasfaserabdeckung in Haushalten und Geschäften (FTTH) auf bis zu 60 Prozent ausgebaut werden.
Datenvolumen im Mobilfunk wächst
Das 4G/LTE-Netz von Swisscom deckt per Ende 2020 99 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab. Aktuell versorgt Swisscom 96 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit einer Basisversion von 5G. Ende 2020 verfügt Swisscom über 1239 Antennen in 522 Orten mit der Vollversion 5G+. Das Datenvolumen stieg aufgrund des erhöhten Bedarfs im Mobilfunknetz im Vorjahresvergleich um 29 Prozent. Seit 2010 hat sich das Datenvolumen mehr als verhundertfacht.
Heimvernetzung stark nachgefragt
Ein starkes Wachstum verzeichnet Swisscom in der Heimvernetzung (Smart Home) für die Steuerung beispielsweise von Licht, Musik oder Alarmanlagen. Ende 2020 wurden bereits 340.000 Geräte über die Home App von Swisscom verbunden, fast drei Mal so viel wie ein Jahr zuvor. 250.000 Kunden nutzten die App regelmässig (+39 Prozent). Die My Swisscom App ermöglicht direkten Zugriff auf die laufenden Kosten, Rechnungen und Produkte.
Ausblick 2021: EBITDA von rund CHF 4,3 Mrd.
Swisscom erwartet für das Geschäftsjahr 2021 einen Nettoumsatz von rund CHF 11,1 Mrd., einen EBITDA von rund CHF 4,3 Mrd. sowie Investitionen von rund CHF 2,3 Mrd.
Der hohe Wettbewerbs- und Preisdruck im Schweizer Kerngeschäft werde weiter anhalten. Wie bereits angekündigt, hat Swisscom zum Ziel, wie in den Vorjahren auch 2021 und 2022 die Kostenbasis um je CHF 100 Mio. zu senken. Realisiert werden die Einsparungen hauptsächlich über vereinfachte Arbeitsabläufe, effizientere Systeme und eine Reduktion der angebotenen Stellen. Neue Arbeitsplätze würden dagegen in Wachstumsbereichen wie beispielsweise Cloud und Security geschaffen. Insgesamt rechnet Swisscom für 2021, abhängig von der Marktentwicklung, mit einem leicht rückläufigen Stellenangebot in der Schweiz. Mit einer umsichtigen Planung wolle Swisscom einen Rückgang wie bis anhin soweit wie möglich über natürliche Fluktuation und Pensionierungen auffangen oder alternative Lösungen finden. Wie bisher engagiert sich Swisscom zudem stark in der Ausbildung von Lernenden und stellt 2021 rund 900 Lehrstellen bereit.
Der detaillierte Jahresbericht steht auf der Website der Swisscom zur Verfügung.
Claudia Boss-Teichmann 05.02.2021

