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Dem Glasfaserpakt Sachsen-Anhalt sind auch überregionale Player wie 1&1 Versatel, Deutsche Glasfaser und Tele Columbus beigetreten (Symbolbild Glasfaserausbau; Foto: Shutterstock/ThomBal)

Glasfaserpakt: Sachsen-Anhalt will bei Gigabitanschlüssen aufholen

08.02.2020 - Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat mit 21 Telekommunikations-Unternehmen und zwei weiteren Partnern (ARGE-Breitband Landkreis Börde und Zweckverband Breitband Altmark) den "Glasfaserpakt Sachsen-Anhalt" unterzeichnet. Darin vereinbaren die Vertragspartner, ihre Anstrengungen beim Ausbau ultraschneller Breitbandnetze in den kommenden Jahren weiter zu verstärken.

Auch überregionale Telekommunikationsunternehmen sind dabei

Zu den unterzeichnenden Telekommunikationsunternehmen gehören neben regionalen Anbietern wie Stadtwerken auch überregionale Player wie 1&1 Versatel, Deutsche Glasfaser und Tele Columbus. Sie bekennen sich im Pakt dazu, in den Glasfaserausbau in Sachsen-Anhalt zu investieren und dabei verstärkt zu kooperieren. Darüber hinaus soll die Mobilfunkversorgung durch Glasfaseranbindung von Mobilfunkstandorten verbessert sowie die Gigabit-Versorgung von Gewerbegebieten und -standorten vorangetrieben werden. Im Gegenzug will das Wirtschaftsministerium die Investitionsbedingungen weiter verbessern, etwa durch Beschleunigung von Genehmigungsverfahren beim Glasfaserausbau, durch kostenlose Bereitstellung von amtlichen Geodaten für Planungszwecke und durch die Förderung kostensenkender Verlegeverfahren.

Mit angestoßen wurde der Glasfaserpakt durch den Branchenverband BREKO - Bundesverband Breitbandkommunikation, dem einige der Unterzeichner als Mitglieder angehören. BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers sagte: "Der Pakt setzt an drei wichtigen Punkten an, die den Ausbau der einzig zukunftssicheren und gleichzeitig nachhaltigen digitalen Infrastruktur voranbringen: Kooperationen, schnellere und standardisierte Genehmigungsverfahren und die Anerkennung alternativer Verlegemethoden."

Die Unternehmen und Partner, die den "Glasfaserpakt" unterzeichnet haben, stellen in Sachsen-Anhalt derzeit ca. 500.000 Breitbandanschlüsse bereit. Sie nutzen dafür Glasfaserinfrastrukturen in einem Umfang von mehr als 5.000 Kilometern. Für die kommenden Jahre haben sie weitere Glasfaserinvestitionen im deutlich dreistelligen Millionenbereich in Sachsen-Anhalt angekündigt, um aktuellen und künftigen Kunden perspektivisch weitere Gigabitanschlüsse anbieten zu können.

Breitbandausbau in Sachsen-Anhalt

Laut aktuellem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur verfügten Mitte 2020 ca. 82,9 Prozent aller Haushalte in Sachsen-Anhalt über Internetanschlüsse mit Downloadraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Mitte 2016 war es nicht einmal jeder zweite Haushalt (43,9 Prozent). Damit weist Sachsen-Anhalt die höchste Zuwachsrate aller ostdeutschen Flächenländer auf.

Über Anschlüsse mit Downloadraten von mindestens 1 Gigabit pro Sekunde verfügten Mitte 2020 rund 12 Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt. Hier gibt es allerdings noch deutlichen Nachholbedarf, denn der Bundesdurchschnitt lag laut Breitbandatlas bei 55,9 Prozent. In diesem Bereich erwartet das Wirtschaftsministerium bis Ende 2021 einen Zuwachs auf mehr als 30 Prozent, da neben dem laufenden Glasfaserausbau auch mehrere Netzanbieter angekündigt hätten, die Kabelanschlüsse in zahlreichen Haushalten aufzurüsten.

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