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Bei der Keyhole-Technik wird ein kreisrundes Loch in den Asphalt gesägt. Vom Boden des Lochs führt eine horizontale Bohrung ins Haus. (Foto: Deutsche Telekom)

Telekom testet neue Verlegemethode für FTTH

17.02.2021 - Um die Glasfaser schneller ins Haus zu bringen, hat die Deutsche Telekom jetzt in Emmerich am Niederrhein ein neues Verlegeverfahren getestet. Im Stadtteil Elten wurden damit rund 200 Häuser mit FTTH ans Glasfasernetz der Telekom angeschlossen. Das sogenannte Keyhole-Verfahren sei "minimalinvasiv", ohne aufwändige Baugrube könne die Glasfaser wie durch ein Schlüsseloch schnell und umweltschonend zum Kunden kommen, so die Telekom.

Wie funktioniert das Keyhole-Verfahren?

Bei der Schlüsselloch-Technik sägt ein sogenanntes Kronenbohrgerät ein rund 65 Zentimeter großes kreisrundes Loch in den Asphalt oder in eine andere feste Oberfläche – und zwar genau über der Stelle, an der bereits ein Glasfaserkabel der Telekom liegt. Die runde Bohrung vermeidet im Vergleich zu einer eckigen Baugrube Folgeschäden an der Straße. Der Saugbagger, ein gewaltiger Staubsauger, holt danach das Erdreich aus dem Loch – das in seinem Laderaum zwischengelagert wird. Vom Boden des Lochs aus führt eine horizontale Bohrung unterirdisch direkt ins Haus und zum Hausanschluss des Kunden. "Wir erhoffen uns dadurch weniger Aufwand und weniger Verletzungen am Straßenkörper", erklärt Sebastian Schuchall von der Telekom-Technik. Der freigeschnittene Asphaltring, quasi der Deckel, wird später, nach Abschluss der Arbeiten, an der exakt gleichen Stelle wieder eingesetzt.

Das Verfahren wurde in Emmerich von der Firma Tracto-Technik aus Lennestadt im Sauerland angewandt. Mit ihm lassen sich nach Unternehmensangaben Strecken von bis zu 30 Metern überwinden, unterhalb von Wegen, unter dem Garten und durch Mauern bis zum Hausanschluss. Beim Test in Emmerich habe die Bohrung nur eine Stunde gedauert. Am selben Tag komme der Asphalt-Deckel über dem Bohrloch wieder an seinen Platz, der Gehweg oder die Straße sei nach maximal zwei Stunden wieder frei zur Benutzung.

Das Potenzial der FTTH-Verlegemethode?

Philipp Schumacher, Produktmanager bei Tracto-Technik, ist zuversichtlich, dass mit der neuen Technik Hauszuführungen künftig viel schneller und günstiger als bisher gebaut werden können: "Mit dem Keyhole-Verfahren haben wir eine minimalinvasive Bohrtechnik zum Herstellen von Glasfaser-Hausanschlüssen ermöglicht." Ob die neue Methode künftig tatsächlich beim Glasfaser-Regelausbau der Deutschen Telekom zum Einsatz komme, müssten in den nächsten Wochen die Auswertungen der Tests aus Emmerich zeigen: "Wir schauen jetzt natürlich ganz genau auf die Zeit und auf die Kosten. Es ist ja so, dass sich das am Ende des Tages für alle rechnen muss. Aber wenn alles so verläuft, wie wir uns das erhoffen, geht dieses Bauverfahren irgendwann 2021 in die Regelbauweise."

 

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