
5G-Mobilfunkmast von Telefónica in München (Foto: Telefónica Deutschland)
Telefónica Deutschland will 2021 mehr 5G ausbauen
Telefónica Deutschland/O2 will 2021 einen stärkeren Fokus auf 5G und die technologische Transformation seines Netzes legen. Außerdem sollen erstmals auch zwei weitere Frequenzbereiche genutzt werden.
In den vergangenen Wochen hat O2sein 5G-Netz kontinuierlich ausgebaut, es ist jetzt in über 30 deutschen Städten* mit rund 1.000 5G-Antennen verfügbar, teilte das Unternehmen mit
1800 und 700 MHz
Dabei setzt O2 aktuell ausschließlich auf den Frequenzbereich um 3,6 GHz. 2021 sollen rund 6.000 5G-Antennen im Frequenzbereich um 3,6 GHz errichtet werden. Außerdem sind mehrere Tausend weitere 5G-Stationen über 700 MHz und 1800 MHz geplant. Während bei 1800 MHz die im deutschen Markt übliche Dynamic Spectrum Sharing (DSS)-Technologie genutzt wird, die parallel 4G und 5G aussendet, verwendet O2 bei 700 MHz reines 5G.
5G Non-Stand-Alone soll starten
Bisher baut 5G noch auf dem 4G-Standard auf (5G Non-Stand-Alone (NSA)). Für 2021 haben alle Mobilfunknetzbetreiber angekündigt, auf Stand-Alone (SA) wechseln zu wollen. Die Deutsche Telekom hatte im März ihren ersten Standort für 5G NSA in Betrieb genommen. Jetzt bekräftigte Telefónica, 2021 sein 5G SA-Netz zu starten. Beim 5G-Kernnetz habe man sich 2020 für den Netzausrüster Ericsson entschieden und bereits erste 5G-Standalone-Tests erfolgreich durchgeführt.
Als erster deutscher Netzbetreiber habe O2 die herstellerunabhängige Open RAN-Technologie aus dem Labor in sein Livenetz geholt. Seit Dezember 2020 funken Open RAN-Standorte in Landsberg am Lech. Ab Herbst 2021 will O2 weitere Standorte auf Open RAN umrüsten.
Campusnetze
Bei den privaten Netzen sei es dem Unternehmen mit seinen Partnern Ericsson und AWS gelungen, ein 5G-Kernnetz komplett zu virtualisieren und rein in der Cloud zu betreiben. Mit dem cloudbasierten 5G-Kernnetz vereinfache O2 den Aufbau privater 5G-Netze für Geschäftskunden deutlich, da das Kernnetz aus der Cloud kommt und nicht physisch vor Ort aufgebaut und betrieben werden muss, so das Unternehmen.
4G bleibt weiter wichtig
Basis für die weitere Digitalisierung Deutschlands bleibe aber 4G, denn Millionen Kunden nutzen in ihrem Alltag weiterhin das 4G-Netz für ihre digitalen Anwendungen. Daher will O2 auch in diesem Jahr mehrere Tausend neue 4G-Sender aufbauen, und - wie auch die Telekom und Vodafone - bis zum Jahresende die 3G-Frequenzen abschalten.
* In Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dachau, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Erlangen, Essen, Feucht, Frankfurt, Fürth, Hamburg, Heilbronn, Herzogenaurach, Karlsruhe, Köln, Landsberg am Lech, Leinfelden-Echterdingen, Mannheim, Mönchengladbach, München, Münster, Nürnberg, Potsdam, Rosenheim, Röthenbach an der Pegnitz, Stuttgart, Waiblingen und Wuppertal.
Claudia Boss-Teichmann 29.03.2021

