
Telekom-Chef Tim Hoettges auf der virtuellen Hauptversammlung am 1. April (Foto: Deutsche Telekom)
„Digitalisierung auf allen Ebenen ist Pflicht für Europa und Chance für die Telekom“
Dies sei eine Folgerung, die wir aus der Corona-Pandemie ziehen sollten, sagte Telekom-Vorstandsvorsitzender Tim Höttges auf der Hauptversammlung des Bonner Konzerns. Die ordentliche Hauptversammlung der Deutschen Telekom fand am 1. April als virtuelle Veranstaltung statt, infolge der Corona-Pandemie bereits zum zweiten Mal.
Weiter sagte Höttges: "Es gibt Grund zu Optimismus auch in unserer Gesellschaft. Wir können mehr, als wir uns manchmal selbst zutrauen."
Mit klarer Haltung für seine Kunden und für den Netzausbau habe es der Konzern gut durch das Jahr 2020 geschafft. Nicht nur erzielte man mit einem Plus von 25,4 Prozent erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro und ein Plus beim bereinigten EBITDA AL von 41,6 Prozent auf 35 Milliarden Euro. Auch sorgten die zuverlässigen Netze für Stabilität, als viele in Deutschland ins Homeoffice wechseln mussten.
10 Millionen FTTH-Anschlüsse bis 2024
Im Festnetz gehe die Telekom nun den nächsten Schritt: "Glasfaser bis in die Wohnungen. Bis 2024 bekommen zehn Millionen Haushalte allein von uns FTTH. Die Deutsche Telekom wird aber kein neues Monopolnetz errichten. Darum arbeiten wir mit mehreren hundert Partnern zusammen."
In den vergangenen sieben Jahren seien von der Telekom 36 Milliarden Euro in Deutschland in den Netzausbau investiert worden. Jetzt würden die Investitionen in Deutschland nochmal erhöht: auf über 5,5 Milliarden Euro, gerechnet ohne die Ausgaben für Frequenzen.
100 Prozent Klimaneutralität bis 2025
Beim Klimaschutz stehe die Telekom für eine klare Haltung: "Wir kaufen nur noch Strom aus erneuerbaren Energien. Das Netz der Telekom ist zu 100 Prozent grün." Dies reiche dem Konzern aber nicht aus. Deshalb seien die weiter reichenden Ziele angepasst worden. "Für 2030 hatten wir uns vorgenommen: 90 Prozent weniger CO2. Jetzt haben wir festgelegt: Wir erreichen 100 Prozent. Und zwar schon 2025. Dann ist unser eigenes Geschäft klimaneutral. Aber wir wollen noch mehr. Auch die Produkte, die wir kaufen und verkaufen, sollen klimaneutral sein. Also alles, von unseren Gebäuden über die Antennen auf den Masten bis hin zu den Geräten bei den Kundinnen und Kunden. Das erreichen wir 2040. Den sogenannten Scope 3."
Prognose für 2021 bestätigt
Für das laufende Geschäftsjahr wurde die Prognose bestätigt. Das bereinigte EBITDA AL soll 2021 auf rund 37 Milliarden Euro steigen. Der Free Cashflow AL soll rund 8 Milliarden Euro erreichen. Gleichzeitig soll der Umsatz wachsen. Auf Basis der Ergebnisse des abgelaufenen Jahres schlugen Vorstand und Aufsichtsrat eine unveränderte Dividende von 0,60 Euro je Aktie vor.
Claudia Boss-Teichmann 06.04.2021

