
Der Staatssekratär des Niedersächsischen Wirtschaftschaftsministeriums Stefan Muhle sprach zur Digitalisierung der Region (Foto: Stadtwerke Garbsen)
Stadtwerke Garbsen wollen Digitalisierung mit neuer Initiative vorantreiben
Die Stadtwerke Garbsen entwickeln sich zum regionalen Digitalisierungstreiber: Mit digitaler Transformation will der lokale Versorger seine Versorgungsnetze zukunftssicher und Garbsen zu einer modernen Smart City machen. Die Grundlage dafür testen die Stadtwerke Garbsen bereits mit der innovativen Funktechnologie Mioty. Um die Digitalisierung weiter voranzutreiben, haben sie jetzt gemeinsam mit der Stadt und Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft einen Verein gegründet.
"Wirtschaftsstandorte werden sich künftig nur behaupten können, wenn sie sich digital vernetzen. Kleine und mittelständische Unternehmen können so ihre Arbeit einfacher und effizienter gestalten", weiß Garbsens Bürgermeister Dr. Christian Grahl. Auch für die Gesellschaft biete der digitale Ausbau die Chance, den Alltag lebenswerter, sicherer und nachhaltiger zu machen. "Als Stadtwerke kommt uns dabei eine Schlüsselrolle zu. Es ist unsere Aufgabe, Dienstleistungen und Infrastrukturen für das tägliche Leben bereitzustellen, die einen echten Mehrwert für die Gemeinschaft haben", so Daniel Wolter, Geschäftsführer der Stadtwerke Garbsen.
Intelligente Versorgungsnetze schaffen
Bereits Anfang März haben die Stadtwerke Garbsen erste Teile ihrer Versorgungsnetze mit Sensoren ausgestattet, die Daten in Echtzeit an eine Antenne auf dem städtischen Rathausdach senden. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten wollen die Stadtwerke so die neuartige Funktechnologie Mioty vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS auf Funktionalität, Qualität und Stabilität prüfen. Die Funktechnologie soll die Netze für wachsende Anforderungen wie die zunehmende Einspeisung regenerativer Energien rüsten. Derzeit wird ein System zur Messung und Aufzeichnung der aktuellen Stromstärke an Ortsnetzstationen getestet. Damit ist es möglich, in Echtzeit Anschlüsse zu überwachen, Ausbaupotenziale frühzeitig zu erkennen und eventuelle Engpässe zu vermeiden. Auch die Temperatur in der Station und der Zutritt zur Station selbst lassen sich mit intelligenter Software überwachen. Wo aktuell noch Schleppzeiger die maximalen Stromstärken anzeigen, werden die Daten aus den Teststationen über den Mobilfunkstandard GSM (Global System for Mobile Communications) übertragen. Diese Funktechnik wollen die Stadtwerke Garbsen künftig auf Mioty umstellen.Zukunftsprojekt startet in Klassenzimmern
Die Technologie lässt sich auch für Smart-City-Projekte, unter anderem in den Bereichen Mobilität, Verwaltung, Wohnen und Gesundheit, nutzen. Ein erstes Testprojekt ist bereits in Planung: Sensoren in Schulen und Kindertagesstätten messen den Kohlendioxidgehalt und die Luftfeuchtigkeit in Räumen und übermitteln die Daten in Echtzeit an einen Server. Wird die CO2-Konzentration in Schulklassen nach einer gewissen Zeit trotz geöffneter Fenster nicht auf das Ausgangsniveau abgesenkt, löst ein anderes Unterrichtssystem eventuell das Problem. So lässt sich beispielsweise datenbasiert überprüfen, ob eine Unterrichtsdauer von lediglich 30 Minuten sinnvoll ist. Während der Pandemie könnte dieses Modell einen stabilen und sicheren Schulbetrieb jenseits des Homeschoolings ermöglichen.Claudia Boss-Teichmann 08.05.2021

