
1&1 Drillisch und Telefónica vereinbaren National Roaming
Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland hat mit Wettbewerber 1&1 Drillisch am 21. Mai eine langfristige National Roaming Vereinbarung geschlossen. Damit wurden die langwierigen Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen beeendet und eine Einigung über die Preise der bisherigen Netznutzung erzielt. Der Vertrag basiert auf einer bereits im Februar getroffenen Vereinbarung, die einen vierten Mobilfunkbetreiber in Deutschland ermöglicht (siehe CVE Online vom 15. Februar 2021).
Gleichzeitiger Start mit dem Mobilfunknetz von 1&1
Das National Roaming soll gleichzeitig mit dem Mobilfunknetz von 1&1 starten. Kunden von 1&1 Drillisch erhalten dort, wo das 5G-Netz von Drillisch noch nicht ausgebaut ist, Zugang zum 2G- und 4G-Netz von Telefónica. Ab dem 1. Januar 2026 gelten in bestimmten städtischen Gebieten, die bis dahin vom 5G Netz von 1&1 Drillisch versorgt werden sollen, Beschränkungen beim Zugang zu 4G-National-Roaming im Telefónica-Netz, wobei eine Mindestversorgung von bis zu 50 Mbit/s immer sichergestellt sein soll. Die Vereinbarung läuft zunächst bis zum 30. Juni 2025, kann aber bis 2029 und erneut bis 2034 verlängert werden.
Wichtige Etappe auf Weg zum eigenen Netz
Bisher kann 1&1 seinen Kunden kein eigenes Mobilfunknetz anbieten, da er keine Funkmasten hat. 1&1 hatte bei der 5G-Auktion 2019 Frequenzen für rund 1 Mrd. Euro ersteigert. Bis Ende 2022 muss der neue Netzbetreiber 1.000 5G-Basisstationen errichtet und bis Ende 2023 25 Prozent Bevölkerungsabdeckung erreicht haben. Die Roaming-Vereinbarung ist für 1&1 ein wichtiger Schritt zum Aufbau eines eigenen Netzes, da den Kunden nun schon während der Aufbauphase eine flächendeckende Mobilfunkversorgung angeboten werden kann.
Claudia Boss-Teichmann 22.05.2021

