
Sachsen-Anhaltes Wirtschaftsminister Armin Willingmann will den Glasfaserausbau in seinem Bundesland beschleunigen und unterzeichnete dafür einen "Letter of Intent" mit der Deutsche Glasfaser Holding GmbH (Bild: MW_Harald_Krieg)
Sachsen-Anhalt macht beim Glasfaserausbau Tempo
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann und Thorsten Dirks, CEO der Deutsche Glasfaser Holding GmbH, haben am 4. Juni 2021 einen "Letter of Intent" (LOI) zum Glasfaserausbau unterzeichnet. Darin kündigt der Glasfaseranbieter bis zu 300.000 neue Glasfaseranschlüsse in Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2025 an. "Nach dem im Februar abgeschlossenen Glasfaserpakt mit 23 Partnern gehen wir mit der heutigen Absichtserklärung einen weiteren großen Schritt in Richtung Gigabitgesellschaft und flächendeckenden Glasfaserausbau", betonte Willingmann während der Vertragsunterzeichnung. (Weitere Informationen unter: Glasfaserpakt: Sachsen-Anhalt will bei Glasfaseranschlüssen aufholen, CVE Online vom 09.02.2021).
Ausbautempo steigt
In Sachsen-Anhalt baut die Deutsche Glasfaser derzeit Glasfaseranschlüsse für die ersten 22.000 Haushalte aus und bereitet darüber hinaus die FTTH-Erschließung ("Fiber To The Home" – Glasfaser bis ins Haus) weiterer 140.000 Haushalte vor. Dieses Tempo plant die Deutsche Glasfaser in den kommenden Jahren nochmals zu steigern, um bis Ende 2025 insgesamt 300.000 Haushalte mit Glasfaser anzubinden.
Höchste Zuwachsrate aller ostdeutschen Flächenländer
Der Breitbandausbau in dem Bundesland hat sich in den vergangenen Jahren stark beschleunigt: Laut aktuellem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur verfügten Ende 2020 87,5 Prozent aller Haushalte in Sachsen-Anhalt über Internetanschlüsse mit Downloadraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Mitte 2016 war es nicht einmal jeder zweite Haushalt (43,9 Prozent). Demnach weist Sachsen-Anhalt die höchste Zuwachsrate aller ostdeutschen Flächenländer auf. Die „Gigabitquote“ lag Ende 2020 bei 19,1 Prozent.
400 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Sachsen-Anhalt
Zur Ergänzung der Investitionen privater Netzbetreiber stehen in Sachsen-Anhalt zwischen 2015 und Ende 2022 rund 400 Millionen Euro zur Verfügung. Durch Kombination der Fördertöpfe von EU, Bund und Land beträgt der kommunale Eigenanteil höchstens 10 Prozent. Finanzschwache Kommunen können sogar 100 Prozent Förderung erhalten. Privathaushalte werden mit Downloadraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde angeschlossen – Unternehmen in Gewerbegebieten erhalten symmetrische 100 Megabit pro Sekunde (jeweils Up- und Download).
Claudia Boss-Teichmann 08.06.2021

