
Neue Vermarktungskonzepte: EWE TEL regt Breitband-Qualitätssiegel für mehr Verbrauchertransparenz an
In einer Videokonferenz am ersten Tag der ANGA COM DIGITAL zum Thema "Neue Vermarktungskonzepte für Gigabit: Wie steigern wir die Akzeptanz?" regte Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung von EWE TEL, die Einführung eines Prüfsiegels der Breitbandqualität für mehr Verbrauchertransparenz an. Westfal verwies auf ein Ampelsystem, das 2018 in Italien eingeführt wurde. So könne der Kunde besser zwischen verschiedenen Breitbandangeboten – Glasfaser, Koax etc. – und Anbietern unterscheiden.
Zustimmung erhielt Westfal von den Teilnehmern der Konferenz - Caspar Graf von Preysing, Leiter des Gigabitbüros des Bundes, Ruben Queimano, Chief Commercial Officer von Deutsche Glasfaser und Wolfram Rinner, Managing Director von GasLINE. Offen blieb die Frage von Preysings, wer denn die Zertifizierung der Netze vornehme.
Unterschiedliche Vermarktungskonzepte
Unterschiede in der Vermarktung beschrieben Westfal und Queimano für ihre Unternehmen. Während die Deutsche Glasfaser den engen Austausch und die Information der lokalen Bürgermeister und Entscheider als erfolgskritisch für die Investitionsentscheidung ansieht, verwies Westfal auf die bestehende Infrastruktur der EWE TEL. Wegen Open Access sei eine Vorvermarktung wie bei der Deutschen Glasfaser nicht erforderlich. Grundsätzlich sei eine eigene Vorvermarktung nicht entscheidend für die Investitionsentscheidung, so Westfal. Für das Gigabitbüro des Bundes zeigte sich von Preysing zuversichtlich, dass Open Access in der Umsetzung künftig einfacher werden würde. Aus Sicht von GasLINE ist Open Access für den Erfolg im Backbone zwingend notwendig, sagte Rinner.
TKG-Novelle positiv beurteilt
Die jüngst verabschiedete TKG-Novelle beurteilten alle Teilnehmer positiv. Mit Blick auf kleine Immobilienbesitzer setzt die Deutsche Glasfaser ebenfalls auf viel Information und engen Austausch mit den Besitzern. Von Preysing wies auf den BMVI-Leitfaden zu Inhouse-Netzen hin. Der Bund habe diese Netze als "bottleneck" identifiziert, nun gelte es, die Informationen in die Fläche zu bringen. Weitere Zielgruppen seien daher auch Planer und technische Verbände.
Beim Thema "Preis" gehen Deutsche Glasfaser und EWE TEL ähnliche Wege. Kunden können für einen bestimmten Zeitraum verschiedene Bandbreiten ausprobieren und sich dann entscheiden. Dies funktioniere sehr gut. Laut Queimano würden sich mehr als 50 Prozent der Kunden für höhere Bandbreiten entscheiden und viele anschließend dabei bleiben. Auch GasLINE biete seinen Kunden unterschiedliche Modelle zu niedrigen Einstiegspreisen an, so Rinner.
Claudia Boss-Teichmann 08.06.2021

