
Verhaltener Optimismus bei Herstellern von Kommunikationstechnik
Die Hersteller von Kommunikationstechnik zeigen sich verhalten optimistisch für das laufende Geschäftsjahr. Dies ergab eine aktuelle Branchenumfrage des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.). Sorgen bereiten dem Verband zufolge allerdings Probleme bei der Bauteilversorgung, Verzögerung in den Lieferketten und Rohstoffknappheit.
"Der Auftragseingang im Projektgeschäft steigt gegenüber dem Vorjahr. Die sehr gute Baukonjunktur stützt das Geschäft im Großhandel. Vor allem im Bereich der optischen Übertragungstechnik und im Export konnten wir im ersten Quartal zweistellige Zuwachsraten erreichen", erklärte Herbert Strobel, Vorsitzender des Fachverbands Satellit & Kabel im ZVEI. "Die gute Konjunktur gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich dieser Trend im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres fortsetzt." So rechnet laut Branchenumfrage über die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen (55 Prozent) mit einer positiven Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten.
Wachstumshemmnisse durch Lieferprobleme bei Bauteilen und Rohstoffen
Das größte Wachstumshemmnis liegt aktuell in zunehmenden Problemen bei der Bauteilversorgung und deutlichen Verzögerungen in den Lieferketten durch logistische Probleme, wie knappe Frachtkapazitäten. Verzögerungen bereits zugesagter Liefertermine von zwei Monaten sind keine Seltenheit. Sorgen bereitet zudem die Knappheit von Rohstoffen und der deutliche Anstieg von Rohstoffpreisen. Bereits im März dieses Jahres beklagte die Hälfte der Unternehmen erhebliche Probleme bei der Beschaffung von Vorleistungen, insbesondere elektronischer Bauelemente.
Beibehaltung der Umlagefähigkeit der Kosten für den FTTH-Ausbau positiv bewertet
Allen Herausforderungen zum Trotz überwiege bei den Unternehmen die Gewissheit, dass der Kommunikations- und Breitbandinfrastruktur europaweit mehr denn je eine Schlüsselrolle zukomme. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, welchen Wert zuverlässige Breitbandnetze und die hierüber verfügbaren Anwendungen für Gesellschaft und Wirtschaft hätten, so der ZVEI. In diesem Zusammenhang sei die Beibehaltung der Umlagefähigkeit von Kosten für den FTTH-Ausbau im Rahmen des kürzlich novellierten Telekommunikationsgesetzes hervorzuheben, die für Investitionsprojekte der Wohnungsindustrie und Netzbetreiber eine wichtige Planungssicherheit schaffe.
Claudia Boss-Teichmann 09.06.2021

