
KDG, Unity Media und ARD teilen sich die Bundesliga
Das Kabel-Konsortium Arena, an dem unter anderem die beiden Kabelnetzbetreiber Unity Media und Kabel Deutschland (KDG) beteiligt sind, haben sich damit die Pay-TV-Rechte für die kommenden drei Jahre an der Fußball-Bundesliga gesichert. Der bisherige Pay-TV-Partner der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL), Premiere geht damit leer aus.
Das Gesamtvolumen der Übertragungsrechte, die eine Laufzeit von Juli 2006 bis Juli 2009 haben, beläuft sich auf 1,26 Milliarden Euro, pro Saison sind 420 Millionen Euro fällig. Auf Arena kommen Kosten von jährlich rund 240 Millionen Euro zu. Die ARD, die bislang 60 Millionen Euro zahlte, hatte ihr Angebot auf rund 80 Millionen aufgestockt. Die Arena will künftig die Pay-TV-Angebote zur Bundesliga auch über Satellit ausstrahlen, dies war eine der Vertragsvoraussetzungen.
Die Entscheidung der DFL überrascht vor allem deshalb, weil Premiere das höchste Gebot (mindestens 250, angeblich bis zu 280 Millionen Euro) abgegeben hatte, aber trotzdem nicht den Zuschlag bekam. Den Ausschlag gab offenbar Premieres Forderung, dass die Sportschau von ihrem angestammten Platz weichen sollte. Der Liga-Verband entschied sich letztlich jedoch für die Sportschau mit ihrer großen Zuschauerresonanz, die auch ein wichtiges Argument für die Sponsoren der Vereine ist. "Mit dieser Entscheidung ist Premiere vor eine gravierende Zerreißprobe gestellt", sagte Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) der dpa. Es würde in jedem Fall zu einer Neubewertung kommen.
Seit dem Bekanntwerden der DFL-Entscheidung befindet sich der Aktienkurs der Premiere AG im freien Fall – der Kurs fiel zwischenzeitlich um rund 45 Prozent, hat sich aber bis zum frühen Nachmittag wieder leicht erholt und liegt mit 40 Prozent im Minus bei 14,15 Euro. Dies verwundert kaum, da die Bundesliga-Übertragungen ein wichtiges Zugpferd des Pay-TV-Anbieters darstellte. Sogar das HDTV-Angebot des Senders ist von der DFL-Entscheidung betroffen: Premiere wollte jede Woche ein "Topspiel" der 1. Bundesliga in High Definition zeigen.
Wolfgang Posewang 21.12.2005

