
Fuß bleibt auf dem Gaspedal beim Glasfaserausbau in Deutschland
Die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen in Deutschland steigt weiter. Gleichzeitig geht der Ausbau von Glasfasernetzen voran. Die so genannte Glasfaserquote lag zum Jahresende 2020 bei 17,7 Prozent bzw. 8,3 Millionen Anschlüssen. Das geht aus der Marktanalyse hervor, die der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) veröffentlichte. Laut Jens Böcker, wissenschaftlicher Leiter und Autor der Studie, stehen die wichtigsten Kennzahlen des Glasfaserausbaus in Deutschland auf grün. Die hohe Investitionsbereitschaft der Marktteilnehmer werde auch in den nächsten Jahren für ein kräftiges Wachstum bei Glasfaseranschlüssen sorgen, so Böcker.
IPTV und Streaming treiben Datenverbrauch
Der Datenverbrauch stieg im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent pro Haushalt und Monat von 142 Gigabyte auf 200 Gigabyte. Für 2025 wird mit einem Anstieg auf 876 Gigabyte pro Anschluss gerechnet. Damit einher gehe eine steigende Breitbandnachfrage in den nächsten fünf Jahren um das fünf- bis sechsfache, so die Studie. Als Gründe dafür nennt die Studie IPTV und Streaming-Dienste bei den Privatkunden sowie Cloud-Architekturen bei den Geschäftskunden. Für 2021 rechnen die Autoren mit einem Anstieg auf 11,5 Millionen Glasfaseranschlüsse, von denen 7,9 Millionen von alternativen Netzbetreibern realisiert würden. Bis 2024 steige die Zahl weiter auf 26 Millionen Anschlüsse, von denen 16 Millionen auf Wettbewerber der Deutschen Telekom entfallen würden.
Überdurchschnittliche Wachstumsrate bei Glasfaser
BREKO-Präsident Norbert Westfal kündigte an, das Ausbautempo weiter zu erhöhen und forderte für die nächste Legislaturperiode ein Digitalministerium, um Themen mit übergeordneter Bedeutung für die Digitalisierung zu bündeln. Mit Blick auf das Jahr 2020 stieg auch die Kundennachfrage nach Glasfaseranschlüssen stärker als bei anderen Technologien wie Kabel oder DSL. Die Zahl der gebuchten Kundenanschlüsse bei Glasfaser legte um 36 Prozent zu. Deutschlands Wachstumsrate bei Glasfaser sei auch in Europa überdurchschnittlich, so Westfal. Deutschland liegt hier auf dem dritten Platz hinter Frankreich und Italien.
Über 10 Milliarden Euro investiert
Rekordniveau erreichten die Investitionen in die digitale Infrastruktur mit 10,5 Milliarden Euro in 2020. 5,9 Milliarden Euro entfielen auf die alternativen Netzbetreiber. Laut BREKO ist die Finanzierung auch in den kommenden Jahren gesichert. Mindestens 43 Milliarden Euro ständen für den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Deutschland in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung.
Für die BREKO Marktanalyse 2021 wurden deutschlandweit 201 Netzbetreiber im Mai 2021 befragt. Daneben wurden Daten öffentlich zugänglicher Quellen zur Verifizierung sowie zur Ermittlung von Gesamtmarktzahlen herangezogen. Die Marktanalyse kann auf der BREKO-Website heruntergeladen werden.
Claudia Boss-Teichmann 27.07.2021

