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BBV-Geschäftsführer Manfred Maschek, Landrat Christoph Schauder und Bürgermeister Frank Menikheim als Vorsitzender der Bürgermeisterversammlung (im Vordergrund von links) freuten sich ebenso über die Vertragsunterzeichnung wie die Oberbürgermeister, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der weiteren 17 Städte und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises, die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag und Dezernentin Ursula Mühleck nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der BBV Deutschland (Foto: BBV)

Main-Tauber-Kreis schließt Glasfaserkooperationsvertrag mit der BBV Deutschland

Die BBV Deutschland hat mit dem Main-Tauber-Kreis einen Kooperationsvertrag für die flächendeckende Erschließung des gesamten Kreises mit Glasfaser bis in die Gebäude und Liegenschaften unterzeichnet. Die Vereinbarung wurde zwischen der BBV und dem Landrat sowie den Oberbürgermeistern, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der 18 Städte und Gemeinden des Landkreises geschlossen. Die BBV bietet über ihr Netz unter dem Markennamen toni Internet-, Telefonie- und TV-Dienste an.

Vorvermarktungsphase bis Ende April 2022

Die Vereinbarung sieht einen engen Schulterschluss aller unterzeichnenden Parteien bei der Kommunikation, der Vermarktung, der Planung, bei den Genehmigungsverfahren und Tiefbaumaßnahmen des Glasfaserausbaus sowie bei der Nutzung vorhandener Telekommunikationsinfrastruktur vor. Gemeinsames Ziel sei es, die Planung und den Ausbau nach einer erfolgreichen neunmonatigen kreisweiten Vermarktung der toni-Glasfaserprodukte zeitnah anzugehen, so das Unternehmen.

Die geplante Bauzeit beträgt drei bis vier Jahre. Die Projektkosten in Höhe von rund 135 Millionen Euro werden vom Netzbetreiber und seinem Gesellschafter Infracapital komplett ohne Förder- und Steuergelder finanziert.

Voraussetzung für den Ausbau ist ein ausreichendes Interesse an der Zukunftstechnologie. Wenn während der gerade anlaufenden Vorvermarktung mindestens 20 Prozent aller Haushalte und Gewerbebetriebe einen Internetvertrag mit der BBV abschließen, wird ausgebaut, sichert das Unternehmen zu. Benötigt würden bis Ende April 2022 insgesamt 13.198 Verträge. Dabei verfahre das Glasfaserunternehmen nach dem Prinzip "Einer für alle, alle für einen". Denn letztlich zähle das kreisweite Erreichen des Ziels, so die BBV. So profitieren Kommunen mit einer möglichen geringeren Nachfrage von den anderen Kommunen, in denen das 20-Prozent-Ziel übertroffen wird.

Während der Vorvermarktung ist der Haus- und Glasfaseranschluss auf den ersten zehn Metern vom Bürgersteig zur Liegenschaft kostenlos. Für den Bau von Mehrmetern halte die BBV Angebote bereit, auch Eigeninitiative der Immobilieneigentümer sei möglich.

"Historische Chance für kostenneutralen Ausbau"

"Der heutige Kooperationsvertrag bietet dem Main-Tauber-Kreis und allen hier lebenden Menschen die historische Chance für den zeitnahen und für uns alle kostenneutralen Ausbau eines nachhaltigen und zukunftsfähigen flächendeckenden Gigabitnetzes. Für den Gesamtkreis sowie für alle Städte und Gemeinden wäre dies ein gewaltiger Quantensprung als Wohn- und Wirtschaftsstandort sowie im Wettbewerb der Regionen. In den kommenden neun Monaten werden wir alle, der Kreis, die Städte und Gemeinden sowie die BBV gemeinsam die Vermarktung der Glasfaser hier bei uns vorantreiben und die Haushalte und Gewerbebetriebe von deren Vorteil überzeugen. Wir freuen uns über diese richtungsweisende Kooperation und sind fest davon überzeugt, das gemeinsame Ziel im vorgegebenen Zeitraum zu erreichen", betonte Landrat Christoph Schauder bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

Zusammenarbeit mit örtlichen Netzwerken bei der Vermarktung

"Der Main-Tauber-Kreis ist etwa 30 Prozent größer und mit rund 133.000 Einwohnern weniger dicht besiedelt als der benachbarte Neckar-Odenwald-Kreis, in dem wir in den letzten zwölf Monaten in Rekordzeit die Glasfaser vermarktet und schon mit dem Ausbau begonnen haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch hier eine ähnlich hohe oder möglicherweise sogar höhere Zustimmung für die Glasfaser erreichen und dann rasch mit den Planungen und dem Ausbau beginnen können. Neben dem engen Schulterschluss mit dem Landkreis, Städten und Kommunen legen wir sehr viel Wert auf die Zusammenarbeit mit den örtlichen Netzwerken wie Vereinen und Betrieben bei der Vermarktung der Glasfaser. Zudem planen wir die zeitnahe Eröffnung von toni-Shops und Infoveranstaltungen im Kreis, damit sich alle Haushalte und Betriebe ein eigenes Bild von der Glasfaser machen können", erläutert Geschäftsführer Manfred Maschek von der BBV Deutschland.

Ausbauplanung

Im Rahmen des Kooperationsvereinbarung gibt die BBV dem Landkreis sowie allen Städten und Gemeinden eine Ausbaugarantie, wenn die 20 Prozent Vorvermarktungsquote bis zum 30. April 2022 erreicht wird. Nach aktuellem Stand plant die BBV den schrittweisen Ausbau in drei Haupt-Clustern mit insgesamt 46 Subclustern und 168 Ausbaupolygonen. Dabei will das Unternehmen fast 248 Kilometer Backbone-Leitungen, 1.000 Kilometer Längstrassen und rund 117 Kilometer Haustrassen zur Anbindung der Siedlungsflächen in allen 18 Kommunen innerhalb von drei bis vier Jahren verlegen. Da die BBV zudem den Open Access Gedanken verfolgt, steht dann das Netz auch interessierten anderen Anbietern von Telekommunikationsdienstleistungen offen.
Der Landkreis und die Breitbandversorgung Deutschland GmbH wollen den Netzausbau umfassend darstellen. Zum Glasfaserprojekt finden die Bewohner des Kreises Informationen im Internet unter www.main-tauber-kreis.de/breitbandausbau und unter https://bbv-deutschland.de/.

Der Main-Tauber-Kreis wäre damit der zweite Landkreis in ganz Deutschland, der ein privatwirtschaftlich finanziertes, flächendeckendes Glasfasernetz erhält. Lesen Sie dazu auch: Spatenstich für flächendeckenden Glasfaserausbau im Neckar-Odenwald-Kreis (CVE vom 30.06.2021).


 

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