
Erik Søe-Pedersen ist Chief Commercial Officer bei Icotera (Foto: Icotera)
Chipkrise stellt Internet Service Provider vor große Herausforderungen
Die Zeit nach dem Ausbruch von COVID-19 hat in vielen Bereichen zu Problemen in der Lieferkette geführt. Die Telekommunikationsbranche sieht sich aufgrund der anhaltenden Chipkrise besonderen Herausforderungen gegenüber. Cable!vision Europe sprach mit Erik Søe-Pedersen, Chief Commerical Officer bei Icotera, einem Entwickler und Hersteller von Fiber-to-the-Home (FTTH) CPE-Lösungen mit Sitz in Kopenhagen.

Webinar "Understand the CPE Supply Chain", 26. Oktober 2021 um 13 Uhr MESZ, Anmeldelink: https://content.icotera.com/de/webinar-understand-the-cpe-supply-chain-0
Mail: esp@icotera.com
Tel: +45 22 40 60 62
Für mehr Informationen: www.icotera.com
Herr Søe-Pedersen, wie schätzen Sie die aktuelle Situation auf dem Chipmarkt ein?
Die anhaltende Chipknappheit ist eine dynamische Situation, die noch über 2023 hinaus anhalten wird. Die globale Unsicherheit und Lockdowns im Jahr 2020 haben zu einem beispiellosen Anstieg von Remote Work und Home Office geführt und die Nachfrage nach der dafür notwendigen Technik vervielfacht. Gleichzeitig führte in vielen Branchen wie Unterhaltungselektronik und der Automobilindustrie, besonders durch die steigende Akzeptanz von Elektromobilität, der Bedarf an Halbleitern zu einem vollkommenen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Außerdem ist jetzt schon absehbar, dass weitere Ressourcen und Basiskomponenten entlang der Lieferkette zu Engpässen werden.Wie wirkt sich die Chipkrise auf Hersteller von CPE/Telekommunikationsgeräten aus?
Mikrochips befinden sich heute in allem, vom Auto bis zur elektrischen Zahnbürste. Die Digitalisierung hat den Bedarf an Chips für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche, z.B. IoT, Smart Home noch vergrößert. Ebenso ist so gut wie jedes Netzwerkgerät auf Chips angewiesen. Daraus ergeben sich zwangsläufig konkurrierende Lieferketten. Große Chiphersteller haben ihre Aktivitäten deshalb in andere Branchen mit höheren Gewinnmargen verlagert. Hersteller von CPE stehen also nicht mehr nur mit Wettbewerbern aus der eigenen Branche in Konkurrenz um Chips, sondern müssen vermehrt mit anderen Branchen konkurrieren. Außerdem kämpfen Chiphersteller mit längeren Vorlaufzeiten für erforderliche Komponenten, so dass die Produktionszeiten und -kosten für Hersteller von Netzwerkkomponenten steigen und sich damit die Lieferzeiten der Geräte verzögern.ISP sind direkt abhängig von Herstellern von Netzwerkgeräten, um ihre Kunden mit CPE zu versorgen. Welche Auswirkungen ergeben sich für ISP?
Die weltweite Chipkrise wird sich nicht kurzfristig beheben lassen. Deshalb sind langfristige Strategien erforderlich, um das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen. Die anhaltende Situation zeigt die Anfälligkeit von Lieferketten nicht zuletzt in der Logistik. Mitte 2020 stieg das weltweite Frachtaufkommen wieder sprunghaft an. Eine reduzierte Anzahl von Containern durch überfüllte Häfen sorgt nun für steigende Transportkosten und Wartezeiten. Der Schlüssel für ISP liegt in einem sehr engen Dialog mit den Herstellern von Netzwerkgeräten, um durch gute Vorausplanung, frühzeitige Bestellungen und Flexibilität bei der Produktauswahl lieferfähig zu bleiben.Welche Maßnahmen ergreifen Sie in Ihrem eigenen Unternehmen?
Um auf die wechselnden Bedingungen am Markt reagieren zu können, müssen Unternehmen heute agil arbeiten. Wir haben uns schon zu Beginn der Krise durch langfristige Vorausplanung und enge Beziehungen zu unseren Chipherstellern große Mengen der benötigen Bauteile weit über den damaligen Bedarf hinaus gesichert, um auch langfristig lieferfähig zu bleiben. Gleichzeitig waren unsere Entwickler schnell in der Lage, die Software unserer Geräte auf verschiedene Chipsätze anzupassen. Dieser Vorteil verschafft uns eine stabile Marktposition in einem konsolidierenden Markt mit sich verschiebenden und verbleibenden Volumen.Welche Strategien können ISP helfen, einen zuverlässigen Anbieter zu finden?
Bei Icotera arbeiten wir eng mit einem Netzwerk an Chipherstellern zusammen, die weniger von der anhaltenden Krise betroffen sind als die großen Namen der Branche. Wir beraten unsere Kunden dabei, einen Hersteller zu finden, dessen Technologie weitestgehend verschont geblieben ist.Außerdem bieten unsere Experten bei Icotera regelmäßig Informationsangebote rund um FTTH und aktuelle Themen der Branche. Unser nächstes Webinar "Understand the CPE Supply Chain" erklärt, wie Anbieter von CPE vorgehen sollten, um sicherzustellen, dass weiterhin Neu- und Bestandskunden im Netz bedient werden können. Darüber hinaus behandelt das Webinar die richtige Vorausplanung und Transportmanagement, um Engpässe zu vermeiden und eine rechtzeitige Verfügbarkeit zu gewährleisten. Teilnehmer erhalten einen Überblick darüber, welche Technologiekomponenten am wenigsten von den Problemen betroffen sind.

Autor
Erik Søe-Pedersen, Chief Commercial Officer, IcoteraMail: esp@icotera.com
Tel: +45 22 40 60 62
Über Icotera
Icotera ist Entwickler und Hersteller von Fiber-to-the-Home (FTTH) CPE-Lösungen mit Sitz in Kopenhagen. Das Unternehmen beliefert Kunden in Skandinavien und Westeuropa mit FTTH-Gateways, Managed-Ethernet-Routern und Access Points, die für End-to-End-Echtzeit-Netzwerk- und In-Home-WLAN-Monitoring optimiert sind. Mit seinen fast 100 Mitarbeitern hat Icotera es sich zur Aufgabe gemacht, Betreibern von Glasfasernetzen maßgeschneiderte, flexible und kosteneffiziente Lösungen anzubieten, die individuellen Anforderungen gerecht werden.Für mehr Informationen: www.icotera.com
Claudia Boss-Teichmann 20.10.2021

