In den Flutgebieten baut die Telekom jetzt Glasfaser bis zum Haus
Die Telekom wird ihr zerstörtes Kupfer-Netz in den Hochwassergebieten durch Glasfaser neu aufbauen und die alte Infrastruktur nicht wieder instand setzen. "Unmittelbar nach der Flutkatastrophe waren in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz rund 103.000 Festnetzanschlüsse ausgefallen, von diesen sind mittlerweile mehr als 95 Prozent wieder funktionsfähig. Bei ca. 4.000 Anschlüssen ist der Zerstörungsgrad so groß, dass es nicht möglich ist, sie auf Kupferbasis wieder aufzubauen. Hier werden wir den Hausanschluss auf FTTH-Basis neu bauen. Insgesamt werden wir in den Hochwassergebieten in den kommenden zwölf Monaten rund 40.000 Haushalte und Unternehmensstandorte per Glasfaser direkt anschließen", teilte das Kommunikationsunternehmen auf Anfrage von Cable!vision mit.
Für Eigentümer kostenlos
Beim Ausbau werden die Glasfasern direkt bis in die Gebäude verlegt. Anwohnende und Immobilienbesitzende, die sich aktiv registrieren möchten, können dies unter www.telekom.de/jetzt-glasfaser tun. Dort ist es auch jetzt schon möglich, eine Tarifoption zu buchen. Das Unternehmen schließt die Immobilien auch ohne Erteilung eines Auftrags an, es entstehen keine Kosten für die Eigentümer. Das neu gebaute Glasfasernetz ist wettbewerbsoffen. Kunden haben nach Abschluss der Bauarbeiten eine freie Anbieterwahl. Der Ausbau startet zeitnah und dauert pro Gebiet ca. zwölf Monate.
Folgende Gemeinden werden mit Glasfaser neu aufgebaut:
Nordrhein-Westfalen:
• Bad Münstereifel (Ortsteile Arloff, Iversheim inkl. Gewerbegebiet, Innenstadt und Gewerbegebiet Iversheim)
• Kall (Ortsteile Kall, Sötenich und Urft)
• Schleiden (Ortsteile Gemünd, Malsbenden, Mauel, Nierfeld, Schleiden, Oberhausen und Olef)
• Stolberg (Ortsteile Mitte und Vicht)
Rheinland-Pfalz:
• Ahrbrück (Ortsteil Brück)
• Altenahr
• Antweiler
• Bad Neuenahr-Ahrweiler (Heimersheim, Ahrweiler-Kernstadt, Neuenahr-Kernstadt und Walporzheim)
• Dernau (inkl. Marienthal)
• Fuchshofen
• Hönningen
• Insul (Ahrstraße und Gebiet nördlich der Ahr)
• Mayschoß
• Rech
• Schuld
• Sinzig (Ortsteile Bad Bodendorf und Kernstadt)
Der Ausbau erfolgt in enger Abstimmung mit den Kommunen und jeweiligen Versorgungsträgern. Durch das Zusammenwirken soll der Ausbau möglichst schnell für die Anwohnenden erfolgen, damit diese zukünftig wie gewohnt ihre Anschlüsse nutzen können.
Was Eigentümer beim Wiederaufbau beachten sollten
Beim Wiederaufbau sollten Eigentümer ihre Immobilie für die Nutzung der Glasfaser vorbereiten. Der Hausanschluss führt die Glasfaser von der Straße ins Gebäudeinnere und endet meist im Hausanschlussraum. Von dort geht es per Kabel in die einzelnen Räume. Somit sollten beim Wiederaufbau der eigenen Immobilie entsprechende Kabelkanäle mitverlegt werden.
Übergangslösungen bringen Betroffene wieder ans Netz
Die Infrastruktur der Telekom in den Hochwassergebieten wurde in den genannten Kommunen so massiv zerstört, dass die Technikerinnen und Techniker Zwischenlösungen errichtet haben, um die Menschen für die Zeit des Wiederaufbaus ans Netz zu bringen. So wurde in Altenahr ein mobiler Funkmast aufgestellt, um die Mobilfunkkapazitäten zu verbessern. In Eschweiler und Stolberg wurden Multifunktionsgehäuse mit einer kostenlosen WLAN-Lösung ausgestattet. In Sinzig haben Service-Technikerinnen und Techniker die Menschen proaktiv in ihren Häuser besucht, um bestehende Anschlüsse zu entstören.
Claudia Boss-Teichmann 04.11.2021


