ANZEIGE

VATM: Telekom zockt bei Vorleistungsprodukten

Der VATM - Verband für Telekommunikation und Mehrwertdienste kritisiert den Antrag der Deutschen Telekom bei der Bundesnetzagentur, die Preise für ihr kupferbasiertes VDSL-Netz zu erhöhen. Die Vorleistungsprodukte wie die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), der Kabelverzweiger (KVz) bis zum Kunden sollen sich um mehr als 15 Prozent von 7,05 Euro (2019) auf 8,25 Euro im Monat verteuern.

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner kritisiert, dass Vorleistungsprodukte der Deutschen Telekom "auf Basis ihres größtenteils abgeschriebenen Kupfernetzes zu Preisen eines vollständig neu errichteten Netzes abgerechnet" würden. Aufgrund des gewählten Regulierungsansatzes fiktiver Wiederbeschaffungswerte lägen die Entgelte zirka 50 bis 75 Prozent über den tatsächlichen Kosten allein bei den VDSL-Vorleistungen, so der VATM-Geschäftsführer.

Laut eines wissenschaftlichen Gutachtens von Prof. Dr. Peter Winzer von der Hochschule RheinMain (https://www.vatm.de/wp-content/uploads/2021/12/VATM-Gutachten-Winzer-26.11.2021.pdf), werden im Zeitraum 2011 bis 2025 werden die Wettbewerber entsprechende Entgelte an die Deutsche Telekom bezahlt haben, die die tatsächlichen Kosten um 8,2 Milliarden Euro übersteigen. Dadurch, so der VATM, werde sogar der bis 2025 angekündigte FTTH/B-Ausbau der Deutschen Telekom zu zirka 57 Prozent mitfinanziert wird.

Deutlich zu hohe Entgelte, so Grützner, ermöglichten eine sehr aggressive gezielte Preispolitik der Telekom auf der kupferbasierten VDSL-Infrastruktur. Wer bei jeder Gelegenheit versuche Mondpreise durchzusetzen, verhalte sich nicht wie ein Wettbewerber, sondern wie ein Unternehmen, das den Markt beherrschet. "Von selbsttragendem Wettbewerb im TK-Markt sind wir jedenfalls weit entfernt", so der VATM-Geschäftsführer.

 

Weitere Webseiten