
Rund 85 Prozent der befragten kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen wollen 2022 ihre Ausbauaktivität um mindestens 10 Prozent steigern (Grafik: VKU/BUGLAS)
Regionale und kommunale Telkos wollen 2022 mehr Glasfaser ausbauen
85 Prozent der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen planen, ihre Ausbauaktivitäten zu steigern. Das geht aus einer Umfrage von BUGLAS (Bundesverband Glasfaseranschluss e.V.) und VKU (Verband Kommunaler Unternehmen e.V.) unter ihren Mitgliedsunternehmen hervor, die bis mindestens in die Gebäude reichende Glasfasernetze (FTTB/H-Netze) ausbauen. Zu marktverhandelten Ausbaukooperationen und Open Access sind 8 von 10 befragten Unternehmen schon jetzt bereit. Kooperationen und Open Access könnten somit wirkungsvoll den Ausbau in die Fläche vorantreiben und volkswirtschaftlich unsinnigen Doppel- und Überbau vermeiden, folgern die Branchenverbände.
"Kein Marktakteur schafft den flächendeckenden Glasfaserausbau allein. Daher sind Ausbau-Kooperationen und marktverhandelter Open Access ein effizienter Weg hin zur bestmöglichen Nutzung und Amortisation von Netzinvestitionen. Wir müssen weg vom Wettbewerb zwischen Netzen, hin zum Wettbewerb auf dem Netz. Deswegen bieten wir den Telekommunikationskonzernen an, auf unsere bestehenden Glasfasernetze zu kommen. Das könnte den Glasfaserausbau erheblich beschleunigen und unser Land schneller ans Ziel von flächendeckend schnellem Internet in Stadt und Land bringen", so Wolfgang Heer, Geschäftsführer BUGLAS, und Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer VKU.
Glasfaserausbau: durch Corona verzögert
Auf der deutschen Großbaustelle Glasfaserausbau geht es nicht so voran, wie es könnte. Corona verschärft der Umfrage zufolge die betrieblichen Herausforderungen. Neben strukturellen Tiefbauengpässe zählen temporäre Baukolonnenausfälle (beide 32 Prozent) sowie Lieferengpässe (30 Prozent) und fehlende bzw. langsame Planungs- und Genehmigungsverfahren (25 Prozent) zu den Gründen. Hinzu kommt das gegenwärtige Marktdesign und -geschehen: Noch immer dominiert der Wettbewerb zwischen Netzen statt des Wettbewerbs auf dem Netz.Positiver Ausblick 2022: Ausbauaktivitäten steigern, Investitionen in FTTB/H-Netze
85 Prozent der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen wollen ihre Ausbauaktivitäten 2022 weiter steigern. 80 Prozent rechnen mit weiteren Nachfrageanstieg nach hohen Bandbreiten. 93 Prozent investieren in den Ausbau von Glasfasernetzen bis in den Keller oder die Wohnung (FTTB/H-Netze). 85 Prozent der Unternehmen sind bereit, beim Ausbau der Glasfasernetze zu kooperieren. Zudem bieten fast 80 Prozent der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen bereits heute oder in Kürze einen diskriminierungsfreien Zugang für Wettbewerber an.Ausbau-Kooperationen und Open Access
Claudia Boss-Teichmann 15.02.2022

