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Vorstandsvorsitzende Tim Höttges auf der Bilanz-Pressekonferenz (Foto: Deutsche Telekom)

Telekom investiert so viel wie nie zuvor und will mehr Glasfaser ausbauen

Die Telekom hat Ihre Finanzkennzahlen 2021 bekannt gegeben. Der Konzern investierte 2021 weltweit 18 Milliarden Euro - ohne die Ausgaben für Mobilfunkspektrum, davon rund 5, Milliarden in Deutschland. Damit hat er so viel investiert wie noch nie. In Deutschland sollen die Investitionen auf rund 6 Millionen Euro im Jahr steigen. "Wir lassen nicht nach", sagte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. "Unsere Gewinne wachsen in allen Bereichen. Der Konzern bleibt auf Erfolgskurs."

Der Gesamtumsatz des Konzerns lag im Geschäftsjahr 2021 bei 108,8 Milliarden Euro und stieg damit um 7,7 Prozent. Beim Betriebsergebnis gab es im Vorjahresvergleich ein Plus von 6,6 Prozent auf 37,3 Milliarden Euro.

Mehr Glasfaserausbau angekündigt

Auch bei der Glasfaserversorgung hat die Telekom ihr Ziel heraufgesetzt: War bisher von 10 Millionen Haushalten bis 2024 die Rede, soll diese Zielmarke jetzt "deutlich" übertroffen werden. Und dies, obwohl nach Angaben von Höttges die Nachfrage nach den FTTH-Anschlüssen der Telekom bisher eher gering ist: nur rund 20 Prozent der Leitungen seien ausgelastet. Die Wettbewerber berichten von deutlich höheren Quoten.

Deutschland: Wachstumskurs fortgesetzt

Im deutschen Markt ist der Umsatz leicht auf 24,2 Milliarden Euro (plus 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gewachsen, das Betriebsergebnis um 3,6 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Im Breitbandgeschäft gewann das Unternehmen 360.000 neue Kunden und steigerte seinen Marktanteil damit 2021 deutlich. 17,2 Millionen Kunden (Retail und Wholesale) nutzten zum Jahresende einen glasfaserbasierten Anschluss (FTTH, VDSL/Vectoring). Das waren 1,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Im Mobilfunk verzeichnete die Telekom einen Zuwachs bei den Vertragskunden unter eigenen Marken um 666.000 im Gesamtjahr.

Laut Höttges zahle sich die Strategie zunehmend aus, zunächst breit Vectoring und Supervectoring auszubauen und jetzt FTTH zu forcieren. Der Anteil von Breitband-Anschlüssen mit mindestens 100 Mbit/s liege inzwischen bei rund einem Drittel. Das seien fast 90 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.Mit mehr als 1,2 Millionen Supervectoring-Anschlüsse gebe es rund 73 Prozent mehr als Ende 2020.

Europa: Erstmals über 4 Milliarden Euro

Das operative Segment Europa erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von mehr als 4,0 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 legten die Kundenzahlen in allen Bereichen zu. Die europäischen Landesgesellschaften gewannen insgesamt 770.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden. Die Zahl der Breitband-Kunden wuchs um 350.000. Bei den Nutzern von Bündelprodukten aus Festnetz und Mobilfunk gab es ein Plus von 842.000.

USA: Positiver Ausblick

Die USA tragen nach wie vor den Löwenteil zum Konzernumsatz bei: Der Gesamtumsatz stieg um 15,2 Prozent auf rund 68 Milliarden Euro. Gleichzeitig legte das Betriebsergebnis um 11,8 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro zu. T-Mobile US beendete das Jahr mit 108,7 Millionen Kunden. Das war ein Zuwachs um 6,7 Millionen innerhalb von 12 Monaten. Im Hinblick auf die durch die Übernahme von Sprint am 1. April 2020 gestiegen Schuldenlast erhofft sich der Konzern, dass auf Jahressicht die Synergien erstmals die Integrationskosten der Fusion übersteigen.

Wie geht es weiter mit dem Funkturmgeschäft?

Das Funkturmgeschäft wurde bereits vor Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. Der Umsatz stieg 2021 gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis um 6,3 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro zu. Die Telekom verfügt jetzt über 40.600 Standorte.

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass sich die Telekom zum Schuldenabbau von der Funkturmsparte trennen möchte, doch die Suche nach einem Partner oder Käufer zieht sich hin. Höttges sagte dazu, eine Entscheidung solle möglichst im ersten Halbjahr fallen, aber das müsse nicht die letzte Frist sein.

 

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