Glasfaser Nordwest und Buchholz Digital schließen Kooperation
Ein weiteres Telekommunikationsunternehmen wird künftig das Netz von Glasfaser Nordwest mit nutzen: Buchholz Digital hat mit dem von EWE und Telekom gegründeten Joint Venture eine Kooperation unterzeichnet. Ab Sommer 2022 kann Buchholz Digital BSA-Vorleistungsprodukte (Bit Stream Access, Layer-2) von Glasfaser Nordwest beziehen. Buchholz Digital wird im Rahmen der Zusammenarbeit interessierte Unternehmen befähigen, regional Endkundenprodukte über das Netz von Glasfaser Nordwest anzubieten. Die Osterholzer Stadtwerke sind der erste Anbieter, der diese Kooperation nutzen wird. Perspektivisch sollen weitere Anbieter dazukommen. "Wir bieten allen interessierten Anbietern einen diskriminierungsfreien Zugang (Open Access) zu unserem Glasfasernetz. Mit Buchholz Digital haben wir nun einen starken, regional verwurzelten Partner an unserer Seite, der enge Verbindungen zu verschiedensten regionalen Anbietern hat. Gemeinsam mit den Osterholzer Stadtwerken werden schon bald die ersten Kunden Glasfasertarife mit bis zu 1.000 Mbit/s bestellen können", betont Andreas Mayer, Geschäftsführer Glasfaser Nordwest.
"Unkomplizierter Eintritt in den Telekommunikationsmarkt"
Christian Kuhse, CEO von Buchholz Digital, unterstreicht die durch die Kooperation entstehenden Potenziale gerade für Newcomer aus dem Stadtwerkeumfeld: "Als Schwesterunternehmen der Stadtwerke Buchholz kennen wir uns im kommunalen Umfeld gut aus. Mit über zehn Jahren Erfahrung im Glasfasergeschäft und dem Betrieb eines eigenen regionalen Netzes können wir gerade Einsteigern maßgeschneiderte professionelle Lösungen auf Augenhöhe anbieten." Steffen Conzelmann, COO von Buchholz Digital, ergänzt: "Dies ermöglicht unseren Partnern einen unkomplizierten und vor allem schnellen und sicheren Eintritt in den Telekommunikationsmarkt. In der Kooperation von Glasfaser Nordwest, Buchholz Digital und Osterholzer Stadtwerken bringt jeder seine Stärken ein. Dadurch profitieren vor allem die Kunden, ohne dass Kundennähe, Flexibilität und Innovationskraft durch Konzernstrukturen leiden."
Geschäftsmodell für Stadtwerke
Die Basis der Kooperation ist ein neues Geschäftsmodell, das Glasfaser Nordwest und Buchholz Digital entwickelt haben. Das Modell umfasst ein Zusammenspiel von drei Parteien: Glasfaser Nordwest, Buchholz Digital und einem Vermarktungspartner, wie z. B. den Osterholzer Stadtwerken. Als reiner Infrastrukturanbieter stellt Glasfaser Nordwest Buchholz Digital Bitstream-Access-Vorleistungen in seinen Ausbaugebieten zur Verfügung. Buchholz Digital produziert auf Basis dieser Vorleistungen vollwertige Telekommunikationsangebote für den Kunden. Diese veredelten Produkte vertreibt Buchholz Digital wiederum nicht selbst an den Endkunden, sondern stellt sie seinen Geschäftspartnern zur Verfügung. Geschäftspartner von Buchholz Digital werden voraussichtlich vor allem Stadtwerke sein. Diese können die veredelten Endkundenprodukte von Buchholz Digital in ihren Gebieten eigenständig vermarkten und vertreiben.
Der Ausbau beginnt
Glasfaser Nordwest plant, die Tiefbaumaßnahmen zum Ende des Jahres 2022 abzuschließen. Sobald die Infrastruktur ausgebaut ist, folgt der Hausanschluss. Die Glasfaserleitung wird aktiviert, sodass der Hausanschluss direkt genutzt werden kann. Die Osterholzer Stadtwerke sind der erste Kunde von Buchholz Digital in diesem neuen Geschäftsmodell. Interessenten, die in den Ausbaugebieten von Glasfaser Nordwest, z .B. in Osterholz-Scharmbeck Nord oder Lilienthal Zentrum, wohnen, können zukünftig über die Osterholzer Stadtwerke einen Internetanschluss bestellen.
Stadtwerke sind dicht dran an den Kunden
„In das Geschäftsfeld Glasfaser einzusteigen ist für uns ein sinnvoller, logischer Schritt: Wir kennen die Kunden im Ausbaugebiet, sind dicht dran und wir kennen uns seit Jahrzehnten mit der sicheren Versorgung leitungsgebundener Leistungen unserer Kunden aus“, erklärt Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke, die Glasfaseranschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s im Downstream anbieten. Dabei handelt es sich um echte FTTH-Glasfaseranschlüsse.
Aktuell ist Glasfaser Nordwest in zwei Gebieten, die zum Vermarkungsgebiet der Osterholzer Stadtwerken zählen, aktiv. Das Unternehmen baut zurzeit sein Breitbandnetz in Osterholz-Scharmbeck Nord und Lilienthal Zentrum aus. In Osterholz-Scharmbeck Nord werden rund 3.800 Haushalten und Unternehmen mit Glasfaser versorgt. Hier haben im Juni 2021 die Baumaßnahmen begonnen. Diese sollen im Juni 2022 beendet werden. Das zweite Gebiet, in dem Kunden künftig auch bei den Osterholzern Stadtwerken bestellen können, ist Lilienthal Zentrum. In diesem Projekt werden 4.400 Glasfaseranschlüsse gebaut. Glasfaser Nordwest hat vor Kurzem mit dem Bau des Verteilnetzes begonnen. Die Tiefbaumaßnahmen sollen bereits im Oktober 2022 beendet werden. Im Hinblick auf das Open Access Prinzip sollen die Osterholzer Stadtwerke nicht die einzigen Geschäftspartner von Buchholz Digital bleiben. Das Unternehmen will seinen Footprint um weitere Regionen, in denen Glasfaser Nordwest sein Netz baut, erweitern. Perspektivisch soll die Zusammenarbeit mit weiteren Anbietern ausgebaut werden.
Lesen Sie zu Glasfaser Nordwest auch: Interview: Glasfaser Nordwest sieht sich auf Kurs (CVE Online vom 10.12.2021)
Claudia Boss-Teichmann 28.02.2022


