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Die Telekom will ihr Glasfasernetz in Essen massiv ausbauen – rund 50.000 Haushalte jährlich bis 2026. Direkte Glasfaseranschlüsse für über 250.000 Haushalte bis 2026 sind geplant. (Foto: Telekom)

Essen startet bei der Glasfaserversorgung durch

Die Stadt Essen will den Ausbau des städtischen Glasfasernetzes beschleunigen und dafür ein Public Private Partnership-Projekt gründen. Gleichzeitig kündigt die Telekom an, bis 2026 direkte Glasfaseranschlüsse für mehr als 250.000 Haushalte in Essen installieren zu wollen. Nachrichten, die in der Ruhrgebietsstadt sicher erfreut aufgenommen werden. Denn derzeit sind dort lediglich sechs Prozent der Privathaushalte und acht Prozent der gewerblichen Adressen mit einem Glasfaseranschluss versorgt. In benachbarten Städten sind es zum Teil bis zu 30 Prozent.

Stadt Essen wird aktiv

Vor diesem Hintergrund hat im November der Rat die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes zu prüfen. Zuvor wurde ein Projekt mit dem Namen "ruhrfibre" mit der Strategie- und Finanzberatung Rautenberg & Company gestartet und ein Team bestehend aus Vertreter der Stadt, der EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH und der städtischen EVV gebildet.

Public Private Partnership-Projekt

Über ein Public Private Partnership-Projekt soll ein integriertes Glasfaser-Netz ausgebaut werden, das in einer ersten Phase neben dem Anschluss von 153.000 Haushalten mit Glasfaseranschlüssen bis in die Wohnung ("Fibre-to-the-home", FTTH) zahlreiche Geschäftskunden, Schulen, Krankenhäuser und weitere öffentliche Gebäude und Einrichtungen direkt anschließt. Explizites Ziel ist es, eine Flächendeckung im gesamten Stadtgebiet, also auch weniger attraktive Ausbaugebiete, zu erreichen. Das integrierte Glasfasernetz der "ruhrfibre" würde durch den Anschluss zahlreicher Standorte für Antennen des neuen Mobilfunkstandards 5G zudem die Voraussetzung für einen raschen Ausbau dieses neuen Mobilnetzes in der Stadt Essen schaffen, ohne dass für diesen Ausbau erneut separate Infrastrukturen gebaut und somit Baustellen eingerichtet werden müssten.

ruhrfibre Essen Netz GmbH soll gegründet werden

Dieses Projekt soll nach eingehender Prüfung nun umgesetzt und eine gemeinsame Projektgesellschaft gegründet werden. Die Stadt Essen beteiligt sich daran über die städtische EVV mit einer Investition von einer Million Euro. Voraussetzungen für die gemeinsame Projektgesellschaft sollen dabei sein, dass verlässliche Investoren sich zur Finanzierung des geplanten Ausbaus verpflichten und mindestens ein Internet Service Provider gefunden wird für den aktiven Betrieb des Netzes der zu gründenden ruhrfibre Essen Netz GmbH & Co KG. Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen ihrer originären Zuständigkeiten die Genehmigungsprozesse für den Glasfaserausbau in Essen so zu organisieren, dass ein zügiger flächendeckender Glasfaserausbau diskriminierungsfrei durch Marktteilnehmer erfolgen kann. Der Rat der Stadt Essen entscheidet über die Einrichtung der Projektgesellschaft in seiner März-Sitzung. Danach muss die Kommunalaufsicht zustimmen.

50.000 Haushalte sollen pro Jahr angeschlossen werden

Unterdessen hat auch die Telekom am 28. März angekündigt, die Glasfaser in Essen verstärkt ausbauen zu wollen. "Wir realisieren in Essen eines der größten städtischen Ausbauprogramme der Telekom bundesweit. Um unsere Ambitionen zu untermauern und unsere Ernsthaftigkeit zu verdeutlichen, haben wir der Stadt unsere Ausbauplanungen bis 2026 vorgelegt", sagt Frank Schmidt, Konzernbevollmächtigter Region West der Deutschen Telekom. Nach rund 11.000 Haushalten im vergangenen Jahr sollen nach Angaben des Bonner Unternehmens allein bis Ende dieses Jahres rund 40.000 Haushalte folgen. Ab 2023 sind rund 50.000 Haushalte jährlich geplant, die eine Option auf einen eigenen Glasfaseranschluss erhalten können.

Keine "Hängepartien" wegen Anschlussquoten

Ziel der Telekom ist, ihren selbstfinanzierten Ausbau direkter Glasfaser-Anschlüsse in Abstimmung und mit Unterstützung der Stadt Essen bis 2026 massiv zu intensivieren. So will das Unternehmen die angepeilte Zahl von über 250.000 Haushalten erreichen. Ganz ohne einschränkende Vorbedingungen wie zum Beispiel Vorvermarktungsquoten für Hausanschlüsse, von denen eine Ausbauentscheidung für Stadt und Anwohner abhängig gemacht wird. Außerdem ist das Telekom-Netz nach eigenen Angaben grundsätzlich offen für alle Wettbewerber und deren Kunden.

 

 

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