
Bis Ende Juni 2022 wird es in Deutschland voraussichtlich 10,1 Millionen Glasfaseranschlüsse (FTTB/H) geben und damit 1,7 Millionen mehr als Ende 2021 (Grafik: DIALOG CONSULT/VATM)
Gigabitstudie: Über 10 Millionen Glasfaseranschlüsse bis zur Jahresmitte
Rund 35,8 Millionen gigabitfähige Anschlüsse wird es Mitte 2022 in Deutschland geben. Dazu zählen DOCSIS-3.1-Kabelanschlüsse und Glasfaseranschlüsse bis zum Haus/Endkunden (FTTB/H). Das sind 4,5 Millionen mehr als vor einem Jahr. Beim Glasfaserausbau wird erwartet, dass bis zur Mitte des Jahres die 10-Millionen-Marke überschritten wird. So lauten die Prognosen der 4. Gigabit-Studie, die DIALOG CONSULT und VATM zum Auftakt der Kongressmesse ANGA COM vorgestellt haben.
Über 10 Millionen Glasfaseranschlüsse
Von den 35,8 Millionen Anschlüsssen entfallen 25,7 Millionen auf Breitbandkabel und 10,1 Millionen auf Glasfaseransschlüsse (FTTB/H). "Von Ende 2021 bis Ende Juni 2022 wird die Zahl der FTTB/H-Anschlüsse um 1,7 Millionen und damit um rund 20 Prozent auf 10,1 Millionen steigen. Der Ausbau der DOCSIS-3.1-Kabelanschlüsse konnte bereits weitgehend abgeschlossen werden", so Telekommunikationsexperte Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, wissenschaftlicher Beirat der Unternehmensberatung DIALOG CONSULT und Inhaber des Lehrstuhls für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.
Knapp 18 Prozent nutzen Gigabit-Anschlüsse
Bisher nutzen allerdings nur knapp 18 Prozent der Haushalte mit gigabitfähigen Anschlüssen auch einen Tarif mit einer Bandbreite von 1 Gbit/s oder mehr. Knapp die Hälfte der gigabitfähigen Haushalte nutzen Anschlüsse mit Bandbreiten über 250 Mbit/s. Gerpott erwartet: "Die Nachfrage nach hochbitratigen Anschlüssen wird weiter zunehmen, da immer mehr Anwendungen diese hohen Bandbreiten benötigen."
Dynamik vor allem beim Ausbau auf dem Land
Beim Ausbau habe insbesondere der Glasfaseraufbau im ländlichen Raum zu einer Verbesserung der Versorgungsquote geführt. Die Zahl der ausschließlich mit Glasfaser versorgten gigabitfähigen Haushalte ist um ein Fünftel auf 4,8 Millionen angestiegen. Gleichzeitig nimmt der Infrastrukturwettbewerb in dichter besiedelten und HFC-versorgten Gebieten zu. Die Zahl der Haushalte, die bei gigabitfähigen Anschlüssen zwischen HFC-Netzen und Glas auswählen können, ist auf 5,3 Millionen gewachsen.
"Die Zahlen belegen eine weiterhin sehr hohe Dynamik beim Netzausbau. Die Investoren haben den Glasfaserausbau in Deutschland für sich entdeckt", sagte David Zimmer, Präsident des VATM. Die insgesamt mehr als 50 Milliarden Euro, die in den nächsten Jahren in den Infrastrukturausbau fließen sollen, werden zu einem Großteil von den im VATM organisierten Unternehmen investiert. "Ein gutes Signal für die kleineren Kommunen ist die klare Fokussierung auf den ländlichen Raum", unterstreicht Zimmer.
Claudia Boss-Teichmann 11.05.2022

