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Helwin Lesch, Bayerischer Rundfunk, kritisierte die Blockadehaltung der Vertreter der Sicherheitsbehörden (Foto: MH Media)

ANGA COM 2022: Uneinigkeit über zukünftige Nutzung von UHF-Frequenzen

Trotz zahlreicher Arbeitstreffen gibt es immer noch keine gemeinsame Position für die auf der Weltfunkkonferenz 2023 (WRC-23) anstehenden Verhandlungen zur zukünftigen Nutzung von UHF-Frequenzen. Über die Frequenzen im UHF-Band zwischen 470 und 694 Mega­hertz sendet momentan noch das digital-terres­tri­sche Fern­sehen DVB-T2. Wie weit die Vertreter der Rundfunk- und Kulturfrequenzen sowie die der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) auseinanderliegen, wurde auf dem Panel "Die Zukunft der Rundfunk- und Kulturfrequenzen" deutlich.

"Es muss offen diskutiert werden, um einen gesellschaftlichen Konsens zu bekommen", kritisierte Helwin Lesch die Blockadehaltung der BOS-Vertreter, die unter Verweis auf Geheimhaltungsgründen ihre Bedarfsanmeldung nicht begründen würden. "Ich würde mich freuen, wenn wir hier in einen Austausch kämen", wendete sich der Leiter Hauptabteilung Verbreitung und Controlling beim Bayerischen Rundfunk in Richtung seines Sitznachbarn auf dem Panel, Jürgen Mathies, Staatssekretär im Ministerium des Inneren des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der entgegnete, dass ein eigenbeherrschtes Netz für BOS-Dienste die angemeldeten 60 MHz im UHF-Bereich benötige. Allein für den Uplink würden 40 MHz gebraucht, um Bilder und Videos von Tatorten, Bränden oder Unfällen zu übertragen. "Das ist durch Studien und Gutachten belegt", sagte Mathies auf dem Panel. Er verwies auf die Studie der Bundesnetzagentur, die mehrere Szenarien einer Ko-Existenz im UHF-Band aufzeige.

BOS und Mobilfunk für ko-primäre Zuweisung


Für eine ko-primäre Zuweisung der UHF-Frequenzen auf der WRC-23 sprach sich auch Valentina Daiber, Chief Officer Legal & Corporate Affairs sowie Mitglied des Vorstands von Telefónica Deutschland, aus. Da sich das Nutzungsverhalten sehr schnell entwickele, wisse niemand, wie es nach 2030 aussehe, argumentierte Daiber. "Wir müssen die Tür offenhalten, um auf verändertes Nutzungsverhalten flexibel reagieren zu können", entgegnete sie dem "No change" der Vertreter der Rundfunk- und Kulturfrequenzen.

Die sehen sich in ihrer Existenz bedroht und bauen auf die Unterstützung der Rundfunkkommission der Länder. "Die Bedeutung der Terrestrik wird steigen, wenn der Rundfunk auf Mobilgeräte kommt", sagte Jens Jenssen von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Vertretung für Heike Raab. Daher brauche der Rundfunk laut Jenssen die UHF-Frequenzen, um seine zukunftsoffene Verbreitung sicherzustellen.

Autor: Marc Hankmann

 

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