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(Foto: ANGA)

ANGA COM 2022: Streaming-Anbieter wollen keine Klimakiller sein

Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind in der TK- und Medienbranche längst angekommen. "Laut einer PwC-Studie würden 50 Prozent der Investoren ihr Kapital zurückziehen, wenn ein Unternehmen nicht genügend in Sachen Nachhaltigkeit unternimmt", sagte Christian Kühner auf der ANGA COM. Der Programmleiter "Nachhaltigkeit@Telekom Deutschland" bei der Deutschen Telekom sprach davon, dass 62 Prozent seiner Kunden nachhaltige TK-Produkte kaufen wollen.

Sagen ist das eine, handeln aber das andere. "Die Kunden sind auch weiterhin preissensibel", warf Stefan Lietsch ein. Der Chief Technology Officer von Zattoo sieht seinen Arbeitgeber in der Kritik, denn der hohe Bewegtbildanteil in den TK-Netzen lässt den Energiebedarf nach oben schnellen. Zattoo sucht nach Lösungen, die über eine Verpflichtung der Datacenter-Betreiber zum Bezug von grünem Strom hinausgeht.

In der Nähe von Paderborn hat Lietsch vielleicht eine gefunden. Seit einem Jahr stehen hier zwei Storage-Racks von Zattoo in einem Windkraftrad, das diese direkt mit Strom versorgt. "90 Prozent des Strombedarfs wird über die Windkrafträder erzeugt", erklärt Lietsch. Für die restlichen zehn Prozent wird grüner Strom genutzt. Zattoo will das gemeinsame Projekt mit dem Betreiber des Windkraftparks ausbauen und in den kommenden zwölf Monaten zehn Racks "auslagern". Die regenerative Energiegewinnung solle etwa durch Solarenergie ausgebaut werden, erklärte der Zattoo-CTO auf der ANGA COM.

Weniger Treibstoff, weniger Stromverbrauch


Auch die Satellitenbranche bemüht sich, den Energiebedarf zu reduzieren. "Früher hatte ein Satellit Tonnen an Treibstoff an Bord, heute sind es noch 500 Kilogramm", sagte Christoph Mühleib, Geschäftsführer von ASTRA Deutschland. Außerdem war der Satellitenbetreiber der erste kommerzielle Kunde von Space X - "aus Gründen der Nachhaltigkeit", wie Mühleib erklärte, denn im Gegensatz zur Ariane-Rakete kehren die Space-X-Raketen zur Erde zurück.

Die Telekom reduziert ihren Energieverbrauch, indem sie alte durch neue Technik ersetzt. So habe laut Kühner die Abschaltung von 3G und der analogen Telefonie den Stromverbrauch in den Telekom-Netzen um zehn Prozent reduziert. Die Telekom-Netze verbrauchen aber immer noch pro Jahr satte 3,1 GWh. "Wir suchen ständig nach Möglichkeiten, in regenerative Energiegewinnung oder in Großspeicher zu investieren", skizzierte Kühner die Bemühungen, um den Stromverbrauch weiter zu reduzieren.

Autor: Marc Hankmann

 

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