ANZEIGE

17,5-Milliarden-Deal: Telekom verkauft Mehrheit an Funktürmen

Die Deutsche Telekom verkauft die Mehrheit an ihrem Funkturmgeschäft an ein nordamerikanisches Investorenduo. Das Unternehmen teilte mit, 51 Prozent an GD Towers, dem Funkturmgeschäft des Konzerns in Deutschland und Österreich, an DigitalBridge und Brookfield zu verkaufen. Den Unternehmenswert (EV) bezifferte die Telekom mit 17,5 Milliarden Euro ohne Schulden und Barmittel. Die Transaktion markiert den Abschluss der auf dem Kapitalmarkttag im Mai 2021 angekündigten strategischen Überprüfung des Funkturmgeschäfts.
 
Die restlichen 49 Prozent will der Konzern weiter halten. Sofern die Behörden grünes Licht geben, soll die Transaktion noch bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

Der geschätzte Barmittelzufluss in Höhe von 10,7 Milliarden Euro will die Telekom nutzen, um den Schuldenberg abzubauen und sich noch schneller die Mehrheit an der Tochter T-Mobile US zu sichern.

Hohe Präsenz auf dem europäischen Funkturmsektor

Mit rund 800 Mitarbeitern betreibt das Funkturmgeschäft GD Towers mehr als 40.000 Standorte in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen erzielte 2021 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Ertrag belief sich 2021 auf 640 Millionen Euro. DigitalBridge und Brookfield haben beide eine hohe Präsenz auf dem europäischen Funkturmsektor. Durch die Zusammenarbeit mit der Deutsche Telekom werden die Partner Expertise und Kapital bereitstellen, um die Strategie und die Ziele von GD Towers weiterzuentwickeln.

Das aktuelle Führungsteam

Das aktuelle Führungsteam von GD Towers mit Bruno Jacobfeuerborn (CEO) und Thomas Ried (CFO) soll das Geschäft nach Abschluss der Transaktion weiterhin führen. Die Deutsche Telekom behält 49 Prozent der Anteile und bedeutende Minderheitsrechte wie das Recht, zwei von fünf Mitglieder des Shareholder Committee zu benennen, einschließlich des ersten Chairman. Außerdem hat die Deutsche Telekom das Recht, die Kontrolle über GD Towers in der Zukunft zurückzuerlangen und das Unternehmen wieder zu konsolidieren.

Vereinbarung über 5.400 neue Standorte

Telekom Deutschland und Magenta Austria werden über eine langfristige Leasingvereinbarung von rund 30 Jahren weiterhin uneingeschränkten Zugriff auf die passive Infrastruktur von GD Towers haben. Unter anderem bietet sie den Netzbetreibern einen Inflationsschutz mit jährlichen Mieten, die mit einem Discount von 15 Prozent an die entsprechenden Verbraucherpreisindizes gekoppelt sind (Cap bei 3 Prozent), garantierter Zugang zu strategisch entscheidender Standorte (”golden sites”), bevorzugter Zugriff auf freie Standortkapazitäten für künftige Netz-Upgrades, branchenführende Service-Level und Rückkaufrechte. Telekom Deutschland und Magenta Austria haben vertragliche Vereinbarungen mit GD Towers über rund 5.400 neue Standorte bis 2026 und priorisierte Kapazität für Netzmodernisierung bis 2028 getroffen.

Abschluss der Transaktion wird Ende 2022 erwartet

Die Transaktion wird die Finanzverschuldung der Deutsche Telekom um 10,7 Milliarden Euro (ca. 0,2x EBITDA AL) und Netto-Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasing um 6,5 Milliarden Euro (ca. 0,1x EBITDA) reduzieren. Der zusätzliche Spielraum soll vor allem dazu genutzt werden, den Konzern zu entschulden und den Weg in Richtung der angestrebten 50,1 Prozent an T-Mobile US zu beschleunigen. Die Transaktion steht unter den üblichen regulatorischen Vorbehalten. Der Abschluss wird gegen Ende 2022 erwartet.

Lesen Sie zum Funkturmgeschäft der Deutschen Telekom auch: Telekom investiert so viel wie nie zuvor und will mehr Glasfaser ausbauen (CVO vom 24.02.2022)
 

Weitere Webseiten