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Christoph Mühleib, Geschäftsführer der ASTRA Deutschland GmbH (Foto: ASTRA)

Astra: "So funktioniert das Fernsehen der Zukunft"

In Deutschland ist der Satellit nach wie vor der häufigste TV-Empfangsweg. Ein zukunftsträchtiger Trend ist die Kombination von Satellitenempfang mit offenen Glasfasernetzen. Über Einsatzgebiete und Perspektiven des Satellitenempfangs gibt Christoph Mühleib, Geschäftsführer von ASTRA Deutschland, im Interview mit Cable!vision Europe Auskunft.

Cable!vision Europe: ASTRA zählt zu den führenden Satellitenbetreibern in Deutschland. Wo steht das Unternehmen aktuell?
Christoph Mühleib: SES ist weltweit führender Satellitenbetreiber und in Deutschland mit der Marke ASTRA mit Abstand die Nr. 1 beim direkten TV-Empfang. Über 17 Millionen Haushalte empfangen ihr Programm über Satellit: Das entspricht 45,7 Prozent der TV-Haushalte hierzulande. Und das nicht ohne Grund: ASTRA überträgt eine unglaubliche Programmvielfalt frei
empfangbarer Sender über die Orbitalposition 19,2 Grad Ost. Über 300 davon in deutscher Sprache. In SD, HD oder UHD. Von diesem Angebot profitieren bisher vorrangig Menschen in ländlichen Gebieten, in Ein- oder Zweifamilienhäusern. In den Ballungsgebieten ist dagegen die Anbringung einer Satellitenschüssel sehr häufig nicht gestattet. Dieses Dilemma lösen wir gerade auf und haben für die Wohnungswirtschaft, Stadtwerke oder Energieversorger gemeinsam mit Partnern Satelliten-Glasfaser-Lösungen entwickelt, die den Empfang von SAT-TV in Mehrfamilienhäusern, in ganzen Quartieren oder gar Städten mit nur einer SAT-Empfangsanlage ermöglichen. Mittels moderner SAT-Technologie wird das TV-Signal zentral eingespeist und via Glasfaser verlustfrei weitergeleitet, sodass hunderte oder tausende großflächig verteilte Haushalte versorgt werden können. Und das ganz ohne sichtbare Satellitenschüsseln. Die Gleichung
heißt künftig: weniger Schüsseln, mehr ASTRA-Haushalte.


Cable!vision Europe: Der Netzausbau mit Glasfaser und der Rollout von 5G nehmen unter der Bundesregierung weiter Fahrt auf. Wo ist der Platz für Satellitentechnologie?
Christoph Mühleib: Dass die Bundesregierung den Netzausbau vorantreibt, kann ich wie viele andere nur begrüßen. Und wie eben beschrieben, passen Glasfaser und Satellitentechnologie heute schon wunderbar zusammen. Das gilt auch für 5G, da über Satellit weltweit punktgenau zusätzliche Bandbreite im Gigabit-Bereich zur Verfügung gestellt werden kann. Dafür bieten wir bis in die jeweilige Netzebene Zufuhrsignale in einem Broadcast-Modus, der auf terrestrischer Ebene großes Datenvolumen einspart und damit sowohl technisch wie ökologisch effizient ist, da er durch flächendeckende Ausstrahlung wertvolle Ressourcen einspart. Auch spezielle Backbone-Anbindung für 5G-Masten können über Satellit effizienter gestaltet werden. Ein weiterer Anwendungsbereich betrifft die Zufuhr der Kommunikations- und Breitbandsignale bei exponiert liegenden 5G-Masten, etwa in Gebieten, die nicht über Glasfaser oder Breitband erschlossen
sind.

(...)

Cable!vision Europe: Welche Trends und Entwicklungen gibt es in der Satellitentechnologie?
Christoph Mühleib: SES hat gerade erst zwei neue geostationäre (GEO) Ku-Band-Satelliten für den Einsatz auf der wichtigsten Orbitalposition in Westeuropa bestellt: ASTRA 19,2 Grad Ost. Während ASTRA 1P ein klassischer "Wide-Beam-Satellit" ist, mit dem unsere Kunden ihre TV-Kanäle weiterhin in höchster Bildqualität, sicher und kosteneffizient ausstrahlen können, ist ASTRA 1Q ein "Next-Generation"-Satellit, der sowohl mit Wide-Beams als auch mit Spot-Beams mit hohen Datenraten operiert. Über die Übertragung von TV-Programmen hinaus kann ein solch flexibler Satellit auf verschiedenen Umlaufbahnen und Orbitalpositionen eingesetzt werden. Die neue Technologie trägt auch den kommenden Entwicklungen Rechnung: Sie ist softwarebasiert konfiguriert und damit flexibel einsetzbar. Sie lässt sich ändernden Anforderungen entsprechend anpassen. Kurzum:SES wird künftig die Anforderungen von Video- und Datenkunden noch flexibler als bisher bedienen können.
(...)

Lesen Sie den gesamten Artikel hier online oder in der aktuellen Printausgabe 4/2022 von Cable!vision Europe.
 

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