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DI Dr. Igor Brusic, Präsident von Open Fiber Austria (OFAA), einer der beiden Veranstalter des FiberDay (Foto: OFAA)

FiberDay 2022

FiberDay in Linz: Offene Netzwerke für eine nachhaltige Zukunft

Der FiberDay 2022 findet am 22. September im Power Tower in Linz statt. Im Mittelpunkt des Kongressprogramms unter dem Motto "Open Networks for a Sustainable Future" stehen der Breitbandausbau und die Zukunft des FTTH-Marktes in Österreich. Veranstalter sind Open Fiber Austria (OFAA) und die CMG – Computer Measurement Group Austria and Eastern Europe.
 
Internationale Keynote Speaker und Diskussionsrunden zu den Themen Breitbandnetze als kritische Infrastruktur und zu Wholesale-Only-Geschäftsmodell lassen einen spannenden Austausch erwarten. Die Veranstalter CMG-AE und Open Fiber Austria plädieren für Glasfasernetze im Besitz der öffentlichen Hand und das Wholesale-Only-Modell:
  • Glasfasernetze als kritische Infrastruktur
    Die aktuelle Krise am Gasmarkt zeigt sehr deutlich, dass Infrastruktur, die nicht in öffentlicher Hand ist, nicht steuerbar ist. Im Krisenfall ist auch der Breitbandbereich gefährdet. Glasfasernetze gehören zur kritischen Infrastruktur und müssen als solche mehrheitlich in öffentlicher Hand bleiben. Ähnlich dem Energiesektor – der Betrieb und die Erbringung der Dienste allerdings sollen von Privatunternehmen im freien Wettbewerb durchgeführt werden. "Das ist wichtig für unsere Sicherheit, für unsere Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit sowie für unsere Souveränität", sagt Igor Brusic, Präsident der Open Fiber Austria. Die Fördergelder sollten demnach nicht nur an private Investoren vergeben werden, sondern vermehrt in den Ausbau von offenen Glasfasernetzen, die im Besitz der öffentlichen Hand stehen, fließen. Auch Heinz Pabisch von der CMG-AE ist sich sicher: "Wir brauchen echte offene Netze in zukunftssicherer Ausführung vom Anfangs- bis zum Endpunkt, die nach den Regeln des freien Wettbewerbs auf der Ebene des Betriebs und der Service Provider errichtet werden."

  • Das Wholesale-Only-Geschäftsmodell und Kabelnetzbetreiber
    In den langjährigen Bemühungen der CMG-AE und der Open Fiber Austria wurden immer wieder die Pluspunkte eines offenen Geschäftsmodells – eines sogenannten Wholesale Only Geschäftsmodells – für Glasfaserinfrastrukturen hervorgehoben: die Endkunden können zwischen einer Vielzahl von Diensteanbietern wählen. Der Wettbewerb findet auf der Dienste- und nicht auf der Infrastrukturebene statt. Dadurch haben sich diese Geschäftsmodelle auch in Österreich weitestgehend durchgesetzt. Sie bringen große Vorteile für die Kunden und beflügeln den Ausbau von FTTH-Netzen.
    Betreiber, die sich diesem Geschäftsmodell verschrieben haben, sind sehr attraktiv für Infrastruktur-Investoren: diese sind auf langlebige und nachhaltige Projekte wie Wasserleitungen, Stromnetze, Straßen und immer mehr auch auf Glasfasernetze spezialisiert. Aber auch für bestehende Kabelnetzbetreiber, welche derzeit alles aus einer Hand anbieten, zeigt ein Beispiel aus den Niederlanden eindrucksvoll, wie eine Transformation zu einem Wholesale-Only-Modell das Geschäft auf Vordermann bringen kann. In diesem Falle hat sich ein Kabelnetzbetreiber aus dem Endkundengeschäft zurückgezogen und auf seiner Infrastruktur nur noch Vorleistungsprodukte.

Auf der Veranstaltungs-Website des Fiberdays22, der in Präsenz und online stattfindet, gibt es die Möglichkeit zur Anmeldung und Informationen zum Programm.

 
Lesen Sie zum Breitbandausbau in Österreich auch das Interview mit DI Dr. Igor Brusic, Präsident von Open Fiber Austria (OFAA), in der aktuellen Printausgabe 4/2022 von Cable!vision Europe oder hier online.
 

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