Magenta Telekom und Meridiam gründen "größte private Glasfaser-Partnerschaft Österreichs"
Magenta Telekom und der französische Investor Meridiam haben jetzt die Gründung einer strategischen Partnerschaft für die nach eigenen Angaben größte private Glasfaserausbau-Initiative Österreichs vereinbart. Bis 2030 wollen die Unternehmen 1 Milliarde Euro in den Ausbau von mehr als 650.000 neuen Highspeed-Internetanschlüssen für Haushalte und Betriebe (FTTH) investieren.
Offenes Netz auch für andere Anbieter
Die strategische Partnerschaft ist auf ländliche Regionen und Städte ausgerichtet. Die Finanzierung der Ausbaukosten wird grundsätzlich von Magenta und Meridiam getragen, Möglichkeiten einer Förderung würden trotzdem evaluiert, heißt es in der Erklärung. Für den Beginn des Ausbaus sei keine Mindestanzahl von Kunden erforderlich. Angeboten werden Highspeed-Internet, Fernsehen, digitale Lösungen mit Mobilfunk-Kombiangeboten. In weiterer Folge soll die Glasfaserinfrastruktur in ein offenes Netz für andere Internetanbieter umgewandelt werden, auf dem unterschiedliche Telekommunikationsunternehmen ihre Produkte anbieten können.
Baubeginn noch in diesem Jahr
Das Projekt soll den Unternehmen zufolge zudem dafür sorgen, dass ländliche Gebiete attraktive und wettbewerbsfähige Orte zum Leben und Arbeiten bleiben. Um sicherzustellen, dass das Projekt den Bedürfnissen der Gemeinden entspricht, kündigt Magenta an, in Kürze mit den örtlichen Bürgermeistern und Interessenvertretern Kontakt aufnehmen. Der Baubeginn ist für dieses Jahr vorgesehen. Durch die neue Partnerschaft wollen Magenta und Meridiam dafür sorgen, dass der Anschluss von 650.000 neuen Haushalten und Betrieben innhalb von sechs Jahren fertiggestellt wird. Das Joint Venture von Magenta Telekom und Meridiam bedarf allerdings noch der Genehmigung durch die EU-Kommission. Das entsprechende Wettbewerbsverfahren wurde bereits gestartet, ein Abschluss wird bis Ende 2022 erwartet.
Ausbau erfolgt ohne Mindestkundenzahl
Andreas Bierwirth, CEO Magenta Telekom: "Nachdem wir in den letzten Jahren vor allem unser bestehendes Netz flächendeckend auf 1 Gbit/s hochgerüstet haben, werden wir uns in den kommenden Jahren voll auf den Ausbau der Netze fokussieren. Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die großen Städte, sondern gehen bewusst auch in den ländlichen Raum. Wir bauen direkt und sofort aus ohne Mindestkundenzahl, die einen Vorvertrag unterschreiben müssen, damit bringen wir schneller Hochleistungsinternet in die Regionen. Und wir bieten eine Abstimmung mit dem Ausbau unseres Mobilfunknetzes an."
Und Stephan Wehrmann, Business Development Director DACH Meridiam, ergänzt: "Meridiam hat sich verpflichtet, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen, die die Lebensqualität der Menschen verbessert. Die strategische Partnerschaft mit Magenta, um Glasfaser zu über 650.000 Haushalten und Betrieben zu bringen, unterstreicht dieses Engagement für die österreichische Bevölkerung." Denn Österreich, so Dominique Leroy, Vorstandsmitglied für das Segment Europa der Deutschen Telekom AG, sei für die Deutsche Telekom ein sehr wichtiger Markt: "Seit 20 Jahren investieren wir in den Ausbau digitaler Infrastruktur. Heute schreiben wir das nächste Kapitel: die bisher größte private Glasfaser-Initiative in Österreich. Die Deutsche Telekom steht für digitale Teilhabe: durch unser gemeinsames Engagement werden 2,5 Millionen Kunden bis 2030 gigabit-fähig. Das sind großartige Nachrichten für Kunden, Bürgermeister und Partner in Österreich."
Magenta ist in Österreich ein wichtiger Gigabit-Anbieter
Magenta hat im Februar 2022 bereits 1 Milliarde Euro für den eigenen fixen und mobilen Netzausbau angekündigt, addiert man beide Vorhaben, dann fließen insgesamt 2 Milliarden Euro in den Ausbau Gigabit-fähiger Internetleitungen für 1 Million neue Gigabit-Anschlüsse und österreichweite 5G-Netzabdeckung. Magenta ist nach eigenen Angaben schon heute Österreichs größter und am schnellsten wachsender Gigabit-Anbieter mit 1,5 Millionen versorgten Haushalten und Betrieben auf Basis eines hybriden Glasfaser- und Koaxialkabelnetzes, wovon der Glasfaser-Anteil über 90 Prozent ausmacht. Mit dem Joint Venture mit Meridiam will das Magenta Gigabit-Angebot bis 2030 insgesamt 2,5 Millionen (60 Prozent) aller Haushalte und Betriebe erreichen.
Meridiam seit 2005 in Österreich aktiv
Meridiam ist Entwicklung, Finanzierung und Management öffentlicher Infrastrukturen spezialisiert. Meridiam unterhält seit 2005 enge Beziehungen zu Österreich, als das Unternehmen erstmals mit der staatlichen Autobahn- und Schnellstraßengesellschaft ASFINAG zusammenarbeitete, um die Autobahn A5 nördlich von Wien zu finanzieren und zu betreiben. Meridiam hat außerdem erklärt, mehr als 150 Millionen Euro zu investieren, um bis zu 60.000 Haushalte im steirischen Bezirk Liezen im Rahmen eines 50-Jahres-Vertrags mit der dortigen Gemeinde an Hochgeschwindigkeits-Glasfaserinternet anzuschließen. Das Unternehmen verfügt auch außerhalb Österreichs über Erfahrungen im Glasfaserbereich. Mit weiteren Investitionen in Deutschland, Rumänien und Nordamerika hat Meridiam nach eigenen Angaben mehr als 1,7 Milliarden Euro bereitgestellt, um über 1,5 Millionen Haushalte ans Internet anzuschließen.
Zu Magenta Telekom lesen Sie auch: Magenta Telekom will 2022 mehr Breitband ausbauen (CVO vom 25.02.2022)
Claudia Boss-Teichmann 24.08.2022


