
Der Firmensitz von Plusnet in Köln. Die EnBW-Tochter verfügt über eine eigene Glasfasernetzinfrastruktur und baut Glasfaseranschlussnetze mit Fokus auf Geschäftskunden, in Zukunft sollen auch Privatkunden versorgt werden. (Foto: Plusnet)
Kooperation
Plusnet erweitert sein vermarktbares Glasfasernetz
Das Kölner Telekommunikationsunternehmen Plusnet GmbH hat eine Kooperation mit GlasfaserPlus, einem Joint Venture der Deutschen Telekom mit dem IFM Global Infrastructure Fund, bekannt gegeben. Durch die Vereinbarung erhält Plusnet zusätzlich zur eigenen Glasfaserinfrastruktur Zugriff auf bundesweit bis zu vier Millionen Glasfaserfaseranschlüsse mit Bandbreiten bis zu 1 Gbit/s. Rund 650.000 der Anschlüsse in über 300 Kommunen bundesweit sollen bis Ende 2023 zur Verfügung stehen, um darüber eigene Produkte und Lösungen in den Bereichen Internet-Access, Cloud-Telefonie und Vernetzung an Geschäftskunden und perspektivisch auch an Privatkunden zu vermarkten.
Glasfasernetze zu virtuellem Netz zusammenfügen
Mit der Vereinbarung will Plusnet zudem seine eigene Netzplattform ausbauen. Über "Netbridge" kann das Kölner Unternehmen Glasfasernetze bundesweit zu einem virtuellen Netz zusammenführen und via Open Access für die Vermarktung öffnen. "Wir verstehen uns als Schrittmacher für die digitale Zukunft von Kommunen, Mittelstand und Großkunden in Deutschland. Deshalb richten wir unser eigenes Geschäft konsequent Richtung Zukunft aus und investieren signifikant in eigene Glasfasernetze und Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden und perspektivisch auch Privatkunden. Durch die Vereinbarung mit GlasfaserPlus erweitern wir unseren Fiber-Footprint deutlich und machen den nächsten Schritt beim Ausbau eines bundesweiten virtuellen Netzes zur einfachen Auslastung und Vermarktung von Glasfaserinfrastrukturen.", so Plusnet CEO, Ulrich Hoffmann.
Weitere Open-Access-Partner gesucht
Ralf Gresselmeyer, CEO der GlasfaserPlus: "Wir sind erst Anfang des Jahres als Joint Venture der Deutschen Telekom und IFM Investors an den Start gegangen. Mittlerweile bauen wir in über 50 Kommunen bereits am Netz der Zukunft und konnten schon die ersten Kunden auf unserem Netz begrüßen. Daher sehen wir die Entscheidung von Plusnet als ein wichtiges Zeichen des Vertrauens in unseren qualitativ hochwertigen Ausbau. Dass wir so schnell nach dem Start eine solche Kooperation eingehen konnten, zeigt, dass wir mit dem Fokus auf dem ländlichen Raum und unserem Marktangebot einen wichtigen Mehrwert schaffen. Als echter Open Access Anbieter freuen wir uns auf weitere Partner, die dem Beispiel von Plusnet folgen werden."
Plusnet treibt seit April 2021 die eigene Glasfaserstrategie voran. Dabei investiert das Unternehmen in den Aufbau eigener Glasfaserinfrastruktur: Im Kernnetzbereich verfügt die EnBW-Tochter nach eigenen Angaben über 6.500 Kilometer eigene Glasfaserinfrastruktur und hat via Kooperationen Zugriff auf insgesamt weitere 50.000 Kilometer Glasfaser. Gleichzeitig baut Plusnet Glasfaseranschlussnetze – eigenwirtschaftlich und gefördert – mit Fokus auf Geschäftskunden sowie perspektivisch auch auf Privatkunden aus.
Claudia Boss-Teichmann 22.09.2022

