Glasfaserausbau
Vodafone und Altice schmieden Glasfaser-Allianz
Vodafone will jetzt den Glasfaser-Ausbau bis in die heimischen vier Wände stärker vorantreiben: Dafür schmiedet der Telekommunikationskonzern gemeinsam mit Altice die nach eigenen Angaben größte Glasfaser-Allianz Deutschlands. Das Ziel: Rund sieben Millionen neue Glasfaseranschlüsse in den kommenden sechs Jahren bauen. Rund 20 Prozent davon sollen den Angaben zufolge dort entstehen, wo bisher kein Netzu von Vodafone verfügbar ist. Die Glasfaserleitungen sollen nach modernstem Standard bis in die heimischen vier Wände verbaut werden (FTTH). Dafür will das künftige Joint Venture bis zu 7 Milliarden Euro investieren. Das Gemeinschaftsunternehmen wird zu gleichen Teilen im Besitz von Vodafone und Altice sein. Es soll im Frühjahr 2023 soll es offiziell an den Start gehen. Die Gründung steht unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und Gremien.
Mehr Netze auf dem Land und in den Metropolen
"Wir starten die größte Glasfaser-Allianz der Republik. Gemeinsam mit unserem starken Partner Altice bringen wir noch mehr Netz aufs Land und in die Metropolen", sagt Vodafone Deutschland CEO Philippe Rogge. "So schaffen wir bis zu 7 Millionen neue Glasfaser-Anschlüsse für Deutschland – und bringen Gigabit-Geschwindigkeit auch in zahlreiche Haushalte, wo bislang noch kein eigenes Vodafone Netz verfügbar ist."
Hybrid-Glasfasernetz wird weiter ausgebaut
Zu den wichtigsten Elementen von FibreCo und seinen Investitionsplänen gehören:
- FibreCo wird zu 50 Prozent im Besitz von Vodafone Deutschland und zu 50 Prozent im Besitz von Altice sein.
- FibreCo wird ein FTTH-Breitbandnetz errichten und betreiben, das bis zu 7 Millionen Haushalten zur Verfügung steht (der "Roll-out")
- Etwa 80 Prozent des Roll-outs werden sich auf große Wohnungsbaugesellschaften in Vodafones bestehendem Hybrid-Glasfaserkabelnetz konzentrieren, die an einer FTTH-Aufrüstung interessiert sind; und die verbleibenden 20 Prozent des Roll-outs werden außerhalb der derzeitigen Ausleuchtzone von Vodafone stattfinden und sich auf benachbarte Haushalte konzentrieren.
- FibreCo wird allen Telekommunikationsdienstleistern Zugang auf Vorleistungsebene anbieten, um das Potenzial der Infrastruktur voll auszuschöpfen.
- FibreCo wird von Vodafones kommerziellem Fachwissen und seinen Beziehungen zu Wohnungsbaugesellschaften sowie von Altices Fachwissen in den Bereichen FTTH-Ausbau, Großhandel und Betrieb profitieren.
- FibreCo hat Geodesia (eine Tochtergesellschaft von Altice) mit dem Großteil der Bau- und Wartungsarbeiten für den Roll-out beauftragt.
- Die Gründung von FibreCo wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 abgeschlossen sein.
Finanzielle Informationen
- Eine Vorabzahlung von 120 Millionen Euro bei Abschluss der Transaktion;
- zusätzliche aufgeschobene Zahlungen von bis zu 487 Millionen Euro (insgesamt), die mit dem Fortschreiten des Roll-outs gezahlt werden (sobald die ersten 1,5 Millionen Haushalte übergeben wurden und bis zum Ende des Roll-outs), und
- eine Gewinnbeteiligung von bis zu 595 Millionen Euro (insgesamt), die von der Leistung von FibreCo abhängt.
Über Altice Europe
Die bedeutendsten Beteiligungen von Altice sind:
- Frankreich: Altice hält einen 30-Prozent-Anteil an dem Internetserviceanbieter Numericable und eine Option, diese Beteiligung um 10 auf 40 Prozent auszubauen. Im März 2014 gab Numericable bekannt, ein Angebot über 11,75 Mrd. Euro für den französischen Mobilfunkbetreiber SFR abgegeben zu haben; der Kauf wurde in mehreren Schritten bis Mitte 2015 vollzogen
- Israel: Altice hält 100 Prozent am Bezahlfernseh- und Telekommunikationsanbieter Hot.
- Belgien und Luxemburg: Altice hält 84 Prozent am Bezahlfernseh- und Telekommunikationsanbieter Coditel
- Portugal: Altice hält 100 Prozent an Portugal Telecom
- Dominikanische Republik: Altice hält 100 Prozent am Mobiltelefoniebetreiber Orange Dominicana und am Interserviceanbieter Tricom.
- Französische Überseeterritorien: Altice hält 100 Prozent am Telekommunikations- und Internetserviceanbieter Outremertelecom.
- Schweiz: green.ch
Claudia Boss-Teichmann 17.10.2022


