
Im vergangenen Jahr haben DAB+-Radiogeräte mit 0,2 Prozentpunkten erstmals einen leicht höheren Marktanteil als UKW-Empfänger (Grafik: ZVEI e.V./DAB+)
Radioübertragung
Das Radio wird 100 Jahre
Am 13. Februar begeht die UNESCO den Welttag des Radios. Das Datum geht zurück auf die Gründung des United Nations Radio am 13. Februar 1946. "Das Radio ist ein starkes Medium, um die Menschheit in ihrer ganzen Vielfalt zu feiern, und bildet eine Plattform für den demokratischen Diskurs", sagt die UNESCO. Auf globaler Ebene bleibe Radio das am weitesten verbreitete Medium und sei laut verschiedenen internationalen Berichten nach wie vor eines der vertrauenswürdigsten und am meisten genutzten Medien der Welt. Den diesjährigen Weltradiotag stellt die UNESCO unter das Motto "Radio und Frieden".
Das Radio feiert dieses Jahr 100-jähriges Jubiläum
Zudem steht dieses Jahr ein besonderes Jubiläum an: Die Rundfunkübertragung wird 100 Jahre. So wurde in Deutschland beispielsweise am 29. Oktober 1923 „erstmalig Mitteilung gemacht, dass der Unterhaltungs-Rundfunk mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt“. Die „Modetorheit Rundfunk“ nahm im Berliner Vox-Haus ihren Anfang und entwickelte sich nach einem zögernden Start zum absoluten Renner. Gab es zum Start nicht einen einzigen, so waren es 1923 zum Jahresende 467 zahlende Hörer. Zum 1. Januar 1925 waren 500.000 Hörer registriert und zum Jahresende 1925 wurde schon die Millionengrenze überschritten. (Quelle: “Die Geschichte der Unterhaltungselektronik”, IMK 1994, laut einer Information der gfu Consumer & Home Electronics GmbH).
Digitalisierung nimmt zu
Radio ist nach wie vor ein gern genutztes Medium in Deutschland. Lediglich fünf Prozent nutzen keine Radioempfangsart, so die gfu. Bei den Empfangsarten gehe der Trend eindeutig zu den digitalen Varianten, wie die „Audio Trends 2022“ der Medienanstalten ausweisen: Die Netto-Digitalisierungsquote Radio steigt auf über 68 Prozent, d.h. mehr als zwei Drittel der Personen ab 14 Jahren in Deutschland haben Zugang zu einer digitalen Radioempfangsmöglichkeit oder nutzen Webradio. Bei den unter 50-Jährigen liegt die Quote bei über 75 Prozent, die 14- bis 19-Jährigen erreichen ein Radio-Digital-Netto von 84 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg ist die Netto-Digitalisierungsquote in den letzten fünf Jahren um mehr als 15 Prozentpunkte gestiegen.
Die Initiative Digitalradio Büro Deutschland und der ZVEI e.V. informieren über die DAB+-Nutzung auf Grundlage einer Studie des Marktforschungsinstitut agma. Demzufolge wachse insbesondere die Nutzung der DAB+ Programme. Im Weitesten Hörerkreis komme DAB+ auf einen Anteil von 27,0 Prozent (Hörerinnen und Hörer ab 14 Jahre, ma 2022 Audio I: 24,5 Prozent). Zum Weitesten Hörerkreis gehören laut agma all jene Personen, die angeben, diesen Sender innerhalb der vergangenen vier Wochen gehört zu haben.
Absatz von Geräten mit DAB+-Funktion leicht gestiegen
Auch beim Geräteabsatz legt DAB+ den Informationen zufolge zu. Im vergangenen Jahr waren laut GfK-Handelspanel 42 Prozent aller verkauften Radiogeräte mit DAB+ Empfänger ausgestattet. Trotz rückläufiger Gesamtmarktlage sei der Anteil von DAB+ Geräten im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte gestiegen. Geräte mit ausschließlichem DAB+ Empfang stellten im Jahr 2022 ein Drittel des Gesamtradiomarkts dar. Knapp jedes zehnte verkaufte Radio war ein hybrides Gerät, das neben DAB+ auch Internetradio und gegebenenfalls zusätzlich UKW-Empfang bietet. Während der Marktanteil von Internetradios bei rund einem Viertel stabil blieb, stellten reine Analog-Empfänger nur noch ein Drittel des Radiomarktes dar.
Beitrag zum Bevölkerungsschutz
Digitalradio Deutschland und der ZVEI erwarten, dass künftige DAB+ Gerätegenerationen einen nochmals wichtigeren Beitrag zum Bevölkerungsschutz leisten können. Erste Geräte sollen ab 2024 eine Weiterentwicklung der klassischen Warndurchsage umfassen. Zusätzlich zur Ton-Signalisierung und Sprachdurchsage sollen Radios im Katastrophenfall aus dem Standby geweckt werden können. Dies sei zum Beispiel bei Radioweckern von Vorteil. In Gerätegenerationen ab 2025 würden die Barrierefreiheit sowie fremdsprachliche und erweiterte Textinformationen im Fokus stehen.
Claudia Boss-Teichmann 13.02.2023

