Glasfaser direkt ist insolvent
Das in Köln ansässige Unternehmen Glasfaser Direkt hat Insolvenz angemeldet (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 70c IN 30/23)
Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 70c IN 30/23 In dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter HRB 104872 eingetragenen Glasfaser Direkt GmbH, Erftstr. 15 - 17, 50672 Köln, gesetzlich vertreten durch die Geschäftsführerinnennennennen Frau Niamh Ann McBreen, Erftstr. 15 - 17, 50672 Köln und Herrn Markus Jobst, Erftstr. 15 - 17, 50672 Köln und Herrn Mikhail Nahorny, Erftstr. 15 - 17, 50672 Köln und Herrn Dr. Jürgen Hernichel, Erftstr. 15 - 17, 50672 Köln und Herrn Ronny Juch, Erftstr. 15 - 17, 50672 Köln Geschäftszweig: (i) die Bereitstellung von Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen, sowie die Verwaltung und Erschließung von Breitbandanschlüssen ist am 14.02.2023, um 13:57 Uhr angeordnet worden (§§ 21, 22 InsO): Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Dr. Mark Boddenberg, Spichernstr. 75, 50672 Köln bestellt. Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände ihres Vermögens sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam (§ 21 Abs. 2 Nr. 2 2. Alt. InsO). Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO). 70c IN 30/23 Amtsgericht Köln, 14.02.2023
Die Insolvenz der Glasfaser Direkt kommentiert der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) wie folgt:
„Die Insolvenz der Glasfaser Direkt ist kein Indiz für eine abnehmende Dynamik im deutschen Glasfaserausbau. Der Glasfaser-Boom geht weiter, mit einer Vielzahl von Anbietern, allein 230 Telekommunikationsanbieter im BREKO, die weiterhin viele Milliarden in Glasfasernetze investieren und den Ausbau auf dem Land und in den Städten vorantreiben. Denn das Geschäftsmodell Glasfaser funktioniert in Deutschland. Dies zeigt sich nicht zuletzt durch den Einstieg neuer Investoren in den letzten Monaten, wie Altice Europe, die im Oktober angekündigt haben, gemeinsam mit Vodafone Deutschland sieben Milliarden Euro in den Glasfaserausbau zu investieren, oder auch DIF Capital Partners, die seit November gemeinsam mit der Stadt Essen 180 Millionen Euro in Glasfasernetze investieren.
Das Beispiel Glasfaser Direkt unterstreicht allerdings die Wichtigkeit passender Rahmenbedingungen für Investitionen in den Glasfaserausbau, um Verunsicherungen im Markt zu vermeiden. Bereiche, in denen Branche und Politik dringend gemeinsam für bessere Voraussetzungen sorgen sollten, betreffen den volkswirtschaftlich unsinnigen Doppelausbau von Glasfasernetzen, eine Fokussierung der öffentlichen Förderung auf wirklich bedürftige Gebiete sowie die Beschleunigung und Digitalisierung der Genehmigungsverfahren.“
Claudia Boss-Teichmann 16.02.2023

