
Die Konzernzentrale der Deutschen Telekom in Bonn (Foto: Deutsche Telekom)
Telekommunikation
Deutsche Telekom übertrifft beim Wachstum Jahresziele
Die Deutsche Telekom AG hat ihre selbst gesteckten und im Jahresverlauf mehrfach erhöhten Finanzziele für 2022 erreicht oder übertroffen. Der Gesamtumsatz, so die Aussage während der Bilanzpressekonferenz des Bonner Unternehmens am 23. Februar 2023, stieg gegenüber 2021 um 6,1 Prozent auf 114,4 Milliarden Euro. Beim Service-Umsatz gab es einen Anstieg um 10,6 Prozent auf 91,9 Milliarden Euro. Um 7,7 Prozent legte das bereinigte Betriebsergebnis (bereinigtes EBITDA AL) auf 40,2 Milliarden Euro zu. Einen starken Zuwachs um 30,2 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro verzeichnete die Telekom beim Free Cashflow AL.
Ziele trotz globaler Krisen erreicht
Wechselkurseffekte, vor allem durch den im Vorjahresvergleich starken US-Dollar, beeinflussten die berichteten Zahlen positiv. Um diese sowie um Veränderungen im Konsolidierungskreis bereinigt blieb der Gesamtumsatz organisch stabil. Der für das operative Ergebnis relevante Service-Umsatz legte organisch um 3,7 Prozent zu. Das bereinigte EBITDA AL stieg um 1,7 Prozent auf organischer Basis. "Die Verwerfungen in der Welt und ihre Folgen lassen auch die Telekom nicht unbeeindruckt", sagte der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges in Bonn. "Dank konsequenter Umsetzung unserer Strategie haben wir 2022 dennoch alle unsere Ziele erreicht."
Konzernüberschuss verdoppelt
Der Konzernüberschuss verdoppelte sich beinahe auf 8,0 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse errechnet sich ein Plus von 54,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,1 Milliarden Euro. Die Dividende soll, wie bereits im November 2022 erklärt, auf 70 Cent je Aktie steigen.
Die Prognose für 2023 sieht einen Anstieg beim bereinigten EBITDA AL um 4 Prozent auf rund 40,8 Milliarden Euro vor. Der Pro-forma-Wert für 2022 auf Basis der aktuellen Konzernstruktur belief sich auf 39,3 Milliarden Euro. Der Free Cashflow AL soll von pro-forma 11,2 Milliarden Euro um mindestens 40 Prozent auf mehr als 16 Milliarden Euro steigen. Die Telekom setzt damit ihre Wachstumsstrategie fort. Auf dem Kapitalmarkttag 2021 hatte sich der Konzern für die Zeitspanne 2020 bis 2024 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des bereinigten EBITDA AL von 3 bis 5 Prozent als Ziel gesetzt.
Ausbauziele beim FFTH-Ausbau in Deutschland erreicht
Im Zuwachs um 74.000 Breitbandkunden zwischen Oktober und Dezember sieht die Telekom eine Fortsetzung der positiven Entwicklung im Festnetz. Bei MagentaTV gab es im Quartal ein Kundenplus von 51.000. Inzwischen nutzen 12,1 Millionen oder 82 Prozent der Breitband-Privatkunden die Glasfaserinfrastruktur (FTTH oder FTTC und VDSL/Vectoring). Die Telekom erreichte ihr Ausbauziel für 2022 von zusätzlich 2 Millionen FTTH-Haushalten mit nun 5,4 Millionen. Bei den wichtigsten Finanzkennzahlen verlief die Entwicklung ebenfalls positiv. Das bereinigte EBITDA AL stieg im operativen Segment Deutschland im Gesamtjahr gegenüber 2021 um 3,2 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 1,9 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro zu. Ebenso stiegen die Service-Umsätze auf 21,5 Milliarden Euro.
Das Europageschäft trotzte dem Gegenwind
Das Geschäft der europäischen Landesgesellschaften zeigte sich 2022 laut Telekom widerstandsfähig gegen negative Einflüsse. Mit dem Schlussquartal wuchs das bereinigte EBITDA AL organisch nun 20 Quartale in Folge. Dies sei trotz Gegenwindes durch höhere Energiepreise und die Sondersteuer für die Telekommunikationsbranche in Ungarn erreicht worden. Im Gesamtjahr belief sich das Plus auf 3,1 Prozent. Der Umsatz stieg 2022 organisch um 3,9 Prozent. Hierzu trug vor allem das Wachstum der Service-Umsätze im Mobilfunk bei.
Bei den Kundenzahlen habe sich der stabile Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Zahl der Mobilfunkvertragskunden wuchs 2022 um 823.000 auf 26,5 Millionen. Bei den Breitbandkunden gab es ein Plus von 308.000 auf 6,7 Millionen, während die Zahl der TV-Kunden um 112.000 auf 4,1 Millionen stieg. Mit einem Zuwachs um 741.000 übertraf die Zahl der Nutzer von Bündelprodukten aus Festnetz und Mobilfunk die Marke von 7,0 Millionen.
Jahresziel auch im Systemgeschäft erreicht
T-Systems habe 2022 stabile Finanzkennzahlen abgeliefert. Der Auftragseingang lag organisch mit 4,0 Milliarden Euro um 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Umsatz stieg organisch um 1,0 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig gab es beim bereinigten EBITDA AL in der organischen Betrachtung ein Plus von 0,9 Prozent auf 284 Millionen Euro. Damit erreichte das Systemgeschäft sein gestecktes Jahresziel.
Group Development: Mehrheitsverkauf von GD Towers abgeschlossen
Im Juli 2022 vereinbarte die Deutsche Telekom, 51 Prozent an GD Towers, dem Funkturmgeschäft in Deutschland und Österreich, an DigitalBridge und Brookfield zu verkaufen (lesen Sie dazu auch: Telekom schließt Verkauf ihres Funkturm-Geschäfts ab (CVE vom 02.02.2023)). Die Transaktion wurde am 1. Februar 2023 abgeschlossen. Von diesem Zeitpunkt an wird GD Towers nicht mehr in den Konzernzahlen voll konsolidiert. Der bei der Deutschen Telekom verbleibende Anteil am Nettoergebnis von 49 Prozent wird zukünftig nach der Equity-Methode im Finanzergebnis in den Konzernabschluss einbezogen. Im abgelaufenen Jahr erzielte das Funkturmgeschäft einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, ein organisches Plus von 6,1 Prozent. Zum Jahresende unterhielt das Unternehmen 41.500 Standorte. Darin sind im Jahresvergleich insgesamt 1.200 neue Standorte in Deutschland enthalten.
Claudia Boss-Teichmann 23.02.2023

