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Das Thema Überbau wurde auf dem Strategiepanel heiß diskutiert. (v.l.) Moderator Prof. Dr. Jens Böcker, Thomas Eibeck, Geschäftsführer der SachsenGigabit, UGG-Chef Jens Prautzsch, NetCologne-Geschäftsführer Timo von Lepel und Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung von EWE Tel (Foto: Marc Hankmann)

Fiberdays 23

NetCologne-Chef von Lepel: "Brauchen kein gesetzliches Überbauverbot"

Am ersten Tag der Fiberdays 23 in Wiesbaden war ein Thema nahezu allgegenwärtig: der Überbau von Glasfasernetzen. Mit deutlichen Worten wurde das Gebaren der Deutschen Telekom kritisiert. "Das Unternehmen, das zehn Jahre lang den Glasfaserausbau verschlafen hat, bremst ihn nicht nur, sondern arbeitet aktiv dagegen", wetterte etwa Jens Prautzsch, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) und Geschäftsführer von Unsere Grüne Glasfaser (UGG). NetCologne-Geschäftsführer Timo von Lepel nahm den Direktvertrieb der Telekom aufs Korn: "Die Dorf-zu-Dorf-Telekom-Ranger arbeiten unsauber." Konkret: Es würden falsche Versprechungen gemacht und falsche Tatsachen behauptet.

Net Cologne CEO Timo von Lepel

NetCologne-Geschäftsführer Timo von Lepel kritisierte den Direktvertrieb der Telekom mit scharfen Worten: "Die Dorf-zu-Dorf-Telekom-Ranger arbeiten unsauber." (Foto: Marc Hankmann)

Fairer Wettbewerb gefordert

Allerdings sind die Branchenvertreter nicht per se gegen den Überbau. Sie fordern einen fairen Wettbewerb, den die Telekom aber gefährde. "Wir sehen häufig, dass die Telekom dann aktiv wird, wenn wir in die Planung gehen", erklärte Prautzsch auf den Fiberdays 23. Dann rechne sich unter Umständen der Business Case nicht mehr. Dennoch: "Wir brauchen kein gesetzliches Überbauverbot", betonte von Lepel. Er richtete den Blick auf die Bundesnetzagentur, die hier für fairen Wettbewerb sorgen könne. "Die Politik könnte ihre große Beteiligung an der Telekom ins rechte Licht setzen", pflichtete ihm Thomas Eibeck, BREKO-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der SachsenGigabit, etwas verklausuliert bei.

Verunsicherte Kommunen

Das Auftreten der Telekom führe nach Ansicht der Diskutanten zu Verunsicherungen bei den Kommunen, die ohnehin derzeit mit vielen Herausforderungen im Glasfaserausbau konfrontiert seien. Dazu zählt auch der Eindruck einer beginnenden Marktkonsolidierung, ausgelöst durch den Rückzug von helloFiber und Glasfaser Direkt. Dem müssen die Netzbetreiber entgegentreten, wurde auf dem Panel gefordert.

"Bei den Gesetzten ist eine Marktkonsolidierung derzeit kein Thema", sagte UGG-Chef Prautzsch. Gegenüber Endkunden müsse man die Stabilität und Geschwindigkeit eines Glasfaseranschlusses betonen. "Wir müssen darauf achten, Glas nicht zu verschleudern", sagte BREKO-Präsident Norbert Westfal, gleichzeitig Sprecher der Geschäftsführung von EWE Tel. Er warnte davor, die Take-up-Raten über den Preis erhöhen zu wollen.

Autor: Marc Hankmann

 

 

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