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SPORT1-CDO Andreas Gerhardt stellte auf den Fiberdays 23 infrage, ob man in Zukunft für HDTV noch Geld verlangen könne (Foto: Marc Hankmann)

Fiberdays 23

HD+ unter Druck: "Die Prognosen waren andere"

Auf den Fiberdays 23 in Wiesbaden wurde im Rahmen der Media Hall über die Möglichkeiten diskutiert, wie Glasfasernetzbetreiber mit TV-Produkten ihre Netze refinanzieren können. Die Vielfalt ist groß: von Pay-TV über Video on Demand (VoD) bis Free-TV und neuerdings auch über Free Ad Supported TV (FAST). Durch die schiere Masse an Free-Content gerät das Pay-Modell für werbefinanziertes HD-TV unter Druck. "Ich kann verstehen, wenn jemand sagt, Geld für HD zu bezahlen ist nicht mehr State-of-the-art", sagte Andreas Gerhardt, Chief Distribution Officer (CDO) der SPORT1 GmbH, die mit SPORT1 HD Bestandteil von HD+ ist.

Große Vielfalt im Free-TV

Raimund Köhler, CEO der Motorvision Group, pflichtete Gerhardt bei: "Ein lineares TV-Produkt wird sich in einigen Genres aufgrund der großen Vielfalt nicht mehr als Pay-Angebot refinanzieren können." Motorvision selbst ist seit sechs Jahren mit einigen FAST-Kanälen am Markt. Köhler berichtete in der Media Hall der Fiberdays 23 von Pay-TV-Anbietern, die stagnierten und erst durch die Aufschaltung von FAST-Kanälen wieder Wachstum generieren konnten.

Panel zur Refinanzierung von Glasfasernetzen durch TV Produkte in der Media Hall der Fiber Days
In der Media Hall der Fiberdays 23 wurde über die Refinanzierbarkeit von Glasfasernetzen mit TV-Produkten diskutiert (Foto: Marc Hankmann)

Günstiges FAST bringt neue Erlösquellen

Aus Gerhardts Sicht zahlen schlichtweg zu wenige Konsumenten für HD+. "Die Prognosen waren andere", sagte der langjährige TV-Manager, auch wenn seine Kollegen bei HD+ einen guten Job machen würden. FAST ist für Netzbetreiber mit geringen Kosten verbunden und die Möglichkeit des Revenue Shares über die Werbeerlöse "revolutioniert die Wertschöpfungskette", ergänzte Moderator Christian Heinkele. Rechtsanwalt Stefan Liebig prognostizierte, dass Pay-TV- und Plattformbetreiber in Zukunft Provisionen an Glasfasernetzbetreiber zahlen könnten, da die Netzbetreiber die Funktion als Gatekeeper zum Endkunden einnehmen werden. "Wir werden sehen, wie lange man noch für HD Geld verlangen kann", fügte Gerhardt hinzu.

Autor: Marc Hankmann

 

 

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