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Hauptversammlung 2023: Vorstand (von links) Tim Höttges, Claudia Nemat, Aufsichtsratsvorsitzender Frank Appel, Birgit Bohle, Thorsten Langheim, Adel Al-Saleh, Dominique Leroy, Christian Illek, Srini Gopalan. © Deutsche Telekom, Foto Norbert Ittermann

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom erreicht Mehrheit an T-Mobile US

Bei der Hauptversammlung der Deutschen Telekom am 5. April 2023 in Bonn gab  der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges einen wichtigen Erfolg für den Konzern bekannt: "Wir haben die Mehrheit an der T-Mobile US erreicht." Die Beteiligung an T-Mobile US hatte nach dem Zusammenschluss mit Sprint vor drei Jahren bei 43 Prozent gelegen und liegt Stand heute bei rund 50,2 Prozent. Das Erlangen der Mehrheit war ein wichtiges Ziel der Telekom.

Rund zwei Drittel des Umsatzes des Konzerns (114,4 Milliarden im Jahr 2022) und fast genauso viel des Betriebsergebnisses (Ebdita) kommen aus dem US-Geschäft. Möglich wurde dies zum Teil durch eine Kapitalerhöhung und einen Aktientausch mit Softbank, dem japanischen Miteigentümer.

Zwischenziel: Minus 55 Prozent CO2 bis 2030

Höttges stellte das Handeln der Telekom auf der Hauptversammlung unter das Motto der Nachhaltigkeit udn verwies auf Erfolge im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. "Vieles haben wir dadurch schon erreicht. Wir stoßen 94 Prozent weniger CO2 aus als noch 2017. 2025 wollen wir komplett klimaneutral sein. Und wir haben unseren Energieverbrauch in Deutschland letztes Jahr um 278 Gigawattstunden – das sind 11 Prozent – gesenkt", sagte er. "Wir wollen, dass die Produktion von Handys klimaneutral ist. Wer die grüne Produktion nicht schafft, fliegt irgendwann aus dem Sortiment. Wir importieren Geräte. Aber wir exportieren unseren Anspruch an Umweltschutz." Bis 2040 solle die gesamte Wertschöpfungskette der Telekom klimaneutral sein. Von der Produktion der Geräte bis zum Stromverbrauch bei den Kundinnen und Kunden. "2040 ist lange hin. Darum gibt es jetzt ein neues Zwischenziel. Minus 55 Prozent CO2 bis 2030 – und das im Vergleich zu 2020", so Höttges.

Höhepunkt der Verschuldung soll überschritten sein

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz des Konzerns um 6,1 Prozent auf 114,4 Milliarden Euro. Bei der Gewinnkennzahl, dem bereinigten Ebdita AL, gab es ein Plus von 7,7 Prozent auf 40,2 Milliarden Euro. Höttges erklärte, der Höhepunkt der Verschuldung der Deutschen Telekom sei wegen des starken Free Cashflows inzwischen überschritten. Die Verschuldung betrug 142 Milliarden Euro zum Ende des Geschäftsjahrs 2022. In diesem Geschäftsjahr wolle man die Verschuldung auf maximal das 2,75-fache des Ergebnisses reduzieren.

Zur Entschuldung hatte bisher der Verkauf von T-Mobile Niederlande und des Funkturmgeschäfts in Deutschland und Österreich beigetragen.

95 Prozent Bevölkerungsabdeckung mit 5G

Rund 80 Prozent aller neuen Mobilfunkstandorte in Deutschland baue die Deutsche Telekom, 4.800 seit 2019. Beim Standard 5G liege man schon bei 95 Prozent Bevölkerungsabdeckung. In den USA verfüge T-Mobile über das mit Abstand beste Mobilfunknetz. "310 Millionen Menschen versorgen wir dort mit 5G. Mehr als die ehemaligen Platzhirsche AT&T und Verizon." Der Glasfaserausbau in Deutschland komme in Fahrt. "Wir bauen, was der Bagger hergibt für bis zu drei Millionen Haushalte in diesem Jahr. 25 bis 30 Millionen Haushalte bis 2030. In der Stadt und auf dem Land."

Höttges hob die Koooperationen der Telekom hervor, beispielsweise in Münster, Coburg, Bochum und in der Region Stuttgart. 20 Kooperationen mit Stadtwerken gäbe es mittlerweile. Die Telekom werbe für fairen Wettbewerb und biete zum Beispiel an, die Glasfaser von Wettbewerbern mitzuverlegen.

"Es ist eben nicht nachhaltig, wenn Deutschland von der Substanz lebt"

Die Geschäftskundinnen und -kunden unterstütze die Telekom bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. "Es ist eben nicht nachhaltig, wenn Deutschland von der Substanz lebt. Das Siegel 'Made in Germany' bröckelt. Darum müssen wir es gemeinsam aufpolieren. Die Basis der Digitalisierung sind Netze." Höttges rief nach schnelleren Genehmigungsverfahren für die digitale Infrastruktur wie beim Bau von Mobilfunkantennen und bei der Verlegung von Glasfaserkabeln.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 wurde der Hauptversammlung eine um 6 Cent auf 70 Cent je Aktie erhöhte Dividende vorgeschlagen. Zum ersten Mal leitete Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post, als Vorsitzender des Aufsichtsrats eine Hauptversammlung der Deutschen Telekom.

 

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