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VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer stellte zusammen mit Verbandspressesprecherin Caroline Winter die Marktanalyse vor, der zufolge die Telekom ihre Dominanz ausbaut (Screenshot: Marc Hankmann)

Marktregulierung

VATM fordert Schritte gegen zunehmende Dominanz der Telekom

In einer am 04.05.2023 vorgestellten Marktanalyse untermauert der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dass die Deutsche Telekom ihre Marktdominanz im DSL-Bereich ausbaut und auch im FTTB/H-Bereich eine Vormachtstellung anstrebt. Für einen fairen Wettbewerb fordert der Verband daher die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf, die Regulierung nachzubessern.

Laut der von Dialog Consult durchgeführten Analyse verfügt die Telekom im DSL-Markt über 70 Prozent der Internetanschlüsse – mit seit 2020 steigender Tendenz. Da der Ex-Monopolist auch im FTTB/H-Markt aufholt und angesichts seiner Ankündigung, bis Ende 2024 10 Millionen Glasfaseranschlüsse bauen zu wollen, befürchtet der VATM, dass sich diese Dominanz auch auf den FTTB/H-Markt ausweitet.

"Sonderfall" in der EU

Diese Entwicklung stellt laut Prof. Dr. Winzer, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Hochschule Rhein/Main und Gesellschafter bei Dialog Consult, im EU-Vergleich einen "Sonderfall" dar, "da in den meisten EU-TK-Märkten die Ex-Monopolisten – bei einem funktionierenden Wettbewerb – stetig Marktanteile verlieren."

"Preissetzung der Telekom nicht erfasst"

Der Grund für die Zunahme der Markanteile im DSL-Bereich liegt laut Marktanalyse in der aggressiven Preispolitik der Telekom. Je nach Bandbreite liegen die Tarifangebote der Wettbewerber um 20 bis 30 Prozent über denen des Bonner TK-Konzerns. Darin sieht Winzer einen Hinweis auf Preis-Kosten-Scheren. Wenn die Endkundenpreise durch ein reguliertes Unternehmen so niedrig angesetzt werden, bleibt für die von Vorleistungspreisen abhängigen Wettbewerber keine Marge mehr übrig.

Deshalb appelliert der VATM an die BNetzA, die Regulierung nachzubessern. "Die Preissetzung der Telekom wird nicht erfasst", sagte Verbandsgeschäftsführer Frederic Ufer bei der Präsentation der Marktanalyse. "Eine Regulierung light hat für den Kupferbereich nicht funktioniert." Das werde sich auf den Glasfaserausbau auswirken.

Dynamik im Glasfaserausbau könnte ausgebremst werden

Zum einen werde sich die Telekom nur sehr widerwillig vom lukrativen DSL-Markt trennen und erst spät die Kunden auf Glasfaser migrieren. Zum anderen würden der hohe Marktanteil bei DSL und die dadurch erzielten "hohen Überrenditen" die Telekom in die Lage versetzen, mit strategischem und gezielt nur punktuellem Überbau von Wettbewerbernetzen das Risiko für Investitionen in Deutschlands Infrastruktur enorm zu erhöhen.

"Die Regulierung des Kupfernetzes der Telekom muss von der Bundesnetzagentur ganzheitlich mit ihren Auswirkungen auf den Glasfaserausbau betrachtet werden", forderte Ufer. "Ansonsten wird die Dynamik beim Glasfaserausbau sehenden Auges ausgebremst."

Autor: Marc Hankmann

 

 

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