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Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne und BUGLAS-Vizepräsident, betonte die Bedeutung einer resilienten Infrastruktur für die "digitale Daseinsvorsorge" (Foto: NetCologne)

Sicherheit für Breitbandnetze

TK-Anbieter müssen IT-Sicherheitsanbieter sein

Die Diskutanten auf dem Sommerfest des Bundesverbands Glasfaseranschluss (BUGLAS) in Hamburg am 10. Mai 2023 waren sich alle einig: Sicherheit und Resilienz digitaler Infrastrukturen kostet Geld. Unter dem Motto "Sind deutsche Telkos zukunftssicher?" erörterte Nicolas Goß (BUGLAS) mit den Podiumsteilnehmern unterschiedliche Aspekte des Themas.

Produktsicherheit durch vertikale Fertigung

In seinem Impulsvortrag wies Dr. Christoph Glingener, CTO von Adtran, auf die Lieferkettenprobleme hin, die besonders zu Corona-Zeiten eine große Herausforderung bedeuteten. In der Folge habe das Unternehmen Produkte wieder nach Europa verlagert. Produktsicherheit nannte er als weiteren Aspekt. Im Jahr 2025 werde es erste Prototypen für 50-GB-Lösungen geben. Schließlich, so Glingener, spiele auch der wachsende Energieverbrauch der Telekommunikationsnetze eine Rolle bei der Betrachtung von Sicherheit und Verfügbarkeit. Die Unternehmen der Branche sollten sich die Frage stellen, welchen Mehrwert regionale Partner außerhalb Europas böten. 20 Prozent Ersparnis bei den Produktionskosten in diesen Ländern ließen sich durch weitere Prozess- und Fertigungsautomatisierung ausgleichen. Der Trend gehe in Richtung vertikaler Fertigung, bei der die Unternehmen die Wertschöpfungskette "inhouse" abdecken würden.

Digitale Daseinsvorsorge

Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, betonte den Auftrag der Daseinsvorsorge. Dafür sei eine resiliente Infrastruktur entscheidend. Es gehe auch um "digitale Daseinsvorsorge", so von Lepel. Gleichzeitig kritisierte er die Strukturen und Prozesse der öffentlichen Verwaltung für eine effiziente Digitalisierung. Bei der Sicherheit, so von Lepel, sei es wohl ähnlich.

Die DB Broadband als DB Netz-Tochter mit der Verantwortung für 12.000 Kilometer Netz setzt auf ihre Servicetechniker, um das Netz resilient zu halten. Dr. Christian Humpert, Vorsitzender der Geschäftsführung von DB Broadband, machte deutlich, dass ein solches Netz nicht zu 100 Prozent gegen physische Schäden zu schützen sei. "Wir investieren in Leute und das kostet Geld", so Humpert. Mehr als 1.000 Servicetechniker würden dafür sorgen, dass innerhalb kurzer Zeit die Netze wieder funktionieren würden. Gefährdungen von innen zu begegnen, sei auch ein Datenschutzproblem.  

Volker Schiemann, Prokurist von dacoso, verwies auf den Mangel an Fachkräften bei Stadtwerken, um angemessen auf Sicherheitsprobleme reagieren zu können. Glingener betonte, dass technische Lösungen für mehr Sicherheit vorhanden seien. Für die Unternehmen sei es auch eine Kostenfrage.

Gesamtgesellschaftliche Resilienzdiskussion nötig

Einig waren sich die Diskutanten, dass der Umgang mit Sicherheit und Resilienz ein andauernder Prozess bleiben werde. Eine zunehmende Digitalisierung des Lebens erfordere eine gesamtgesellschaftliche Resilienzdiskussion, regte von Lepel an. Für die Telekommunikationsanbieter bedeute das Thema eine Erweiterung ihrer Rolle.

"Telekommunikationsanbieter müssen IT-Sicherheitsanbieter ihrer Kunden sein", schloss Schiemann die Diskussion.

 

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