
Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetColone, auf der Bilanz-Pressekonferenz in Köln (Foto: NetCologne)
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Mehr Wettbewerbsdruck und höhere Investitionen
Die NetCologne Gruppe, zu der die NetCologne GmbH, NetCologne ITS, NetAachen und seit diesem Jahr die NetDüsseldorf gehören, hat ihre Jahresbilanz vorgelegt. Ergebnis und Umsatz wuchsen, allerdings weniger stark als im Vorjahr. Die Gruppe führt als Einflussfaktoren gestiegene Energiekosten, verschärften Wettbewerb und höhere Investitionen in die digitale Infrastruktur an.
Mit 22,9 Millionen Euro wuchs das Ergebnis vor Steuern und vor außerordentlichem Ergebnis um 8 Prozent (2021: 21,2 Millionen Euro, das entspricht 23.9 Prozent). Beim Umsatz konnte die NetCologne Gruppe 2,7 Millionen Euro zulegen und erhöhte diesen auf 320,7 Millionen Euro (2021: 318 Millionen Euro). Das entspricht 0,8 Prozent Wachstum (gegenüber knapp 5 Prozent von 2021 auf 2022).
Die Gesamtzahl der Kundenanschlüsse stieg ebenfalls leicht auf 462.000 (2021: 458.000). Das bereits dichte Glasfasernetz von NetCologne wurde nochmals 650 Kilometer ausgebaut auf jetzt 29.500 Kilometer Gesamtlänge.
Hohe Investitionen und steigende Energiepreise
Im Geschäftsjahr 2022 investierte die NetCologne Gruppe 55,7 Millionen Euro in Netzausbau und Sachgüter. Das sind rund 23 Prozent mehr als im Vorjahr (2021: 45,3 Millionen Euro). Durch den Ausbau der digitalen Infrastruktur können inzwischen rund 640.000 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Mit den erhöhten Investitionen begegne NetCologne auch dem zunehmenden Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig sei das Betreiben digitaler Infrastruktur energieintensiv und damit teurer geworden. "Die stark gestiegenen Energiepreise und der zunehmende Wettbewerb schaffen ein sehr herausforderndes Marktumfeld für NetCologne. Dennoch konnten wir im vergangenen Jahr erneut Umsatz und Ergebnis steigern. Gleichzeitig müssen wir mehr in die digitale Infrastruktur der Stadt investieren, um zukunftsfähig zu bleiben. Mit dem derzeit angestoßenen Ausbau unseres Glasfasernetzes erreichen wir bis Ende 2024 rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Köln", sagt Dr. Claus van der Velden, kaufmännischer Geschäftsführer der NetCologne.
Ausblick 2023: Kritische Infrastruktur und nachhaltiges Rechenzentrum
Nach dem IoT-Funknetz LoRaWAN für die Anwendung von Smart CityLösungen, baut NetCologne ab 2023 auch die kritische Infrastruktur für Köln und die Region aus. Im Krisenfall soll künftig das LTE 450 MHz-Funknetz die Kommunikation von Behörden, Polizei oder Feuerwehr sowie die Steuerung der Energienetze für bis zu 72 Stunden ohne Strom ermöglichen. Bis 2035 will die Stadt Köln klimaneutral werden. Dazu will NetCologne mit dem Bau des ersten nachhaltigen Rechenzentrums ab Herbst 2023 in Köln beitragen. "Das Handling wachsender Datenmengen einerseits und das Ziel, CO2 zu reduzieren andererseits, stehen grundsätzlich im Widerspruch. Mit unserem neuen Rechenzentrum werden wir aber im Sinne der Nachhaltigkeit künftig Energie noch effizienter nutzen. Soweit wir diese Energie nicht selbst CO2-neutral produzieren, kaufen wir sie aus erneuerbaren Quellen hinzu," sagt Timo von Lepel. NetCologne selbst ist seit 2022 CO2-neutral.
Claudia Boss-Teichmann 05.06.2023

