
"Open Access wird in diesem Muster-Rahmenvertrag nicht nur gepredigt, sondern wirklich gelebt", sagt FRK-Vorstandsmitglied und -Verhandlungsführer Uwe Rehnig (Foto:FRK)
NE4
FRK und GdW: Gemeinsam für Ausbau von Inhouse-Netzen
Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) haben für den Netzausbau mit Glasfaser innerhalb von Gebäuden (FTTH) einen gemeinsamen Muster-Rahmenvertrag entwickelt.
"Das Ergebnis ermöglicht es der Wohnungswirtschaft, sich von ihrem langjährigen mittelständischen NE4-Partner kostenlose Glasfaser-Inhouse-Netze errichten und diese dauerhaft betreiben zu lassen", erklärt FRK-Vorstandsmitglied und -Verhandlungsführer Uwe Rehnig. Für die Wohnungswirtschaft bedeute dies laut Rehnig, dass sie aufgrund dieses Rahmenvertrags Herr im eigenen Haus bleibe – und das dauerhaft.
Flexibilität für individuelle Lösungen
Der Muster-Rahmenvertrag ermöglicht laut FRK zum Beispiel flexible Lösungen zur Endfälligkeit sowie für langfristige Kooperationsmodelle, die über die typischen Vermarktungspauschalen von NE3-Netzbetreibern und Diensteanbietern hinausgehen. Er biete beiden Parteien damit ein Höchstmaß an Flexibilität für bilaterale Verhandlungen.
Zu den einzelnen bilateral zwischen Netzbetreiber und Wohnungsunternehmen zu klärenden Punkten enthält der Rahmenvertrag Erläuterungen sowie unterschiedliche Varianten für verschiedene Regelungen. Dadurch ermögliche der Vertrag individuelle Absprachen, die die jeweiligen individuellen Bedürfnisse zwischen Wohnungswirtschaft und Netzbetreiber berücksichtigen würden.
Der Vertrag beruhe auf der langjährigen Partnerschaft der im GdW organisierten Wohnungsunternehmen und den zahlreichen kleinen und mittelständischen Netzbetreibern des FRK, die auf der Netzebene 4 (NE4) in Gebäuden aktiv sind, so der FRK. Der neue Vertrag spiegle insbesondere den Gedanken des Open Access wider.
Open Access steigert den Umsatz
Ein besonderes Augenmerk wurde bei den Vertragsverhandlungen auf Open Access gelegt, so der FRK. Dieser gewährleiste die Öffnung der Netze für die Dienste Dritter doch eine hohe Netzauslastung und dementsprechend hohe Umsätze. Darüber hinaus sei Open Access das einzige wirksame Mittel gegen einen drohenden strategischen Überbau durch marktdominante Netzbetreiber. "Open Access wird in diesem Muster-Rahmenvertrag nicht nur gepredigt, sondern wirklich gelebt", sagt Rehnig.
Auch die Telekom kooperiert mit dem GdW
Vor knapp einem Monat hatten sich die Deutsche Telekom und der GdW auf eine Kooperation beim Ausbau von Inhouse-Netzen verständigt (Lesen Sie dazu unsere Meldung: Telekom und GdW wollen beim FTTH-Ausbau kooperieren vom 22.05.2023). Die Deutsche Telekom bietet demzufolge in ihren Ausbaugebieten den Mitgliedsunternehmen des GdW den Ausbau und Betrieb von Inhouse-Netzen kostenlos an.
Claudia Boss-Teichmann 19.06.2023

